Stuttgart (fn-press). Weltmeisterlich präsentierten sich in Stuttgart Nicola Ströh (Hamburg) und Kai Vorberg (Köln). Die beiden deutschen Spitzenvoltigieren, vorgestellt von Longenführerin Kirsten Graf (Bergisch Gladbach) dominierten alle drei bei den German Masters ausgeschriebenen Teilprüfungen: Technikprogramm, Einzelkür und Pas de deux. Damit setzten sie sich am Ende mit 1616,7 Punkten in der Gesamtwertung gegen Anja Barwig (Herrsching) und Jan Bayer (Oldenburg), vorgestellt von Alexander Hartl (Gauting) auf Davidoff (1499,4 Punkte) sowie die beiden Schweizer Meister, Marion Graf und Patric Looser (1442,1 Punkte) durch.
Höhepunkt und zugleich Besonderheit der German Vaulting Masters in der Stuttgarter Schleyerhalle ist das Pas de deux am Sonntagmorgen. Wie in jedem Jahr hatten sich die Paare besondere Mühe bei der Auswahl von Musik und Kostümen gegeben. „Darum wird vorher immer ein großes Geheimnis gemacht. Und jeder hat wirklich eine völlig andere Idee umgesetzt“, sagte Bundestrainerin Ulla Ramge (Warendorf) begeistert. In einem waren sich alle fünf Paare jedoch einig: Ein reines, musikales Potpourri reichte ihnen nicht aus, alle interpretierten bei ihrem Auftritt ein bestimmtes Thema. Die Sieger hatten sich die Musik aus dem Film „Shrek“ ausgewählt und stellten den Titelhelden und seine Prinzessin Fiona nach, die Zweitplatzierten voltigierten zu afrikanischen Rhythmen und Melodien des Musicals „Der König der Löwen“. „Dick und Doof“ hatten die beiden Schweizer Voltigierer bei ihrem Pas de Deux inspiriert, und die Viertplatzierten, Tim-Randy Sia (Osnabrück) und Ines Jückstock (Hamburg), bewiesen ihr Talent im „Dirty Dancing“. Aus ihrer Herkunft keinen Hehl machten Anette Renkl (Lörrach) und Andreas Kumpf (Amstetten). Die beiden Baden-Württembergischen Meister liefen zum dem bekannten Volkslied von der „Schwäbischen Eisenbahn“ ein und sorgen damit für Stimmung in der Halle. Als Thema ihres Pas de deux hatten sie dann das (T)raumschiff Surprise gewählt. „Den Vorstellungen zuzusehen war wirklich ein Genuss“, so Ulla Ramge. „Das Pas de deux – insbesondere von solchen Spitzenvoltigierern demonstriert - ist einfach eine gelungene Mischung aus Sport und Show und beweist den Unterhaltungswert unserer Disziplin in Perfektion. Ich könnte mir solche Wettbewerbe auch in anderen Hallen vorstellen. Voraussetzung ist allerdings, dass Musik und Trikots so frei wie hier in der Schleyerhalle ausgewählt werden können und nicht, wie im internationalen Sport üblich, strengen Regeln unterworfen sind. Das würde der Sache viel von ihrem Reiz nehmen.“
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FN