Ohne Frage, es war ein dramatischer Endkampf. Die pferdewetten.de-Trophy wurde am Ende lediglich mit dem Vorteil einer Nase zugunsten von Georg Baron von Ullmanns Eagle Rise entschieden. Terry Hellier auf dem Rücken des von Andreas Schütz trainierten Hengstes wusste alle Angriffe des stark auftretenden französischen Gastes Tiganello ebenso knapp wie erfolgreich abzuwehren. Auf Tiganello war immerhin ein Jockey wie Olivier Peslier im Sattel. Und der zählt zu den absoluten Top-Leuten auf Frankreichs Bahnen.
Den Zweikampf der beiden Hengste mit „Dramatik pur“ zu apostrophieren, wäre sicherlich nicht übertrieben.
Andererseits jedoch, was sich dahinter abspielte, war gleichermaßen dramatisch wie tragisch. Denn der große Favorit Santiago hatte sich rettungslos festgefahren. Andreas Boschert, bereits sein Reiter bei allen vorausgegangenen Starts, war in diesem Moment zweifelsohne wenig mit Fortuna im Bunde. Beim fünften Start von Santiago zeichnete sich die erste Niederlage früh ab, und kurz darauf war sie schon bittere Realität geworden. Nicht zuletzt auch für Santiagos Trainer Uwe Ostmann. Sein Mienenspiel beim Absatteln sagte alles. Worte waren nicht mehr vonnöten.
Das im Vorfeld so gut wie sicher für Santiago verbuchte Rennen der Gruppe II über 1600 Meter war keineswegs an den so glanzvollen klassischen Sieger des diesjährigen Mehl-Mülhens-Rennens gegangen. Von den 105.000 EUR Gesamtdotierung erhält das Gestüt Hof Vesterberg, Santiagos Eigner, gerade mal 11.000 EUR , während an Georg Baron von Ullmann 63.000 EUR fließen und an die französischen Gebrüder Wertheimer für den zweiten Platz von Tiganello 22.000 EUR erwiesen werden.
Die pferdewetten.de-Trophy zählt normalerweise nicht zum Kölner Saisonprogramm. Die frühere Berlin Brandenburg Trophy hat ihre Heimat selbstverständlich in Hoppegarten bei Berlin. Aber hier gibt es Probleme zuhauf, finanzieller Art wie auch auf der politischen Ebene, sodass die Prüfung kurzerhand nach Köln gelangte.
Natürlich stand obendrein Andreas Boschert die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. Dabei hatte er eigentlich einen richtig großen Tag. Drei Rennen waren bereits auf sein Konto gegangen, bevor er sich auf Santiago schwang. Und auch das letzte der 9 Prüfungen im „Rahmen der Rennordnung“ fiel noch an ihn.
Was folgte, unterlag nicht mehr den Regeln der Rennordnung. Aber es war wie stets der „heimliche Höhepunkt“ des Tages, nämlich das Rennen mit Prominenten auf Island-Ponys zugunsten von Kölner Kindern. Denn schließlich handelte es sich turnusgemäß am 10. Juli um den 4. Benefiz-Rennen zugunsten des Kinderschutzbundes Köln. Das ist immer wieder ein Renntag der besonderen Art, wobei die Erträge an den Kinderschutzbund Köln gehen. Sie helfen mit dessen so wichtige Arbeit abzusichern und zu unterstützen. Kurzum: Die Pferde rennen für einen guten Zweck.
Schirmherr war wieder Kölns Oberbürgermeister Fritz Schramma. Seine guten Ratschläge ans Starterfeld wurden am besten von Ruth Moschner umgesetzt, die sich auf dem Schimmel Hetja von dem von Diana Eichhorn geritten Wallach Neisti nicht mehr beeindrucken ließ. Damit gab es – was die Ponys angeht – einen deckungsgleichen Einlauf zum Vorjahr. So einfach kann Wetten manchmal sein. Erst auf Platz drei endete der Wallach Spaekur unter Jockey-Champion Andreas Suborics. Kaum, dass er mit Spraetor im Ziel war, erwartete ihn schon die nächste schwere Prüfung: Das war der Flachs der Kollegen.
Quelle:
www.koeln-galopp.de