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 2. Altenberger Reittherapie-Tag am 25. März 2006
Urlaub für Alle: Großes Potenzial im barrierefreien Reit- und Pferdetourismus
Datum der Nachricht: 29.03.2006
Telgte (28. März 2006). „Menschen mit Behinderungen sind eine reise- und kaufkräftige Zielgruppe“: Dr. Peter Neumann, Leiter eines Fachbüros für Stadtplanung und -entwicklung in Münster, eröffnete den Teilnehmern des 2. Altenberger Reittherapie-Tags neue Perspektiven im barrierefreien Reit- und Pferdetourismus. „Nutzen Sie das enorme wirtschaftliche Potenzial, das im Thema ‚Urlaub für Alle’ steckt!“, ermunterte der Diplom-Geograph die anwesenden Therapeuten und Pferdebetriebsleiter zu neuen Wegen in der Betriebsausrichtung.

Integrativer Reitweg vorgestellt vor Therapeuten und Touristikern

Zum zweiten Mal richtete das Koordinierungsbüro der PFERDEREGION MÜNSTERLAND auf Initiative des Wegbereiter e.V. (Altenberge) eine Tagung zum Thema Reittherapie und Urlaubsangebote für Reiter mit und ohne Handicap aus. 15 Teilnehmer aus ganz Westfalen kamen in der Reitstation Dillmanns Speichercafé in Nordwalde zusammen, um sich über eine integrative Angebotsgestaltung und innovative Wege im Reittherapeutischen Reiten zu informieren. Stephan Kube, Leiter im Koordinierungsbüro PFERDEREGION MÜNSTERLAND, Andreas Trappe (Altenberge), 1. Vorsitzender des Wegbereiter e.V., Sigrid Schulze Lefert, stellvertretende Bürgermeisterin der Gemeinde Altenberge, und Jürgen Frohne, ihrem Amtskollegen in der Gemeinde Nordwalde, begrüßten die Teilnehmer. Udo Schneiders stellte für den Kreis Steinfurt den Integrativen Reitweg vor, der auf die Bedürfnisse von Reitern mit Handicap eingerichtet sei und einen vorbildlichen Grundstein für das neue regionaltouristische Angebotssegment „Reiten für Alle!“ in der PFERDEREGION MÜNSTERLAND bilde. In einem Workshop berichtete Anke Landskron (Altenberge), Reittherapie Landskron, gemeinsam mit Gudula Brüggemann (Lüdinghausen) von ersten Angeboten entlang des Weges und auf den vier Reitstationen (z.B. Schulfahrten und Wanderritte für behinderte und nichtbehinderte Reiter), die bereits auf großes Interesse auf Seiten der Gäste stießen.

Barrierefreier Tourismus als Zukunftsmarkt

Höhepunkte der Veranstaltung waren die Vorträge der renommierten Gast-Referenten Bernd Stelljes (Bad Oeynhausen), Regionalbeauftragter für Westfalen-Lippe im Deutschen Kuratorium für Therapeutisches Reiten e.V., und Peter Neumann (Münster), NeumannConsult, zu den Themen „Innovative Wege im Therapeutischen Reiten“ und „Barrierefreier Tourismus als Zukunftsmarkt“.

Rollstühle am Café allein reichen nicht

„Deutlich öfter reisen behinderte und hilfsbedürftige Menschen in Begleitung und suchen deutsche Reiseziele auf“, erläuterte Neumann, „sie tätigen höhere Ausgaben, nutzen häufig die Nebensaison. Dieser Markt wächst nicht zuletzt durch die Alterung unserer Gesellschaft kontinuierlich und wesentlich stärker als andere“. In seinen Ausführungen machte er aber auch darauf aufmerksam, dass zur Barrierefreiheit weit mehr gehört als nur Rollstühle und behindertengerechte Sanitäranlagen für mobilitätsbehinderte Personen bereitzustellen. Seh- oder Hörbehinderte, Personen, die an motorischen oder geistigen Entwicklungsstörungen leiden, Senioren, Schwangere und andere Gruppen stehen beim Thema Urlaub oft vor großen Herausforderungen. Sind zielgruppengerechte Angebote da und stimmt der Service, werden oft keine Kosten und Mühen gescheut, diese wahrzunehmen.

Fachlich fundierte Ausbildung als Basis

Bernd Stelljes vertiefte seine Fragestellungen zu erfolgversprechenden Konzepten im Therapeutischen Reiten in seinem Workshop. Reit- und Hippotherapeuten, Pädagogen und Trainer im Behindertensport könnten vor allem dann profitieren, wenn sie ihre individuellen Stärken als Therapeut, Ausbilder und Partner analysieren, sich Innovationen nicht verschließen und insgesamt ein persönlich abgestimmtes Angebot bieten können. Grundvoraussetzung in allen Bereichen des Therapeutischen Reitens sei immer die professionelle fachliche Ausbildung, die über den physiotherapeutischen, ergonomischen oder pädagogischen Bereich hinausgehe. Eine fundierte reit- und pferdesportliche Ausbildung (z.B. Ablegung einer Trainerprüfung) sei darüber hinaus nicht nur für die therapeutischen Erfolge sowie die fachgerechte Ausbildung von Pferden von Bedeutung, sondern aus versicherungsrechtlicher Sicht unabdingbar.

Weitere Informationen:
www.pferderegion-muensterland.de
www.wegbereiter.org
 
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