Laut Werbung geht es bei Rodeos um die rauhe und harte Prüfung menschlicher Fähigkeiten und um die Frage nach Mut, dem Sieg über die Angst und über die ungezähmten, wilden Tiere des Wilden Westens. In Wirklichkeit jedoch sind Rodeos nicht mehr als manipulierte Darstellungen der menschlichen Dominanz über Tiere hinter einer mageren Verkleidung als Unterhaltung. Was im späten 19. Jahrhundert als Geschicklichkeits-Wettbewerb unter den Cowboys begann, ist heute zu einer Show geworden, die von Profitsucht regiert wird. Alleine im Jahr 1981 brachten Rodeos den Teilnehmern und Veranstalter- Städten mehr als $ 13 Millionen ein. (1)
Die Stunts
Zu den Standard-Vorführungen bei Rodeos in den USA gehören das Einfangen von Kälbern mit dem Lasso, das Ringen mit Ochsen, das Reiten auf Pferd und Bulle ohne Sattel, das Zureiten eines Wildpferdes mit Sattel, das Einfangen von Ochsen mit Lasso und das Melken wilder Kühe. Die für Rodeos benutzten Tiere sind nicht etwa frisch von der Prärie, sondern Darsteller aus dem Gefängnis, relativ zahm, aber aus verständlichen Gründen dem Menschen gegenüber sehr argwöhnisch aufgrund der wenig sanften Behandlung, die ihnen von diesem zuteil wurde. Die Tiere sind nicht von Natur aus aggressiv, sondern man bringt sie durch physische Provokation dazu, "wilde" Verhaltensweisen an den Tag zu legen, damit die Cowboys an ihrer Seite "mutig" erscheinen.
Die Werkzeuge der Tierquäler
Elektroschock-Stäbe, Stäbe mit scharfen Spitzen, ätzende Salben und anderes Folterwerkzeug wird bei Rodeos verwendet, um die Tiere zu reizen und in Wut zu bringen. Die Riemen, die den Pferden oder Bullen um die Flanken gezurrt werden, werden ihnen extrem eng um den Teil des Unterleibes gegurtet, der nicht mehr durch Rippen geschützt ist. Ganz fest angezogen im Bereich lebenswichtiger innerer Organe, drückt der Gurt auf die Leistengegend und die Genitalien. Nur wegen dieser Schmerzen bockt das Tier, was ja aus Sicht der Rodeo-Veranstalter wünschenswert ist, damit die Masse der Zuschauer bei einer "guten Show" ihren Spaß hat.
Den Mythos abwerfen
Bei einer Studie, die von der Humane Society, der nationalen Tierschutzvereinigung der USA durchgeführt wurde, wurden zwei Pferden, die für ihre Gutmütigkeit bekannt waren, Flankenriemen umgebunden. Beide bockten, bis
die Riemen entfernt wurden. Danach ließ man mehrere Rodeo-Pferde aus ihren Gehegen ohne die üblichen Riemen, und sie bockten nicht, was beweist, daß nicht die Tiere sondern die Rodeo- Cowboys und -Veranstalter die eigentlich Aggressiven bei Rodeos sind.
Das Ende des Pfades
Dr. C.G. Haber, ein Tierarzt, der 30 Jahre seines Lebens als Bundesfleischbeschauer in den USA zubrachte, war in Schlachthäusern tätig und sah viele ausrangierte Rodeo-Tiere, die zum Schlachten verkauft worden waren. Er beschrieb die Tiere als "so extrem mit Quetschungen und blauen Flecken versehen, daß diese Tiere nur noch am Kopf, Nacken, an Beinen und Bauch Haut auf dem Fleisch besaßen. Ich habe Tiere gesehen, die sechs bis acht Rippen vom Rückgrat gebrochen hatten, die ihnen teilweise sogar die Lunge durchstoßen hatten. Ich habe gesehen, wie sich sieben bis 11 Liter Blut unter der abgelösten Haut gesammelt hatten." Diese Verletzungen kommen zustande, wenn Kälber beim Lassofangen zu Boden geworfen werden oder ein Cowboy von einem Pferd herab auf einen Ochsen springt.(2)
Rodeoveranstalter argumentieren, sie müßten ihre Tiere doch gut behandeln, damit sie gesund blieben und weiter verwendet werden könnten. Aber leider herrscht keine Nachschubknappheit, was Rodeotiere angeht, und ausgemergelte und irreparabel verletzte Tiere können jederzeit durch neue ersetzt werden. Wie Dr. Haber dokumentiert, ist der Auftritt für Rodeo-Shows nur ein schmerzhafter Umweg auf dem Weg zum Schlachthaus.
Wahl und Chance
Während die Rodeo-Cowboys freiwillig Verletzungen als Folge der Teilnahme an Rodeos riskieren, haben die dort verwendeten Tiere keinerlei Wahl. 1986 bei der Calgary Stampede in Alberta/Canada, einem der größten Rodeos in Nordamerika, wurden acht Pferde getötet oder tödlich verletzt, als es bei einem Wagenrennen zu einem Zusammenstoß kam. Da es bei vielen Rodeoereignissen um den Faktor Zeit geht, ist das Unfallrisiko hoch.
Kälber, die mit einer Geschwindigkeit von bis zu 40 km/h im Laufen mit dem Lasso am Hals gefangen werden, bekommen diesen so nach hinten gerissen, daß es oft zu Nacken- und Rückenverletzungen, zu Quetschungen, gebrochenen Knochen und inneren Blutungen kommt. Kälber werden nur ein einziges Mal im Rodeo benutzt, dann kommen sie zurück auf die Ranch oder werden aufgrund ihrer Verletzungen geschlachtet. (3)
Die Reglementierungen der Rodeo- Vereinigung sind nicht effektiv, wenn es um die Vermeidung von Verletzungen geht, außerdem werden sie nicht konsequent umgesetzt. Und auch die Strafen für Mißbrauch sind nicht besonders hoch angesetzt. Wird z.B. ein Kalb während eines Rodeowettbewerbs verletzt, dann besteht die einzig Konsequenz für den Cowboy darin, daß derselbe Lassofänger an diesem Tag und bei diesem Rodeo nicht noch ein weiteres Kalb mit dem Lasso fangen darf. Schleift der Lassofänger das Kalb hinterher, wird er oder sie disqualifiziert. Es gibt jedoch keine Regeln, die die Tiere während der Veranstaltung schützen, und es gibt keine objektiven Beobachter oder Untersuchungen, die verlangt würden, um festzustellen, ob ein Tier bei einer Vorführung verletzt wurde. (4)
Den Sporen einen Fußtritt geben
- Besuchen Sie keine Rodeos und andere Unterhaltungsformen mit Tieren.
-
Wenn ein Rodeo in Ihre Stadt kommt, protestieren Sie beim Veranstalter.
-
Verteilen Sie Flugblätter (diese können bei PETA angefordert werden) und
-
schreiben Sie Leserbriefe an die örtliche Presse
(1) Professional Rodeo Cowboys Association, "Rodeo Growth Fact Sheet 1976-1982," 1982.
(2) Humane Society of the United States, Interview with c. G. Haber, D.V.M. (Rossburg, Ohio), 1979.
(3) "Rodeo Critics Call It 'Legallized Cruelty'," San Francisco Chronicle, June 25, 1981.
(4) International Professional Rodeo Asscociation, "The Care and Protection of Rodeo Livestock."
Quelle: PETA