Der neue Derby-Sieger im Rheinland-Pokal der Sparkasse KölnBonn am Start Datum der Nachricht: 12.08.2005 Natürlich hat man in Köln darauf gehofft, dass Nicaron am 14. August hier startet. Nicaron ist der jüngste Sieger im Deutschen Derby, das am 3. Juli in Hamburg-Horn entschieden wurde. Wie jedes Jahr war es der erste Sonntag im Juli. Die Hoffnung der domstädtischen Galopprennsportfreunde ist nun in Erfüllung gegangen. Nicaron zählt tatsächlich zum Feld der 8 Starter im Rheinland-Pokal der Sparkasse KölnBonn.
Selbstverständlich handelt es sich um eine Prüfung der Gruppe I, welche mit insgesamt 155.000 EUR dotiert ist. Wovon allein dem Sieger 95.000 EUR winken.
Gruppe I, das ist die europäische Elite-Klasse. Um 16.10 Uhr wird der Starter das Feld auf die 2400 Meter lange Reise schicken, und auch das Fernsehen lässt sich den ersten Auftritt von Nicaron nicht entgehen. Ab 15.55 Uhr bis 16.25 Uhr sendet das WDR Fernsehen live aus dem Weidenpescher Park.
Auf der Rennbahn im Kölner Norden ist alles gerichtet für ein Hochfest des Turfs. 10 Rennen stehen auf der Karte. Klare Sache, dass das Top-Rennen des Tages alles andere überragt. Weil einerseits der jüngste Derby-Sieger antritt. Und weil zweitens seine Gegner allesamt über derart viel Klasse verfügen, dass ein echter Härtetest für Nicaron garantiert ist.
Der Hengst aus dem süddeutschen Stall Nizza von Ursula und Jürgen Imm ist freilich bestens gerüstet. Sein Trainer Horst Steinmetz, der seine Pferde auf der Rennbahn in Neuss vorbereitet, ist mit seinen 72 Jahren der Nestor des dortigen Trainerkollegiums. Und logischerweise ein alter Fuchs im Geschäft. Schon seit längerem arbeitet er in loser Form mit dem französischen Spitzenjockey Davy Bonilla zusammen. Und immer dann, wenn Steinmetz-Pferde in großen Prüfungen laufen, greift er gerne zum Hörer, um in Paris bei Bonilla anzurufen. Der natürlich ebenso gerne herüber kommt nach Deutschland. Denn dank der Pferde aus dem Neusser Stall konnte er in den letzten Wochen und Monaten auf deutschen Bahnen so manchen Erfolg feiern. Die Krönung der bisherigen Kooperation war natürlich der Erfolg im Deutschen Derby.
Zum sogenannten „Blauen Band“ soll nun der Rheinland-Pokal der Sparkasse KölnBonn hinzukommen. Ein überaus renommierter Renntitel, der allerdings in Köln noch nicht allzu lange beheimatet ist, dennoch aber über eine enorme Tradition verfügt. Man schrieb das Jahr 1957, als die Prüfung als Aral-Pokal aus der Taufe gehoben wurde. Das war damals in Gelsenkirchen-Horst, einer Rennbahn mitten im Herzen des Ruhrgebiets. Sie gibt es ebenso wenig mehr wie den Aral-Pokal. Dessen weitere Kapitel werden jetzt jedoch als Rheinland-Pokal der Sparkasse KölnBonn weitergeschrieben.
Von nur wenigen Ausnahmen abgesehen, präsentierte sich ein ums andere Jahr in mehr als 5 Jahrzehnten in diesem Rennen der neue Derby-Sieger nach seinem Hamburger Triumph erstmals wieder dem Publikum, um dabei gleichzeitig die Herausforderung der älteren Jahrgänge anzunehmen. Egal, ob nun am Horster Schloss oder im Weidenpescher Park. Vor zwei Jahren noch war es Dai Jin, der mit einem eindrucksvollen Sieg unterstrich, dass in Hamburg tatsächlich der Beste des Jahrgangs gewonnen hatte.
Diese Chance bietet sich nun Nicaron. Denn die Gegner am Sonntag sind echte Gradmesser. Insbesondere, was die älteren Jahrgänge angeht. Hiervon ist es vor allem der von Mark Johnston in England trainierte Bandari. Der sechsjährige Hengst kommt mit einem frischen Sieg in den Hardwicke Stakes an den Rhein. Die Hardwicke Stakes sind ein bedeutsames Rennen, das zum Programm von Royal Ascot zählt, also der alljährlichen königlichen Rennwoche in Ascot. Kurzum: Jene Renntage, die alle Welt kennt aufgrund der Anwesenheit der Queen, wegen der Damen mit den großen Hüten und der Herren in Cut und Zylinder. Allerdings fand Royal Ascot in diesem Jahr in York statt. In Ascot wird nämlich gewaltig umgebaut. Erst im nächsten Jahr fährt der Sechsspänner der Queen wieder vor vertrauter, wenn auch stark veränderter Kulisse vor.
