| Zukunft des Sports im demographischen Wandel |
Sportorganisationen müssen für die Zukunft umlernen Datum der Nachricht: 21.05.2007 Rostock (fn-press). „Der gesamte Sport unterliegt zukünftig einem gravierenden demographischen und gesellschaftlichen Wandel, dessen Auswirkungen im Augenblick noch kaum absehbar sind. Deshalb müssen sämtliche Sportorganisationen, um in der Zukunft bestehen zu können, neue Strategien, Konzepte und Instrumente entwickeln.“ Das waren Kernaussagen des Referates von Prof. Dr. Volker Rittner von der Deutschen Sporthochschule in Köln anlässlich der FN-Tagungen in Rostock.
Der Anteil der unter 20-Jährigen an der Gesamtbevölkerung wird in den kommenden Jahren drastisch fallen, so Rittner. Schon bis zum Jahr 2020 wird der Anteil der bis zu 20-Jährigen in der Bevölkerung um rund 20 Prozent abnehmen. Entsprechend wächst der Anteil der älteren Altersgruppen. Dieser Trend wird noch dadurch verstärkt, dass die durchschnittliche Lebenszeit zunimmt. Mit den fehlenden Kindern und Jugendlichen verliert der gesamte Sport seine zur Zeit noch vordringliche Zielgruppe. Gleichzeitig gelte es zu erkennen, dass die Menschen zukünftig deutlich länger sportlich aktiv bleiben, wobei sich die Sportaktivitäten dieser ‚Neuen Alten’, so Rittner, vom zur Zeit herkömmlichen wettkampforientierten Sport deutlich unterscheiden .
Neben dem demographischen Wandel unterliegt der Sport aber auch einem strukturellen Wandel, der ebenso große Auswirkungen hat, so Rittner in seinen Ausführungen. Schon jetzt sei ein enormer Zuwachs an selbstorganisierten Sportaktivitäten außerhalb des Vereinsgeschehens zu verzeichnen. Die bisher bekannte Rolle des Sports beginne sich aufzulösen und die Motivation Sport zu treiben verändere sich. So spielen Fitness, Wellness und Gesunderhaltung eine zunehmende Rolle bei der Motivation, Sport zu betreiben. Aber auch die zunehmende Individualisierung in der Gesellschaft habe deutliche Auswirkungen auf den Sport, seine Organisationen und Strukturen.
Für die Zukunft des Pferdesports im Besonderen sah es Rittner als positiv an, dass vom „Erlebnis Pferd“ in Kombination mit der Naturerfahrung eine hohe emotionale Bindung ausgehe. Von Vorteil sei auch, dass sich der Pferdesport, ob leistungs- oder rein freizeitsportlich bezogen, bis ins mittlere oder hohe Alter ausüben lasse. Daher habe der organisierte Pferdesport seine Mitgliederzahlen im Gegensatz zu einigen anderen Sportarten bisher noch halbwegs halten können. Dennoch müsse auch der Pferdesport die demographischen und gesellschaftlichen Entwicklungen berücksichtigen und sich ihnen anpassen. Als mögliche Maßnahmen forderte er die Entwicklung von zielgruppenspezifischen Angebotsformen und Erlebnisräumen für den Erwachsenenbereich sowie die stärkere Berücksichtigung der Themen Gesundheit, Fitness und Wellness.
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