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 Wenn es hinter dem Ohr zwackt

Die Trense - Das unbekannte Wesen

Trensen-Vielfalt



von Ariane Prehn

Es gibt sie in allen erdenklichen Formen und Farben, schwarz mit weiss unterlegt, grün mit pinken Streifen, in Leder und Gurtband, Synthetikstoffen, die unkaputtbar sein sollen, mit und ohne Gebiss, Stirnriemen nach Belieben und mit den verschiedensten Reithalftern... die Rede ist vom bezaubernden Markt der Trensen.

Welcher Zaum nun zu welchen Pony oder Pferdeköpfchen passt ist Geschmackssache des Reiters und Besitzers, die Träger haben selbst am wenigsten zu sagen und wenn, dann würden sie sich wahrscheinlich auf das Minimalste einigen... nämlich gar nichts am Kopf zu tragen.

Doch nicht immer kann diesem Wunsch entsprochen werden. Daher sollte man die Funktionalität der Trense mit maximaler Passform nicht ausser Acht lassen.


Zäumungen wirken durch Druck und Zug auf den Pferdekopf. Die Wirkung beruht auf Nachgeben auf einen Druck. Es ist deshalb wichtig, dass Zäumung und Gebisse eindeutig wirken. Diffuse Wirkungen verwirren das Pferd.



Beginnen wir einmal oben und arbeiten uns langsam bis zum Gebiss vor.

Genickstücke
Sie sollten entweder gepolstert sein oder werden. Das ist auch im “Feintuning” mit einem abnehmbaren Gelpolster möglich. Dann aber auf die Verschnallung des Gebisses achten, damit die Maulwinkel nicht nach oben gezogen werden, also Backenstücke verlängern. Das ideale Genickstück ist breit, damit der Druck besser und angenehmer verteilt wird. Genickstücke mit ausgeschnittenem Ohrteil sind ideal und ermöglichen schmerz- und druckfreie Ohrbewegungen. Für den Sattler Ihres Vertrauens kommt jetzt die Chance, Ihrem Pferd etwas Gutes zu tun.

Stirnriemen
Sie sind auch enorm wichtig. Auf Turnieren begegnen mir noch zu oft unbewegliche Ohren oder Zwangshaltungen, kleine weisse Stichelhaare in den Ohrmuschelfalten und Druckstellen. Durch zu enge und anliegenden Stirnriemen werden Ablenkungspunkte geschaffen. Nur wenn sich Pferde wohl fühlen, können sie auch zeigen, was in ihnen steckt. Mit frei beweglichen Ohren geht das eben besser. Einfach mal die Trense ohne Stirnriemen anlegen und die breiteste Stelle locker messen. Sie werden staunen, wenn Sie das Ergebnis mit ihrem vorhandenen Riemen vergleichen.

Backenstücke
Die Backenstücke sollten so verschnallt sein, dass an den Maulwinkeln maximal eine Falte entsteht. Mehr Falten zeigen, dass das Gebiss zu kurz geschnallt ist, dem Pferd an die Backenzähne schlagen kann oder auf die Schleimhaut davor, das gibt schmerzhafte Blutergüsse und fördert die Abneigung gegen den Gegenstand im Maul. Keine Falte heisst, das Gebiss ist zu lose im Maul. Eine genaue Einwirkung über die Zügel ist nicht mehr möglich, viele Pferde beginnen auch zu spielen und das zeigt sich in unkonzentrierter Arbeit und oft auch dem Heraushängenlassen der Zunge. Letzteres kann auch Abwehrhaltung gegen eine zu harte Hand sein.

Die Anpassung des Nasenriemens richtet sich nach dem Reithalfter, mit dem Sie gern reiten und das die Feinheiten des Pferdekopfes hervorhebt.

Das Hannoversche Reithalfter muss die Nasentrompete frei lassen, also mindestens zwei Finger über dem Knorpelansatz der Nase und zwei Finger sollten unter dem Kinn Platz haben.


Hannoversches Reithalfter. – Quelle: Zoo-ove

Das kombinierte Reithalfter wird von zwei Riemen gebildet. Der obere ist der Nasenriemen, zwei Finger unter den Jochbeinleisten findet er seinen richtigen Platz. Auch hier sollten eben diese Finger unter den Kieferästen dazwischen passen.

Vorsicht bei Nasenriemen mit schwedischer Verschnallung! Durch die Umlenkverschnallung zieht man gern etwas zu fest! Beim Nasenriemen gilt das Gleiche, wie beim Hannoverschen Reithalfter. Das Mexikanische Reithalfter hat eine andere Riemenführung (über Kreuz), die Verschnallung ist jedoch dieselbe wie beim kombinierten Reithalfter.

Kandarenhalfter haben keinen Nasenriemen, sie werden 2 cm unter den Jochbeinen angelegt. Bügelhalfter sehen auf dem Nasenrücken wie Hannoversche Reithalfter aus, haben jedoch zur unteren Verschnallung zwei Riemen, die wie bereits beim Kombinierten Reithalfter beschrieben, gezurrt werden.

Achten Sie bitte auf das Genick Ihres Pferdes, denn dort muss eine Parade zuerst den Weg passieren. Stimmt etwas im Genick nicht, wird die Parade auch nie am Hinterbein ankommen, wo sie eigentlich hin soll. Ist der Nasenriemen also sehr fein und schmal geschnitten, so haben die meisten Pferde dort auch enormen Druck.

Ein kleiner Trick schafft Abhilfe: lassen Sie den Nasenriemen nicht unter dem Genickstück lang laufen, sondern in den Ösen des Stirnriemens aussen entlang. Die Verschnallung ändert sich nicht, aber der Druck des Nasenriemens über dem Genickstück ist verteilt.




Verzichtet man beim Zaum auf das Gebiss, so bieten sich auch hier einige Möglichkeiten.

Gebisslos reiten! – Quelle: www.ramona-duenisch.de

Die klassische Hackamore wirkt ohne Hebelwirkung direkt auf den Nasenrücken. Wird das Bosal durch die Mecate (Zügel) angenommen, bewegt sich der Nasenteil nach unten und drückt aufs Nasenbein und der untere Teil bewegt sich nach oben, also auf die Äste des Unterkiefers.

Die mechanische Hackamore übt gleichzeitig Druck auf Genick, Nase, Kinngrube und seitlich unter dem Jochbein aus. Die Wirkung ist also wenig differenziert und durch die lange Hebelwirkung sehr hart. Kürzere Hebel verringern den Druck nur geringfügig, behalten aber ihre vielen verwirrenden Einwirkstellen.

Der LG-Zaum besteht aus zwei kleinen Speichenrädern aus Metall, das 2 cm unter dem Jochbein sein oberes Ende findet. Mit einem richtig verschnallten Nasenriemen aus Leder, dem Kinnriemen oder einer zweireihigen Kinnkette ist es durch seine Aufteilung mit wenig oder mit grösserer Hebelwirkung zu reiten. Druckpunkte wären wieder Nasenrücken und untere Kieferäste. Ideal bei abgestumpftem Maul, Headshakern und nach Zahnbehandlungen.


LG Zaum. – Quelle: lg-zaum.de


Dieser Artikel enthält folgende Kapitel:
  1. Trensen-Vielfalt
  2. Gebisse
 

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