Richard Hills, ein britischer Spitzenmann im Sattel und Stalljockey des Vollblutimperiums von Scheich Hamdan Al Maktoum, reitet Bandari. Der vierbeinige Gast von der Insel dürfte der schwerste Brocken sein, den Nicaron auf dem Weg zum Sieg wegräumen muss. Freilich sind die anderen auch nicht von Pappe. Wie etwa Darsalam (Jockey Terry Hellier) aus Tschechien. Ihn kennt man hierzulande bestens, ist er doch Gewinner des Dortmunder St. Legers und war im Vorjahr obendrein Dritter im Preis von Europa.
Soweit die ausländischen Gäste. Von den älteren Jahrgängen aus Deutschland hat der Schimmel Simonas (Eduardo Pedroza) die besten Referenzen. Ein Sieg im Idee Hansa-Preis, Platz zwei im Gerling-Preis und ein dritter Rang im Düsseldorfer Deutschland-Preis lautet seine diesjährige Bilanz. Auch er ist sechsjährig. Ebenso zählt Expensive Dream (Alexander Pietsch) schon 6 Lenze. Der Hengst ist ein bis dato 7-facher Sieger, der aus kleinsten Anfängen bis in die heutige Königsklasse aufstieg. Der fünfjährige Senex (Andrasch Starke) gewann im letzten Jahr insbesondere den Gran Premio di Milano. Senex gilt als erklärter Spezialist für gutes bis festes Geläuf. Der ein Jahr jüngere Malinas (William Mongil) gehört zum Doppelaufgebot von Trainer Peter Schiergen. Malinas gewann im Vorjahr insbesondere das Oppenheim-Union-Rennen und war Zweiter im Derby. Aktuell kann Malinas nicht viel vorweisen, aber er lief in dieser Saison auch erst einmal.
Last not least wäre da noch Königstiger (Andreas Suborics), das zweite Pferd aus dem Schiergen-Aufgebot. Wie Nicaron ein Dreijähriger. Und mit Nicaron hat Königstiger noch eine frührere Rechnung offen, und zwar aus dem Derby, welches Königstiger lediglich als Vierter beendete. Eine erfolgreiche Revanche scheint indes alles andere als ein utopisches Unterfangen. Denn bei Königstigers Erfolg im Oppenheim-Union-Rennen endete der spätere Derby-Sieger lediglich „unter ferner liefen“. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass alle vierjährigen und älterer Kandidaten 60 Kilo tragen, während die dreijährigen unter 54,5 kg ins Rennen gehen.
Der kommende Renntag hatte im vergangenen Jahr zum ersten Mal im Zeichen der domstädtischen Sparkasse gestanden. Zwischenzeitlich ist einiges passiert, die städtischen Kreditinstitute von Köln und Bonn haben miteinander fusioniert, ja sogar die Farben gewechselt. Zog sich 2004 noch ein „stadtsparkassenblauer“ Faden durchs gesamte Programm, so ist es nunmehr ein neuer weiß-roter, denn das sind die neuen Hausfarben nach der Eheschließung. Will sagen: Mit der Sparkasse KölnBonn eng verbundene Institutionen haben auch diesmal wieder Patenschaften über Prüfungen im Rahmenprogramm übernommen.
Herausragend ist und besonders erwähnt werden muss aber noch die Silberne Peitsche der Sparkasse KölnBonn (17.15 Uhr), ein Listenrennen mit einer Vielzahl sehr guter Sprinter, die sich über 1200 Meter misst.
Es war im Übrigen vor 12 Monaten nicht nur ein Renntag der Stadtsparkasse. Der Tag auf der Rennbahn wurde vielmehr auch ein großes Fest für Kunden, Geschäftspartner und Angestellte. Dass die auch in diesem Jahr allesamt kräftig wetten, darauf hofft der Renn-Verein. Seit einiger Zeit hat er für nicht so erfolgreiche Tipper ein Trostpflaster parat: die Wettnieten-Verlosung. Moderator Klaus Göntzsche wird auch am Sonntag dreimal einen Wett-Experten aus dem Publikum ziehen lassen. Sollte sich sein Tipp als richtig erweisen, gibt es 500 EUR auf die Hand. Bei Scheitern der Aktion hat der zweite Wett-Experte bereits die Chance auf 1.000 EUR. Am letzten Kölner Renntag verließ übrigens ein erfolgreicher Wett-Experte um 4.000 EUR reicher die Rennbahn. So prall gefüllt war der Jackpot, nachdem seine Vorgänger ein ums andere Mal daneben gelegen hatten.
Die Kleinen unter den Rennbahnbesuchern interessiert das alles nur wenig bis überhaupt nicht. Für sie zählen viel mehr die Ponys, die wieder einladen, einmal selbst zu reiten – und es dann immer öfter zu versuchen, wenn einmal die erste Scheu überwunden ist. Oder auch die Hüpfburg, die in Köln nahezu dazu gehört wie Startmaschine und Zielpfosten. Und das nicht nur am Renntag der Sparkasse KölnBonn.
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