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 Reiten lernen beim Fachmann

Woran erkenne ich einen guten Reitlehrer?

Was macht eine/n gute/n Reitlehrer/in aus?



von Birgit Kühl


Wie werde ich eigentlich Reitlehrer? Ich reite seit einigen Jahren und stelle mich in die Halle und gebe Unterricht? Selbsternannte Reitlehrer gibt es viele, mehr schlecht als recht. Nicht umsonst ist das Image des Reitlehrers zwiespältig.

Ganz so einfach ist das nicht. Um Reitlehrer zu werden, sollte ich eine Ausbildung machen, um mir das nötige Wissen anzueignen, eine in der Regel dreijährige Lehre mit anschließender Prüfung. Es gibt aber auch die Möglichkeit, über mehrwöchige Kurse Trainerscheine zu erwerben, die zum Reitlehrer berechtigen. Voraussetzung für eine Reitlehrerausbildung, egal welcher Art, ist auf jeden Fall eine eigene mehrjährige reiterliche Erfahrung, Turnierteilnahme und –erfolge bis zu der Klasse, die ich unterrichten möchte. Es geht mir in diesem Artikel um die klassische Reitweise, dem sog. “englisch reiten“. Andere Reitstile wie z. B. Westernreiten sind ein anderes Thema.

Wie auch immer die Ausbildung aussieht, sie entscheidet noch lange nicht darüber, ob ich ein guter Reitlehrer werde. Ich brauche dazu nämlich etwas, was mir kein Lehrer beibringen kann, Menschenkenntnis und Fingerspitzengefühl, Einfühlungsvermögen und ein gutes Auge für Pferd und Reiter.

Und damit kommen wir zum Pferd, neben Schüler und Reitlehrer beim Pferdesport der Mittelpunkt des Geschehens. Uns sollte klar sein, dass das Pferd kein Sportgerät ist, sondern ein Lebewesen, das wir im Sport einsetzen, aber dem wir immer mit Achtung und Respekt begegnen sollten. Darin sehe ich eine der Hauptaufgaben des Reitlehrers. Er muß das Wohl der Pferde und die Harmonie zwischen Reiter und Pferd in den Vordergrund stellen, egal ob Anfänger oder Turnierreiter. Reiten funktioniert nur über ein Miteinander, ohne Gewalt oder gar Kampf. Von einer gezielten und vernünftigen Ausbildung profitiert in erster Linie das Pferd und damit auch der Reiter. Ein sinnvoller und vernünftiger Umgang mit dem Pferd sollte für jeden Reiter und Ausbilder absolute Priorität haben.

Zielsetzung


Die Zielsetzung ist immer eine andere, Anfänger, Fortgeschrittene, Turnierreiter, Schulpferde, junge oder Turnierpferde. Darüber hinaus sind die Persönlichkeiten der Schüler und Pferde nicht zu vergessen. Das Spektrum ist sehr groß, ich muß mich immer wieder individuell auf jedes Paar einstellen. Ein „Schema F“ gibt es definitiv nicht. Natürlich existiert die klassische Reitlehre (das FN-Handbuch), aber die geht immer vom Idealfall aus, und den gibt es in der Wirklichkeit selten. Sie berücksichtigt nicht eventuelle Ängste, schlechte Erfahrungen sowohl von Pferden und Reitern, körperliche Probleme von Schülern oder Pferden. Im Laufe meiner Reitlehrertätigkeit habe ich festgestellt, dass jeder Mensch und jedes Pferd eine schlechte und eine gute Körperseite haben. Ein nach außen gestellter rechter Fuß, eine schiefe Schulter, ein kräftiges rechtes und ein schwaches linkes Bein, eine weiche rechte Hand, eine linke „Kralle“. Das Pferd biegt sich nach rechts, weicht nach links über die äußere Schulter aus. Nur ein paar Beispiele. Ich sehe meine Aufgabe darin, sowohl das Pferd als auch den Reiter dahin zu gymnastizieren, dass diese Unterschiedlichkeiten ausgeglichen werden. Dem Schüler kann ich es sagen, dem Pferd nicht. Meine Qualifikation besteht darin, es dem Schüler so zu erklären, dass er dem Pferd die Hilfen geben kann, um diese Mängel auszugleichen.

Und, was ebenso wichtig ist wie guter Unterricht -was sich auch nie ausschließen sollte- ist Spaß und Freude am Reiten und am Pferd.

Eigenschaften eines guten Reitlehrers


„Ich hatte wahnsinnige Angst. Aber mehr vor dem Reitlehrer als vor den Pferden.“ Ein Ausspruch, den ich schon oft gehört habe. Mit Angst habe ich als Reitlehrer oft zu tun, aber weder Schüler noch Pferde sollten Angst vor mir haben! Wenn dem so wäre, habe ich etwas falsch gemacht. Ganz im Gegenteil, ich sollte in der Lage sein, dem Reiter und/oder dem Pferd die Angst zu nehmen, ein Vertrauensverhältnis zwischen Reiter, Pferd und Reitlehrer aufzubauen. Vertrauen zwischen Pferd und Reiter, zwischen Reiter und Reitlehrer ist unumgänglich!

Der Reitschüler sollte wissen, dass ich nie etwas von ihm oder dem Pferd verlange, was beide nicht leisten können. Angst ist niemals eine Voraussetzung für einen guten Unterricht! Ich habe schon von vielen Reitlehrern gehört, die schreien, brüllen, Reiter und Pferde „fertig“ machen. Jeder Schüler, der Reitunterricht nimmt, will etwas lernen und erwartet, dass der Reitlehrer auf ihn eingeht und ihm hilft, egal, was für Probleme er hat. Reitunterricht ist eine Dienstleistung! Der Schüler zahlt Geld dafür und erwartet berechtigterweise, dass der Lehrer in der Stunde für ihn da ist, auf seine und die Probleme des Pferdes eingeht. Ich war und bin selbst Reitschüler, und ich kann es nicht leiden, wenn der Reitlehrer während meines Unterrichts lange telefoniert oder sich mit Außenstehenden unterhält. Er hat für mich für die Zeit des Unterrichts voll und ganz dazusein! Dafür zahle ich mein Geld. Zwischen zwei Telefonaten „Hacken tief“, „Kopf hoch“, keine „Schlabberzügel“ reichen mir nicht! Dafür zahle ich keine zig €.

Wichtig für mich darüber hinaus sind folgende Punkte:

  • Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit

  • Motivation durch Lob und Kritik

  • kein Lob, wo es nicht hingehört, aber auch nicht nur negative Kritik

  • den Turnierreiter genauso betreuen wie den Anfänger

  • Korrekturen begleiten, auch mit vielen Wiederholungen, bis es „sitzt“

  • Geduld und noch einmal Geduld



Dieser Artikel enthält folgende Kapitel:
  1. Was macht eine/n gute/n Reitlehrer/in aus?
  2. Ein Reitlehrer muss reiten können, was er lehrt
 

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