Fontainebleau/FRA (fn-press). Besser hätte die Saison 2005 für sie nicht beginnen können: Gleich ihren ersten Start in einer internationalen Prüfung, in der Weltcup-Qualifikationsprüfung CIC***-W im französischen Fontainebleau, verwandelte Bettina Hoy (Gatcombe/GBR) mit ihrem Olympiapferd Ringwood Cockatoo in einen Sieg. Die Glückwünsche kamen von allerhöchster Stelle. Olivier Le Page, Sportdirektor des französischen Reitsportverbandes, sandte Hoy eine E-Mail, in der er ihr im Namen seines gesamten Verbandes gratulierte: „Dieser bravouröse Start-Ziel-Sieg war die beste Art und Weise, um das Kapitel der vergangenen Ereignisse zu schließen und an die freundschaftlich-sportlichen Beziehungen wieder anzuknüpfen.“ „Eine tolle Geste“, findet Bettina Hoy erfreut.
Bereits zum dritten Mal ging Bettina Hoy in diesem Jahr in Fontainebleau an den Start. Beim ersten Mal wurde sie Vierte, im vergangenen Jahr landete sie hinter der Finnin Piia Pantsu auf dem zweiten Platz. „Fontainebleau ist ein toller Veranstaltungsort mit einem guten Dressurplatz und einem technisch anspruchsvollen Geländekurs mit vielen schmalen Sprüngen und Wendungen. Nachdem es im letzten Jahr einige Reklamationen gab, war der Anfang der Strecke deutlich freundlicher gestaltet. Und auch am Boden wurde einiges gemacht, zum Beispiel in den vielen Waldstücken die vielen Wurzeln entfernt“, berichtete die Siegerin. Anspruchsvoll war auch das Springen. „Das war ein echter M-Parcours, in dem auch viele Fehler gemacht wurden“, so Bettina Hoy. Sie selbst musste zwar nur einen Abwurf verzeichnen, ihr engster Verfolger allerdings, der Franzose Jean Lou Bigot mit Derby de Longueval, kam in der dreifachen Kombination aus dem Sattel und musste ausscheiden. Auch Bettinas Ehemann konnte mit drei Abwürfen seinen dritten Platz nach Dressur und Gelände nicht halten und wurde mit Master Monarch Sechster. Damit war der Weg frei für die zweifache Weltcupsiegerin Linda Algotsson (Schweden) mit Fair Dobbin (53,9) und Karin Donckers (Belgien) mit Palmyra (53,9), die sich am Ende strafpunktegleich auf den Plätzen zwei und drei hinter Bettina Hoy (47,4) einreihten. Besonders erfreut über den deutschen Sieg war übrigens auch einer der Richter, Dr. Bernd Springorum (Herdecke). Der 70-Jährige saß in Fontainebleau aus Altersgründen letztmals bei einer großen internationalen Prüfung am Richtertisch. „Uns verbindet ja auch eine Menge“, erinnert sich Bettina Hoy, die Dr. Springorum im Verlaufe ihrer Karriere sowohl als Bundestrainer als auch als Ausschuss-Vorsitzenden und internationalen Richter erlebt hat.
Für Bettina Hoy und ihren Ringwood Cockatoo war Fontaineblau der zweite Start nach den Olympischen Spielen. Als Einlaufprüfung für Frankreich hatte die 42-Jährige eine nationale Prüfung auf M-Niveau in Tweseldown genutzt. Den nächsten Einsatz hat das Paar bereits am kommenden Wochenende geplant, beim Weltcupturnier CIC***-W Burnham Market/GBR (
8. bis 10. April). Und wann sehen wir die beiden in Deutschland? „Ich möchte eigentlich in Schenefeld an den Start, falls mein Mann dort auch reitet. Andrew hat in diesem Jahr vor, sowohl in Kentucky als auch in Badminton an den ‚langen’ Vier-Sterne-Prüfungen teilzunehmen“, verrät Bettina Hoy. Sie selbst plant den Start beim ersten Vier-Sterne-Turnier in Luhmühlen: „Ich bevorzuge Prüfungen ohne Rennbahn. Und außerdem fühle ich mich einfach mehr zu Luhmühlen hingezogen.“
Quelle:
FN