| pferdewetten.de Deutsches Stuten-Derby – 147. Preis der Diana |
Comeback von Championjockey Suborics sorgt für Aufregung in der Szene Datum der Nachricht: 27.05.2005 Hamburg – Ein weiteres der wichtigsten deutschen Galopprennen wird seit 2004 auf der Hamburger Galopprennbahn ausgetragen. Das pferdewetten.de Deutsche Stuten-Derby, der Preis der Diana, ist mit Rennpreisen und Prämien von über 400.000 Euro der Höhepunkt des neu geschaffenen Zwei-Tage-Meetings am Wochenende 4./5. Juni.
Begeisterung herrscht bereits jetzt beim Hamburger Renn-Club, denn das Nennungsergebnis für das erst im Vorjahr konzipierte Diana-Meeting ist sensationell gut. Präsident Eugen Andreas Wahler: „Das ist eine enorme Freude und Erleichterung für uns.“ Zur Zeit läuft in Baden-Baden nämlich die immerhin schon 34. Austragung des berühmten „Frühjahrs-Meetings“, bei der die Teilnehmerfelder wichtiger Rennen (ganz im Gegensatz zum zweibeinigen Promi-Aufmarsch) teilweise stark zu wünschen übrig ließen. So kamen in einem der tragenden Rennen ganze vier Pferde an den Start – etwas, das beim Diana-Meeting zur Zeit ausgeschlossen erscheint, obwohl die endgültigen Starterfelder erst am Mittwoch bzw. Donnerstag nächster Woche vorliegen werden.
Beherrschendes Thema des Turfs just in diesen Tagen: Was macht Andreas Suborics? Der amtierende Championjockey und Vorjahressiegreiter sowohl im pferdewetten.de Deutschen Stuten-Derby als auch im BMW Deutschen Derby sorgte am Donnerstag für Irritation im Jockeybereich. Völlig überraschend läutete er sein Comeback ein, das zwischenzeitlich erst für den 11. Juni geplant war. Der 34jährige war Ende Januar in einem Rennen in Japan spektakulär gestürzt und hatte sich den siebten Brustwirbel gebrochen. Während die japanischen Ärzte für eine konservative Behandlung plädierten, ließ der Jockey sich unter Einschaltung seiner Arbeitgeber Georg Baron von Ullmann und Gestüt Schlenderhan kurzerhand nach Köln fliegen und operieren. Der Wirbel wurde durch ein Gebilde aus Titan ersetzt. Die anschließende Rehabilitation verlief doppelt so schnell wie von den Ärzten vorhergesehen. Suborics: „Ich habe bald zweimal pro Tag in einer Spezialklinik eisern trainiert, weil ich unbedingt bis Baden-Baden wieder fit sein wollte. Ich bin jetzt so gut in Form wie nie.“ Trotzdem wurde das zunächst für das Frühjahrs-Meeting geplante Comeback nach einem Gespräch im Besitzer-, Trainer- und Beraterkreis auf das zweite Juniwochenende verschoben.
Ohne Vorankündigung erscheint Suborics nun aber in den Starterlisten für morgen (Samstag) in Mailand. Statt für seinen eigenen Stall in Baden-Baden reitet der Champion in San Siro für den Kölner Coach Hans-Albert Blume. Suborics: „Schließlich bin ich mit Einverständnis der Ärzte im Training schon seit gut drei Wochen wieder im Sattel.“
Was das für das Diana-Meeting bedeutet, ist zur Zeit noch unklar. Steigt Suborics in den Sattel? Wenn ja, reitet er für seinen eigenen Stall oder aber für andere? Gewicht bekommen diese Fragen durch die enorme Erfolgswoge, auf der die Schlenderhan- und Ullmann-Pferde seit einiger Zeit brillieren – meistens mit Suborics` Ersatzmann (und Freund) Terence Hellier im Sattel.
Zur Bedeutung „der Diana“:
In den meisten der weltweit rund 85 galoppsportbetreibenden Länder gehören zu den zentralen Elementen des Rennsystems die „klassischen“ Rennen. Damit folgt man dem Vorbild Englands, dem Mutterland des Turfs. Der Preis der Diana - Deutsches Stuten-Derby – ist das deutsche Äquivalent der englischen „Oaks“ und hat die Rolle einer der wertvollsten deutschen Zuchtprüfungen. Grob vereinfacht gesagt: Welche Stute auch immer dieses Rennen gewinnt, ihr Wert auf dem internationalen Vollblutmarkt ist damit heutzutage auf einen Schlag in jedem Fall mindestens hoch sechsstellig.
Galopper-Verbandspräsident Jochen Borchert schrieb 2004 in seinem Grußwort zum Diana-Meeting:
„Schon das 1869 gegründete Deutsche Derby ist ein sportliches Kulturgut, das in Deutschland seinesgleichen sucht. Noch älter ist der Preis der Diana: Als er erstmals entschieden wurde, lebte Abraham Lincoln noch. In Paris wurde gerade die Kirche Sacré-Coeur eingeweiht und vom elektrischen Licht war noch lange nicht die Rede. Man schrieb das Jahr 1857, als „die Diana“ in Berlin-Tempelhof erstmals ausgetragen wurde. Seither wurde sie fast lückenlos in jedem Jahr gelaufen, sogar während der Revolutionsjahre und der Kriege. Die Tatsache, daß die Jahre 1945 und 1946 die einzigen ohne einen Preis der Diana blieben, muß jeden in größtes Erstaunen versetzen. Nüchtern ausgedrückt, dokumentiert diese Tatsache den hohen Stellenwert, der diesem Rennen stets beigemessen wurde. Es ist hocherfreulich, daß der Hamburger Renn-Club, auch mit Hilfe seiner Partner aus Industrie und Wirtschaft, dafür gesorgt hat, daß dieses traditionsreiche Rennen auch im Jahre 148 nach seiner Gründung in angemessenem Rahmen ausgetragen werden kann.“
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