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Schleswiger

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Das Schleswiger Kaltblut ist ein im Norden von Deutschland beheimatetes mittelschweres Kaltblutpferd, das Ende des 19. Jahrhunderts aus verschiedenen Nutzpferderassen unter starkem Einfluss des Jütländers hervorgegangen ist. Bis in die 60 er Jahre des 20. Jahrhunderts diente es als Arbeitspferd. Heute steht das Schleswiger Kaltblut auf der Liste der vom Aussterben bedrohten Haustierrassen der Gesellschaft zur Erhaltung alter Haustierrassen (GEH).

Rassebeschreibung
Das Schleswiger Kaltblut ist ein mittelschweres Kaltblutpferd von mittlerer Größe, das Stockmaß liegt zwischen 154 - 162 cm, die Hengste sind im Schnitt etwas größer (um 158 cm) als die Stuten (um 156 cm). Die nicht zu kurzen Gliedmaßen haben trockene, starke Gelenke, mit mäßigem Kötenbehang und große, runde Hufe von guter Qualität Der Rücken soll kurz und kräftig mit einer gut bemuskelten, leicht abfallenden Kruppe sein. Der Kopf ist kurz und trocken mit einer breiten Stirn und geradem Profil, der Hals ist gut aufgesetzt. Der Schleswiger ist ein leistungsfähiges, rundrippiges, futterdankbares Kaltblutpferd mittleren Rahmens mit raumgreifenden Schritt- und Trabbewegungen. Die Fuchsfarbe dominiert, vereinzelt kommen Rappen, Schimmel und Braune (siehe Brauner) vor. Das Schleswiger Kaltblut zeichnet sich durch seine Lernwilligkeit und gute Umgänglichkeit, eine hohe Zugleistung und Wendigkeit, sowie durch seine Ausdauer und Genügsamkeit aus.

Geschichte
Im Jahre 1888 beschloss der damalige Zuchtverband des Landes Schleswig-Holsteins die Trennung der Zucht von Warm- und Kaltblutpferden. Der Verband der Schleswiger Pferdezuchtvereine entstand 1891 als Vereinigung verschiedener Kaltblutzuchtvereine Schleswig-Holsteins. Das Brandzeichen wurden die Buchstaben "VSP" in einem Oval, das den Tieren noch heute auf den Oberschenkel des rechten Hinterbeines gebrannt wird.

Da auf der Grundlage der vorhandenen Tiere Kreuzungen aus verschiedenen Rassen, wie Oldenburger, Holsteiner und Suffolks, der gewünschte Typ nicht zu züchten war, wurden Hengste aus Jütland importiert, alles Söhne des 1862 nach Dänemark importierten Hengstes Oppenheim, ein Shire Horse oder Suffolk. Seit 1930 sind nahezu alle Schleswiger auf den Oppenheim-Nachkommen Munkedal zurückzuführen.


Die Blütezeit des Schleswiger Kaltblut war im Jahre 1949 erreicht, im Stammbuch waren ca. 25.000 Stuten und 450 Hengste eingetragen. Aufgrund der sich ändernden Bedingungen in der Landwirtschaft mit der Zunahme des Einsatzes von Maschinen wurde auch das Schleswiger Kaltblut, wie alle anderen Kaltblutrassen in Deutschland auch, immer weiter zurückgedrängt und erreichte im Jahre 1976 einen zahlenmäßigen Tiefstand mit nur noch 35 eingetragenen Stuten und 5 Hengsten. In diesem Jahr wurde der Zuchtverband aufgelöst und die Rasse im Pferdestammbuch Schleswig-Holstein / Hamburg betreut. Der Verein Schleswiger Pferdezüchter e. V. (VSP) wurde im Jahr 1991 mit dem Ziel der Pflege und Erhaltung des Schleswiger Kaltblutpferdes gegründet. Heute hat der Verein ca. 200 Mitglieder. Die Zahl der eingetragenen Stuten liegt bei ca. 200, die der Hengste bei ca. 30. Trotz der Bemühungen des Vereins steht das Schleswiger Kaltblut noch auf der Liste der bedrohten Haustierarten der Gesellschaft für bedrohte Haustierrassen (GEH).

Einsatzgebiete
Das Schleswiger Kaltblut wurde seit Anfang des 20. Jahrhunderts hauptsächlich als Arbeitspferd für den Einsatz in der Land- und Holzwirtschaft gezüchtet. aber auch als Zugpferd für pferdebespannte Omnibusse, in der Industrie, beim Militär und als Brauereipferd eingesetzt. Heute werden sie als Wagen- und Freizeitreitpferde genutzt, aber auch wieder in der Landwirtschaft, als Holzrückepferde in der Forstwirtschaft und in Baumschulen eingesetzt.

Verbreitungsgebiete
Das Hauptverbreitungsgebiet ist das nördlichste Bundesland der Bundesrepublik Deutschland, Schleswig-Holstein. Daneben existiert eine geregelte Zucht nur noch im Bundesland Niedersachsen. Vereinzelt wurden Tiere in andere Bundesländer Deutschlands verkauft.

Mit freundlicher Genehmigung vom Verein „Schleswiger“ Pferdezüchter e.V. (VSP)

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