Racksen (fn-press). Am 9. Februar verstarb nach längerem Krankenhausaufenthalt Karl-Bernd Käsgen (Racksen), weltweit erfolgreichster Fahrer mit Behinderung. Zweimal Einzelgold, einmal Einzelsilber, einmal Einzelbronze, dazu dreimal Mannschaftsgold und einmal Mannschaftssilber bei Weltmeisterschaften sowie ein Deutscher Meistertitel – das ist die einzigartige Erfolgsbilanz von Karl-Bernd Käsgen.
Neben diesen Erfolgen auf Turnieren für Fahrer mit Behinderung war er im Regelsport bis zur Klasse S erfolgreich. Über den sportlichen Erfolg hinaus war er einer der engagiertesten unter den behinderten Einspännerfahrern und hat die Entwicklung dieses Fahrsportes entscheidend mitgetragen. Bei einem Reitunfall im Jahr 1981 trug der 50-jährige eine Querschnittlähmung davon und konnte seinen Beruf als gelernter Kunststofftechniker nicht mehr ausüben. Bereits kurze Zeit später wurde er durch Freunde an den Fahrsport herangeführt. Mehr und mehr entwickelte sich dieser zu einem wichtigen Schwerpunkt in seinem Leben, aus dem er Kraft und Erfüllung zog.
Da es zu jener Zeit noch keine Fahrturniere für Menschen mit Behinderung, gab startete Karl-Bernd Käsgen in den Folgejahren eher sporadisch bei kleineren ländlichen Turnieren. Der Startschuss für das verstärkte wettkampfmäßig betriebene Fahren fiel im Jahr 1994, als in England das erste international ausgeschriebene Fahrturnier für Menschen mit Behinderung ausgetragen wurde. Zu dieser Zeit waren in Deutschland erst zirka fünf Fahrer aktiv, die sich für die Veranstaltung zusammenschlossen und mit Mannschaftsgold sowie Einzelsilber durch Karl-Bernd Käsgen reiche Ernte einfuhren. Nicht zuletzt dadurch wurde für Karl-Bernd Käsgen deutlich, was trotz Behinderung im Sport möglich ist - der Grundstein für seine einzigartige Fahrerkarriere war gelegt. Karl-Bernd Käsgen hatte sich für die Zukunft im Fahrsport mit Behinderung noch viel vorgenommen. Verstärkt wollte er sich der Nachwuchsarbeit widmen, die ihm besonders am Herzen lag. Sein Tod hinterlässt eine große Lücke. Weit über den Fahrsport hinaus war er national wie international Vorbild für viele Menschen sowohl mit als auch ohne Behinderung.
Quelle:
FN