
Bild: Telgte (8. März 2006). Die 16-jährige Carina Sell aus Havixbeck ist ein großer Pferdefan – nichts Ungewöhnliches für ein Mädchen in ihrem Alter. Ungewöhnlich ist, dass Carina das Reiten trotz ihrer angeborenen Behinderung Trisomie 21, dem so genannten Down-Syndrom, zu ihren größten Leidenschaften zählt.
Seit ihre Mutter das Mädchen mit vier Jahren für die Hippotherapie anmeldete, ist es auf dem Rücken der Pferde unterwegs. „Carina wurde mit einem schweren Herzfehler geboren, der in vielen Operationen behoben werden musste“, erzählt ihre Mutter, „sie war ein sehr ängstliches Kind und wurde - ausgelöst durch ihre Unsicherheit - manchmal aggressiv.“ Im Kontakt mit den Pferden findet Carina sowohl ihr äußeres als auch ihr inneres Gleichgewicht wieder. Sie übt in der Reittherapie mit ihrer Therapeutin Anke Landskron (Altenberge), die Balance im Sattel zu halten, ihren Körper zu koordinieren und sich zu konzentrieren.
Zu den großen Vierbeinern, die manchem Erwachsenen Respekt und Angst einflössen, hat Carina längst Vertrauen gefasst. Auf ihrem Lieblingspferd Jati nimmt das Mädchen eigenständig am Reitunterricht teil, in einer Gruppe aus behinderten und nicht-behinderten Jugendlichen. Ihre Mutter freut sich über die Erfolge des therapeutischen Reitens, ihr fällt auf, dass Carina immer sehr entspannt und zufrieden aus dem Reitstall zurückkommt. Besonders begeistert ist das Mädchen von ihren Touren ins Grüne – natürlich hoch zu Ross. Auf dem Integrativen Reitweg zwischen Altenberge, Nordwalde und Greven erlebt sie die Natur vom Pferderücken aus. Während ihrer ersten Reiterferien im letzten Jahr hatte Carina immer wieder die Gelegenheit auszureiten. Der nächste Reiturlaub für sie ist schon gebucht.
Damit auch Menschen mit Handicap wie Carina das besondere Gefühl zwischen Reiter und Pferd erleben können, sind Angebote wie beispielsweise der bisher in Deutschland einzigartige Integrative Reitweg des Vereins Wegbereiter e.V. notwendig. Auf seine Initiative hin veranstaltet das Koordinierungsbüro PFERDEREGION MÜNSTERLAND (Telgte) jetzt den
2. Altenberger Reittherapietag mit den Themen „Integrative Reiterreisen und „Neue Wege in der Reittherapie“. Unterstützt vom
Deutschen Kuratorium für Therapeutisches Reiten e.V. (DKThR Warendorf) findet die Tagung am
Samstag, 25. März 2006, in der Reitstation Dillmanns Speichercafé, Kirchbauerschaft 18, 48356 Nordwalde, statt.
Peter Neumann, ausgewiesener Fachmann im barrierefreien Tourismus, Stadt- und Regionalentwicklung, sowie Bernd Stelljes, Landesbeauftragter NRW des Deutschen Kuratoriums für Therapeutisches Reiten, werden als Gastdozenten die Veranstaltung mit Vorträgen am Vormittag eröffnen. Die Teilnehmer lernen den „Integrativen Reitweg“, ein bisher einzigartiges Angebot für Pferdefreunde mit und ohne Handicap in Altenberge, Greven und Nordwalde, sowie die besonderen Merkmale der Reitstationen entlang der Strecke kennen. Am Nachmittag werden die Inhalte des Vormittags in zwei Workshops vertieft.
Die Veranstaltung richtet sich an Reittherapeuten und Pferdebetriebsleiter, die sich mit dem Thema „Reiten für alle!“ beschäftigen, sowie an alle anderen Interessierten. Der Kostenbeitrag (inkl. Mittagsimbiss und Tagungsgetränke) beläuft sich auf 35,00 Euro pro Teilnehmer/in und kann am Tag der Veranstaltung entrichtet werden.
Anmeldungen nimmt bis zum
20. März 2006 das Koordinierungsbüro PFERDEREGION MÜNSTERLAND, Torhaus, Grevener Str. 10, 48291 Telgte-Westbevern, entgegen. Tel. (0 25 04) 9 85 45 62, E-Mail: seminar@equimedium.de.
Weitere Informationen:
Pferderegion Münsterland