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Boulonnais

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Das Marmorpferd

Geschichte
Man vermutet, dass das Boulonnais Pferd seinen Ursprung in der Zeit hat, in der sich die römischen Legionäre in der Nähe der Nordfranzösischen Stadt Boulogne versammelten, um sich von dort nach Großbritannien zu verschiffen. Zweitausend Reiter, die auf ihren Numidischen Pferden aus Nordafrika gekommen waren, blieben in der Gegend, und ihre Stuten wurden mit den einheimischen Pferden gekreuzt. Das orientalische Blut, das man noch heute in den Boulonnais Pferden sehen kann, wurde jedoch höchst wahrscheinlich in der Zeit der Kreuzzüge und der spanischen Besatzung eingeführt.

Das Boulonnais Pferd ist sehr elegant und das edelste Kaltblutpferd, darum nennt man es auch das »Vollblutzugpferd«. Dieser edle Einschlag kommt von dem arabischen Blut, das die Rasse in mehreren Epochen gestärkt hat. Schon 1589 stellten sie ihre Schnelligkeit und Ausdauer unter Beweis.

Man gibt den Pferden Namen in alphabetischer Reihenfolge, dem Geburtsjahr folgend. 2008 beginnen alle Fohlennamen mit einem »U«, 2009 ist es das »V«, wonach man 2010 wieder von vorne mit dem »A« anfängt.

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts sorgten die Boulonnais Pferde dafür, dass die frisch gefangen Fische der Picardie-Küsten nach Paris verfrachtet wurden. Die zweirädrigen Fischkarren, die von zwei, vier oder fünf Pferden gezogen wurden, mussten vor 8 Uhr morgens in Paris sein und fuhren durch die ganze Nacht mit Pferdewechsel ca. alle 30 km. Ein Vierergespann konnte gut 3,5 Tonnen ziehen.

Exterieur
Das Boulonnais Pferd ist ein Arbeitspferd mit aktiven und taktfesten Gangarten. Die Augen sind freundlich und lebhaft, die Ohren sind gerade und gespitzt, die Mähne ist doppelt, das heißt, dass sie dicht zu beiden Seiten des Halses fällt. Das Fell ist fein und seidig, das Pferd ist hoch gestellt, die Kruppe ist rund und muskulös, der Schweif ist kräftig und hoch angesetzt. Das Pferd hat eine breite Brust, einen relativ kurzen Rücken, die Röhrbeine sind kurz und stark und ohne zu starken Behang. Die Gelenke sind breit und stark, die Schulter schräg und das Pferd hat einen wohlangesetzten Hals, der Kopf wird stolz getragen. Seit 1996 ist es verboten, den Schweif zu kupieren. Vom Zugpferd hat das Boulonnais sein sanftes Wesen geerbt, vom Araber die lebhaften Gänge.

Es gibt zwei Typen Boulonnais Pferde, die für je ihre Arbeiten eingesetzt wurden. Der große, schwere Typ fand seine Verwendung in den Feldern, der kleinere, leichtere Typ wurde verwendet, um Fische von den Küsten ins Landesinnere zu frachten. Aus dieser Zeit stammt das Brandzeichen, ein Anker, den das Boulonnais Pferd auf seiner linken Halsseite trägt. Die verschiedenen Anwendungen des Pferdes erklären die Größen- und Gewichtunterschiede von 1,60 m bis 1,78 m und von 650 kg bis über 1.000 kg. Ende des 19. Jahrhunderts dominierten die Rappen und Schweißfüchse, aber ein Jahrhundert später rechnete man die Schimmelfarbe als ein Kriterium für die Reinheit der Rasse. Heute sind die Schimmelfarben dominierend, nur 15 Prozent der Pferde sind Füchse, Dunkelbraune oder Rappen, insgesamt haben nur ca. zwei Prozent der Pferde ganz dunkles Fell. Die Fohlen werden immer fuchsfarben geboren. Danach kann sich die Farbe in alle Schimmel- und Graunuancen ändern, man sieht Rot-, Silber- und Eisenschimmel, stahlgraue, mausgraue, geäpfelte und blaugraue Pferde. Mit zunehmendem Alter werden die Pferde in der Regel mehr und mehr perlmuttfarben.

Anwendung
Man kann die Pferde in vernünftigem Maße schon als Zweijährige arbeiten, sie wachsen bis zu sieben Jahren. Das Boulonnais Pferd ist historisch gesehen für die Arbeit im Feld und vor dem Wagen prädestiniert. Sieht man es mit »modernen« Augen, findet man ein Freizeitpferd, das sich gleichermaßen zum Reiten und Fahren eignet. Es ist gut gebaut mit einer guten Sattellage, man kann es mit einem normalen Sattel reiten. Es ist ausdauernd und stark und kann einen schweren Reiter tragen. Es ist ruhig und aufmerksam und kann auch mal über eine längere Zeit nicht geritten oder gefahren werden, ohne deshalb »warm« zu werden. Das Boulonnais Pferd hat seine Anwendung beim Holzrücken im Wald, bei der Feldarbeit und als Reit- und Fahrpferd.

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Verbreitung
Der Ursprung der Rasse liegt Frankreichs nordöstlicher Ecke, der Picardie, genauer bezeichnet dem Boulognegraben, daher der Name Boulonnais. 1999 wurden in Frankreich 680 Stuten gedeckt und 360 Fohlen registriert. Im selben Jahr gab es 48 registrierte Zuchthengste. Dies kann man mit den 600.000 Pferden vergleichen, die es Anfang des letzten Jahrhunderts gab. Der Boulonnais Zuchtverband in Frankreich zählte 1999 300 Mitglieder. Wie auch andere schwere Rassen musste das Boulonnais Pferd der Mechanisierung in der Landwirtschaft weichen. Die letzten Jahre gab es einen Anstieg der Anzahl Pferde, aber die neusten Zahlen geben keinen Anlass zum Optimismus. Das Überleben des Boulonnais Pferdes ist wegen seiner kleinen geografischen Ausbreitung sehr von der Inzucht bedroht, und mit dem Kauf eines Boulonnais hilf man, die Rasse zu bewahren. 2006 kam das erste Boulonnais Pferd nach Dänemark, unser damals dreijähriger Zuchthengst Pequo. Seitdem ist das Interesse für die Rasse gestiegen, und 2008 war die Zahl der Boulonnais in Dänemark schon auf 15 gestiegen, und die nächsten sind schon unterwegs.

Außer in Frankreich und Dänemark gibt es noch einige Handvoll Pferde in Belgien, Holland und Deutschland, ein Pferd hat den Weg nach Finnland gefunden, und für 2009 ist ein Export nach Schweden geplant.


Dieser Artikel wurde uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt von der Vorsitzenden des dänischen Boulonnais Zuchtverbandes, Tina Gundesen. Kontakt: tina@holbergsgaard.dk
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