Grischa Ludwig gewinnt den CRI in Dortmund Datum der Nachricht: 14.03.2005 30 Reiterpaare, die Pattern 9 zu reiten hatten, und ein Scoregefüge zwischen 125,0 und 145,0 Punkten waren die statischen Elemente der FEI-Reiningprüfung CRI, der Concours Reining International. Gleichzeitig war es auch eine weitere Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft Reining FN, hier standen 25 Reiterpaare auf der Bewerbungsliste.
Favoriten gab es einige im CRI-Lauf, doch nicht alle erfüllten die Hoffnung der Zuschauer in der Halle 3b des Dortmunder Turnierareals. Sieben Jahre alt ist der Hengst namens Smart Recall, der seinen momentanen Trainingsstandort auf der schwäbischen Alb hat, in Bitz bei Grischa Ludwig. Der amtierende Deutsche Meister Reining FN wollte in dieser Prüfung ganz vorne sein und ging, auf der Startposition Nr. 22 stehend, mit entsprechender Einstellung auf den Run. Schon nach einigen Augenblicken wurden die Zuschauer mehr als aufmerksam. Die Spins, es waren wohl die besten an diesem Abend, je nach links und nach rechts, absolvierte das Paar in dynamischer Manier. Die Zirkel waren Paradebeispiele wie aus dem Lehrbuch, und der erste Stop trieb den Applauspegel in die Höhe.
Nach dem darauf folgenden Rollback wurde es etwas heikel, als der Hengst auf der Geraden im Außengalopp und im zügigen Tempo auf die kurze Seite zusteuerte, sodass Ludwig bestimmt keine Langeweile hatte, um seinen vierbeinigen Partner rechtzeitig in die korrekte Gangart zu dirigieren. Er schaffte es so eben, denn sonst hätten ihm die beiden Richter je zwei Strafpunkte „gutgeschrieben“.
Hier spielte Ludwig seine ganze reiterliche Erfahrung bis zur Grenze aus, und man merkte es ihm auch an, denn nach diesem Manöver lief alles wieder rund. Die Stops und die dazu gehörenden Elemente waren optimale Ausführungen in der Aufgabenbewältigung. Der Mut zum Risiko wurde von der Jury entsprechend belohnt: 73,0 und 72,0 Einheiten waren die Addition von 145,0 Punkten.
Mit dem Sieg hat Grischa Ludwig auch seinen ersten Startplatz für die Deutsche Meisterschaft Reining FN in der Tasche.
„Großes Herz und Kampfgeist“, um es einmal theatralisch zu nennen, bestimmten den Ritt des zweitplatzierten Paares: Jürgen Pieper und Many Golden Smarties, die an neunter Stelle in der Startreihenfolge standen. Der Hechinger Berufsreiter hätte einen höheren Score erzielt, wenn die Spins seines Hengstes etwas ausgereifter gewesen wären. Hier hapert es noch etwas, aber mit seinen sechs Jahren ist der Hengst noch in den Feinschliff zu bringen. Der restliche Teil der Prüfung war rundum eine ansprechbare Vorstellung, die das Publikum zu begeistern wusste. Besonders auffällig waren die Stops, die pure Kraft ausdrückten, oder um es einmal klassisch zu bezeichnen: mit tiefer Hankenbiegung – so würde es ein Dressurrichter als Kommentierung schreiben.
142,5 Punkte brachten das Paar in die Führungsrolle, die lange anhielt und erst vom Gewinner abgelöst wurde.
Sylvia Rzepka/Joe Wise Er, Michael Saupe/SR Malbec Chex, Steffen Breug/Mercury Starlight, Nico Hörmann/Starlets Snapper, Volker Schmitt/Smart Little Time, Grischa Ludwig/Little Nic Tari und Alexander Ripper/Shez Fritzs Jewel rangierten mit Scores zwischen 141,5 und 140,0 auf den Plätzen drei bis neun.
Der Dortmunder CRI war auch die dritte Sichtung zur FEI-Europameisterschaft Reining, die im Mai in Italien stattfindet. Wer allerdings zum Dortmunder Zeitpunkt als potente Kandidaten zur deutschen Equipe gehören könnte, steht mit einer hohen Wahrscheinlich in den sprichwörtlichen Sternen. Der nächste Sichtungstermin ist am Ostersonntag beim NRHA-Turnier in Kreuth. Anfang April wird dann nach einer letzten Sitzung des DOKR-Beirates Reining das Aufgebot benannt – wenn bis dahin die Ausschreibung des Veranstalters bekannt ist. Bis zum Dortmunder Turnier wussten weder die FN noch Beiratssprecher Paul Kratschmer etwas von den EM-Modalitäten.
Text: Raimund Hesse |