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 Sinnvolle und heilende Ergänzung zur Schulmedizin
Akupunktur hilft, auch bei Tieren
Datum der Nachricht: 16.06.2010
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Neben der Homöopathie ist die Akupunktur die wohl bekannteste ganzheitliche Behandlungsmethode. Doch noch immer glauben viele, Akupunktur sei nur etwas für Menschen. Tatsache ist, dass die Akupunktur an Tieren, speziell an Pferden, im alten China bereits vor ca. 3000 Jahren zur Gesunderhaltung, Leistungssteigerung und Heilung regelmässig angewendet wurde. Bei der Akupunktur von Hunden und Katzen handelt es sich in der Tat um eine etwas neuere Therapieform, wenngleich sie dadurch nicht weniger wirksam ist.

Bild:
Hier fahre ich den Blasenmeridian mit einem Untersuchungsstift (Penzel-Stift) ab. Bei diesem Bild sieht man schon ansatzweise, wie das Pferd den Rücken zusammenzieht.


Doch wie funktioniert Akupunktur eigentlich?
Zunächst mache ich mir ein möglichst umfangreiches Bild von dem Tier. Dazu gehört für mich die genaue Befragung des Tierhalters genauso, wie die umfangreiche Untersuchung des Patienten. Denn die Informationen des Tierbesitzers, wie z.B. über Verhaltensänderungen oder die Vorgeschichte des Tieres, sind ein wichtiger Teil bei der Erstellung einer Diagnose nach den Kriterien der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Die Untersuchung unterscheidet sich durchaus von den Untersuchungsmethoden der Tierärzte. (Ich möchte mich allerdings nicht als Konkurrenz zu den Tierärzten sehen, sondern eine sinnvolle Ergänzung oder auch Alternative anbieten.) Einem Tierarzt geht es in der Regel um Befunde, mir jedoch geht es um das Befinden des Tieres. So spielt es für mich durchaus eine Rolle, ob ein Pferd zu Verspannungen neigt, wie die Qualität des Felles und der Hufe ist, ob ein Pferd bestimmte „Macken“ hat, die eventuell mit einer Erkrankung im Zusammenhang stehen können. Auch ob Erkrankungen oder Symptome besonders zu bestimmten Jahreszeiten oder Tageszeiten auftreten ist hierbei wichtig.


Dazu muss man wissen, wie nach der chinesischen Auffassung eine Krankheit entsteht. Alle Teile des Körpers, wie Haut, Organe, Hufe, Muskeln usw. werden bestimmten Funktionskreisen zugeordnet. Diese sind sehr komplex. Den einzelnen Funktionskreisen wiederum sind Emotionen, Jahreszeiten, klimatische Bedingungen uvm. zugeordnet. Treten also Symptome verstärkt zu bestimmten Jahreszeiten auf, oder zeigen sich bestimmte Verhaltensweisen, so gibt mir das schon einen Hinweis darauf, in welchem Funktionskreis das Tier Probleme hat. Solange die Körperenergien wie Yin und Yang im Gleichgewicht sind, spricht man von Gesundheit. Durch verschiedene Faktoren kann das empfindliche Gleichgewicht jedoch gestört werden. Kann der Körper dies nicht mehr alleine ausgleichen, erkrankt man.

Bild:
Bei diesem Bild sieht man schon ganz deutlich, wie das Pferd den Rücken nach unten wegdrückt.


Mittels Akupunktur soll dieses energetische Gleichgewicht wieder hergestellt werden. Akupunktiert wird in der Regel mit speziellen dünnen Akupunkturnadeln an genau festgelegten Punkten. Das Wissen darüber, welche Punkte bei welchen Erkrankungen angewendet werden müssen, entspringt der empirischen Forschung der TCM. Noch heute wird die Akupunktur in China oftmals noch einer konventionellen Behandlung vorgezogen.

Akupunktur ist mehr als nur eine Schmerztherapie
Akupunkturbehandlungen können bei Tieren u.a. eingesetzt werden bei:
  • Erkrankungen und Störungen des Bewegungsapparates wie Hüftdysplasie (HD), Lahmheitserscheinungen, Arthritis, Hufrolle, Hufrehe u.v.m.
  • Hauterkrankungen, z.B. Neurodermitis, Allergien, Sommerekzem u.v.m.
  • Störungen des Nervensystems, z.B. Nervenverletzungen, bestimmte Arten von Lähmungen
  • Atemwegserkrankungen wie Asthma, Bronchitis, Husten
  • als Schmerztherapie
  • Erkrankungen des Verdauungstraktes wie Koliken, Durchfall u.ä.
  • chronische Erkrankungen
  • Deckunlust des Hengstes, nicht organisch bedingter Sterilität der Stute
Auch bei Verspannungen und Lahmheiten der Pferde kann Akupunktur eine sichtliche Besserung bringen.

Ergänzend arbeite ich oft mit Moxa. Moxa ist Beifußkraut, welches z.B. zu festen Zigarren gedreht wird. Bei einer sehr ausgeprägten Schwäche des Tieres kann Moxibustion eine zusätzliche Stärkung bewirken. Dabei wird eine Moxa-Zigarre angezündet und über den jeweiligen Akupunkturpunkt gehalten. Moxakraut gibt eine ganz bestimmte Wärme ab, die wohltuend und stärkend wirkt.

Grundsätzlich nehme ich mir für jede Behandlung ausreichend Zeit. So kann eine Erstbehandlung mit umfangreicher Diagnostik bei einem Pferd bis zu 2 Stunden dauern. Je nach Art und Schwere der Erkrankungen können mehrere Folgebehandlungen notwendig werden. Man sollte aber mit mindestens 3-4 Behandlungen rechnen.

