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Brandzeichen

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Schon immer waren die Menschen und Pferdebesitzer daran interessiert zu kennzeichnen, aus welcher Zucht oder welcher Region ihr wertvolles Ross stammt – und dies dauerhaft. Jedes Pferd soll eindeutig identifiziert werden. Dazu werden Brandzeichen benutzt. Ein glühendes Eisen mit dem gewünschten Zeichen wird dem Fohlen bei einer offiziellen Sichtung dazu kurz auf die Haut gehalten. Die Hitze erzeugt Brandwunden, die dann vernarben. Sie sind ein Leben lang sichtbar, da keine Haare mehr darüber wachsen. Vorzugsweise wird das Brandzeichen auf dem linken Schenkel kurz oberhalb vom Knie aufgebracht. Es finden sich aber auch Brandzeichen am Hals, den Ganaschen (Lippizaner) oder auf der Sattellage (Nummernbrände). Heute werden Brandzeichen durch moderne Hengst-, Stut-, Zucht- oder Abstammungsbücher ergänzt und zum Teil ersetzt. Auch Chips mit den relevanten Daten wie Herkunft, Lebensnummer etc. sind zur Identifikation üblich, zudem noch Tätowierungen.

Alternativ kann der Kaltbrand angewendet werden. Hierbei wird das Eisen auf –80° C abgekühlt. Sichtbar wird das Zeichen durch weißen Fellwuchs (schwierig beim Schimmel zu erkennen).

Unterteilt werden die Brandzeichen in
  • Rassebrände: Zugehörigkeit zu einer bestimmten Rasse oder Zuchtverband
  • Eintragungsbrände: nach Eintragung in ein bestimmtes Zuchtbuch
  • Gestüts-/Züchterbrände: Zugehörigkeit zu einem bestimmten Gestüt
  • Identifikationsbrände: Zugehörigkeit zu einer bestimmten Herde oder Rasse, meist Nummern
  • Eigentümerbrände: Zugehörigkeit zu einem bestimmten Besitzer
Fachgerecht ausgeführt soll das Aufbringen des Brandzeichens für das Fohlen nur wenig schmerzhaft sein. Trotzdem sollte die Wunde beobachtet und ggfs. versorgt werden.

Am 15.10.10 hat der Bundesrat den Schenkelbrand bei Pferden verboten. Das Gesetz steht noch aus:
"Der Bundesrat hat in seiner 875. Sitzung am 15. Oktober 2010 beschlossen, die folgende Entschließung zu fassen:

Der Bundesrat bittet die Bundesregierung, einen Gesetzentwurf zur Änderung des Tierschutzgesetzes vorzulegen mit dem Ziel eines Verbotes des Schenkelbrandes bei Pferden.

Begründung:
Ziel des Schenkelbrandes ist das Herbeiführen auf der Haut erkennbarer Kennzeichen, die der Identifizierung eines Pferdes dienen sollen. Beim Schenkelbrand kommen Heiß- und Kaltbrand zur Anwendung. Beim Heißbrand werden durch Andrücken eines Brenneisens über mehrere Sekunden die gewünschten Zeichen in die Haut des Pferdes gebrannt. Beim Kaltbrand werden durch Andrücken eines auf minus 80 Grad kalten Eisens Erfrierungen der Haut herbeigeführt, als deren Folgen Kennzeichen sichtbar werden.
Der Schenkelbrand ist bislang als Methode zur Kennzeichnung und Identifizierung von Pferden nach dem Tierschutzgesetz zulässig. Die mit dem Schenkelbrand einhergehenden, teils mit erheblichen Schmerzen, Leiden und Schäden verbundenen Zerstörungen von Geweben sind zwar nach § 6 Absatz 1 Satz 1 TierSchG grundsätzlich verboten. Aus § 6 Absatz 1 Satz 2 Nummer 2 i.V.m. § 5 Absatz 3 Nummer 7 TierSchG folgt jedoch für den Schenkelbrand beim Pferd eine Ausnahme von dem grundsätzlichen Verbot, das Gewebe eines Wirbeltieres zu zerstören. Mittlerweile stehen für die Kennzeichnung von Equiden unter die Haut implantierbare Transponder zur Verfügung, deren Anbringung mit wesentlich weniger Schmerzen, Leiden und Schäden für die Tiere verbunden ist. Darüber hinaus ist die Kennzeichnung mittels eines Transponders für ab dem 1. Juli 2009 geborene Equiden die nach Artikel 11 Absatz 1 Satz 1 der ab diesem Zeitpunkt geltenden Verordnung (EG) Nr. 504/2008 der Kommission vom 6. Juni 2008 zur Umsetzung der Richtlinien 90/426/EWG und 90/427/EWG des Rates in Bezug auf Methoden zur Identifizierung von Equiden (ABl. L 149/3) grundsätzlich vorgeschriebene Kennzeichnungsmethode.

In der national geltenden Viehverkehrsverordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 3. März 2010 (BGBl. I S. 203) wird von der nach Artikel 12 Absatz 1 Satz 1 der Verordnung (EG) Nr. 504/2008 bestehenden Möglichkeit, die Identifizierung von Equiden durch geeignete alternative Methoden, einschließlich Kennzeichnungen, zu genehmigen, kein Gebrauch gemacht. Angesichts der nach dem Stand der Technik heute möglichen und nach der Viehverkehrsverordnung zudem verpflichtenden Kennzeichnung von Pferden mittels Transponder wird kein Bedarf mehr für eine Kennzeichnung mittels Schenkelbrand gesehen. Nur durch Streichung der in § 5 Absatz 3 Nummer 7 TierSchG für den Schenkelbrand beim Pferd vorgesehenen Ausnahme kann das in § 6 Absatz 1 Satz 1 TierSchG enthaltene Verbot des Zerstörens von Gewebe eines Wirbeltieres umfassend greifen."

(Pressemitteilung des Bundesrates 479/10 vom 15.10.10)
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