Griffelbeine gehören wie die Kastanien zu den Rudimenten der Pferde-Evolution. Vor noch ca. 50.000 Jahren waren Pferde Mehrzeher, d.h. sie hatten vier weiche Zehen. Durch einen Wandel ihres Lebensraumes vom Wald in die Steppe benötigten die Urpferde harte Füße, um ihre einzige Waffe, die schnelle Flucht, effektiv einsetzen zu können. Mittlerweile gehören Pferde zu den Unpaarhufern und da wiederum zu den Einhufern.
Bei den Griffelbeinen handelt es sich um schmale längliche Knochen, die paarig an der Hinterseite der Röhre liegen. Sie sind die verkümmerten Mittelfußknochen der rückgebildeten zweiten und vierten Zehe. Durch die Anatomie sind sie keiner Druckbelastung im täglichen Gebrauch ausgesetzt, was den Griffelbeinen aber nicht zugute kommt. Aufgrund mangelnder Durchblutung werden sie spröde und brechen schnell, was für den Laien allerdings oft nur aufgrund einer Lahmheit zu erkennen ist.
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