Gewinn für Wirtschaft und Brauchtum Datum der Nachricht: 30.01.2005 Berlin - Bayern hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der bedeutendsten Pferdeländer Deutschlands entwickelt. Wie Landwirtschaftsminister Josef Miller auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin mitteilte, haben Zucht, Sport und Haltung von Pferden im Freistaat deutlich an Bedeutung gewonnen. Während es 1970 bayernweit lediglich 35 000 Pferde gab, sind es heute wieder rund 120 000. 85 000 davon stehen in insgesamt 14 000 landwirtschaftlichen Betrieben und nutzen rund 150 000 Hektar Grünland. „Heute sichert die Pferdehaltung in Bayern rund 30 000 Arbeitsplätze sowohl in der Landwirtschaft wie auch im Gewerbe“, sagte Miller. Beachtlich ist nach den Worten des Ministers auch die Wertschöpfung, die durch Züchtung, Haltung, Versorgung und die Ausrüstung von Pferden erzielt wird: Rund 300 Millionen Euro sind dies pro Jahr. Heftige Kritik übte Miller an der Umsatzsteuererhöhung für die Pensionspferdehaltung durch die Bundesregierung. In Bayern sind davon rund 6 500 Landwirte betroffen, die mit der Einstellung der Pferde ein zusätzliches Einkommen erwirtschaften.
Die mehr als 10 000 bayerischen Pferdezüchter betreuen in den insgesamt fünf anerkannten Züchtervereinigungen mehr als 50 Pferderassen. Diese hohe Anzahl der Züchter ist für den Minister ein eindeutiges Zeichen für den Aufwärtstrend, den die bayerische Pferdezucht erfährt. Die Pferde werden von Reitern, Fahrern und Voltigierern genutzt – ob als Freizeitpartner oder als Hochleistungsathleten. Das staatliche Haupt- und Landgestüt Schwaiganger unterstützt die Pferdezucht dabei durch die Bereitstellung hochveranlagter Veredlerrassen und die Durchführung anwendungsorientierter Forschungs- und Entwicklungsvorhaben.
In Berlin beteiligt sich die bayerische Pferdezucht mit 25 Pferden der Rasse Süddeutsches Kaltblut an der 5. Bundesschau für Kaltblutpferde. Von dieser bäuerlich geprägten Rasse, die vor einigen Jahrzehnten noch in ihrem Bestand gefährdet war, gibt es heute im Freistaat rund 1 800 Stuten und etwa 80 Hengste. Sie werden vor allem in der Brauchtumspflege genutzt und sind durch die Leonhardifahrten und Georgiritte weit über die weißblauen Grenzen hinaus bekannt.
Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten
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