Bild:
Palpatorisches Suchen des Akupunktur-Punktes


Leider wird man als Tierakupunkteur oft erst gerufen, wenn eine Erkrankung schon sehr ausgeprägt ist oder der Tierarzt sagt, dass er da nichts machen könne. Dabei gilt: Je eher ich eine Erkrankung behandeln kann, desto weniger Behandlungseinheiten sind nötig und desto schneller kann sich das Tier erholen. Auch ist es durchaus im Interesse des Tieres, wenn eine Erkrankung so schnell wie möglich behandelt wird. Bei Pferden kommen zwei Probleme hinzu, die es z.B. bei Hunden so nicht gibt.

1. Pferde sind Fluchttiere. Daher zeigt ein Pferd Schmerzen erst, wenn es schon sehr akut ist. Denn ein verletztes oder krank wirkendes Pferd wäre ja ein potentielles Beutetier. Deshalb meine Bitte hier an die Pferdebesitzer: Es kann durchaus ein Anzeichen einer beginnenden Erkrankung sein, wenn ein Pferd plötzlich sein Verhalten ändert. Auch wenn ein Tierarzt einen vielleicht komisch anschaut wenn man sagt, dass das Pferd plötzlich so aufgedreht oder auch traurig wirkt. ;-)

2. Durch die reiterliche Nutzung bekommen Pferde oftmals Probleme im Rückenbereich. Der Sattel liegt z.T. auf den Meridianen. Ein nicht gut passender Sattel kann hier zusätzliche Probleme schaffen. Auch neigen Pferde durch das Geritten werden zu Verspannungen. Auch diese können sehr gut mit Akupunktur therapiert werden.

Die Preise für eine Behandlungseinheit schwanken regional sehr stark. Man sollte für eine Behandlung am Pferd mit Kosten zwischen 50 € und 100 € rechnen, wobei Erstbehandlungen meist teurer sind, da sie zeitaufwändiger sind. Abzuraten ist von Behandlern, die noch zusätzlich pro Nadel eine Gebühr erheben, da man hier davon ausgehen kann, das mehr als nötig gemacht wird.

Ein Beispiel:
Ein Wallach, ca. 12 Jahre alt, hatte eine Neigung zu angelaufenen Beinen. Regelmässig wurden diese dick. Als er in Boxenhaltung war, verschlechterten sich die Symptome. Im Winter und bei Regen/Schnee wurde es immer noch schlimmer. Hinzu kam im Winter/bei Regen chronischer Durchfall mit Absatz von Kotwasser.

Angelaufene Beine sind nicht, wie viele immer noch glauben, nur ein Schönheitsfehler, sondern Anzeichen einer ernsthaften Erkrankung. Das leider immer noch häufig praktizierte Bandagieren bessert nur optisch, verschlimmert jedoch tatsächlich die Problematik, da die gestaute Flüssigkeit nur noch tiefer ins Gewebe gedrückt wird.

Als Therapie wurde mittels Akupunktur die Feuchtigkeit ausgeleitet, einige Funktionskreise wurden gestärkt. Eine Narbe auf dem Milz/Pankreas-Meridian wurde entstört.

Bild:
Eine Akupunkturnadel im Hinterbein eines Pferdes


Als Erstverschlechterung trat kurzzeitig ein Husten auf, da auch in der Lunge schon gestaute Feuchtigkeit im Sinne von Schleim war. Dieser konnte jedoch gut mitbehandelt werden.

Die Beine liefen in den nachfolgenden Wochen und Monaten nicht mehr an. Das Pferd hatte keinen Durchfall mehr und war sichtlich fit.

Viele Probleme der Rittigkeit, wie z.B. mangelnde Durchlässigkeit, schlechtes Untertreten, mangelnde Schubentwicklung u.a. können auch Hinweise auf Störungen in den Meridianen sein. Sollte also ein Pferd mit solchen oder ähnlichen Problemen trotz passendem Sattel und guter Reitweise oft zu kämpfen haben, könnte es sich durchaus lohnen, einen gut ausgebildeten Tierakupunkteur hinzu zu ziehen.

Zu guter Letzt: Natürlich sollte man nicht wahllos selbst an seinem Pferd herumstechen und man sollte auch darauf achten, dass man einen geprüften Tierakupunkteur an sein Tier lässt. Denn nicht jeder, der sich Tierakupunkteur nennt, hat auch ein entsprechendes Studium absolviert und eine Prüfung gemacht. Also: Im Zweifelsfall sollte man sich das Diplom zeigen lassen.

N E U!
Ab sofort biete ich auch Lasertherapie an. Der Therapielaser bietet folgende Möglichkeiten:
  • Laserakupunktur: Für besonders sensible oder empfindliche Tiere
  • Narbenentstörungen: Mittlerweile ist bekannt, dass Narben Störfelder darstellen können. Mit Hilfe des Lasers kann ich diese Narben entstören. Bei frischen Narben kann u.U. die Narbe noch verfeinert werden.
  • Flächentherapie: Muskelverspannungen und grössere schmerzende Stellen können ebenfalls mit dem Laser behandelt werden. Ebenfalls verhilft die Lasertherapie zu einer schnelleren Wundheilung und kann auch sehr gut nach Operationen therapierend eingesetzt werden.
Die Behandlung mit Laser ist sanft, schmerzlos und aseptisch. Möglich ist eine punktuelle und auch eine Flächenbehandlung. Der Laser kann ebenfalls bei akuten und chronischen Erkrankungen eingesetzt werden.

Eine Therapie mittels Laser bei einer bestehenden Trächtigkeit des Tieres und den auch bei der Nadelakupunktur bestehenden Kontraindikationen ist nicht möglich.


Bianca Sommer
Tiercoach, Tierakupunkteurin
Tel: 0811-9995776
www.tiercoach.de
info@tiercoach.de


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