FN empfiehlt Sicherheitscheck für Reithallen Datum der Nachricht: 11.02.2006 Warendorf (fn-press). Umgeknickte Strommasten im Münsterland, die eingestürzte Eissporthalle in Bad Reichenhall und die Katastrophe von Kattowitz haben in den vergangenen Wochen gezeigt, dass die Natur auch in klimatisch eher gemäßigten Regionen wetterbedingte Risiken bereit hält. Vom Schneechaos betroffen waren auch zwei Reithallen in Deggendorf und Siegsdorf bei Traunstein in Bayern, die Ende Januar unter den Schneelasten einstürzten.
Glücklicherweise kamen jedoch weder Menschen noch Pferde zu Schaden. Die Ereignisse zeigen allerdings, dass die Themen Wettereinwirkung und Bausicherheit auch bei Reitanlagen von großer Bedeutung sein können. Gerlinde Hoffmann, Leiterin der Abteilung Umwelt und Pferdehaltung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), empfiehlt daher allen Reithallenbetreibern und Eigentümern, ihre Gebäude gerade bei problematischen Wettersituationen im Auge zu behalten. „Reithallen sind Gebäude mit großer Spannweite und im Regelfall geringer Dachwinkelung. Bei extremen Schneefällen sammeln sich schnell ganz erhebliche Gewichte auf solchen Dachkonstruktionen an“, so Hoffmann. Die Expertin rät ferner zur regelmäßigen Kontrolle von wichtigen Elementen der Hallenkonstruktion: „In erster Linie sind hier tragende Elemente und deren Verbindungsstücke zu beobachten. Ebenfalls empfiehlt sich, ein regelmäßiger Blick hinter die Bande, um den Zustand im Übergangsbereich zwischen Trägern und Trägerfundamenten zu kontrollieren.“ Anlagenbetreiber, die sich über die Bausicherheit ihrer Anlage vergewissern wollen, können dies mit Hilfe von Sachverständigen tun. Einschlägige Adressen gibt es bei den regionalen Handwerkskammern, Ingenieurkammern Bau, Architektenkammern oder Gebäudeversicherern. Durch Schneechaos verursachte Schäden können teuer werden. Gerlinde Hoffmann warnt: „Viele Gebäudeversicherungen beinhalten keinen automatischen Schutz gegen Elementarschäden. Im Regelfall sollte hierfür eine zusätzliche Versicherung abgeschlossen werden!“
Quelle: FN |