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 Lernen zu verstehen
Ganzheitliche Tierverhaltenstherapie (GVT)
Datum der Nachricht: 16.06.2010
von Britta Vock

Die Ganzheitliche Verhaltenstherapie...

... ein Begriff, der zugegebenermaßen im ersten Moment sehr eindrucksvoll und zugleich eventuell abschreckend klingen mag - denn was verbindet man mitunter nicht alles mit dem Wort Therapie...?

Mancher sieht vor seinem geistigen Auge gar direkt den Patienten auf der Couch und belächelt dies insgeheim, wenn er es mit einem Tier in Verbindung bringen soll, oder man sieht gleich den vermeintlich pelzigen Rüpel, der ein harter und hoffnungsloser Fall für sich ist - den ganzen weiten Anwendungs-Bereich dazwischen sehen die wenigsten.

Die GVT ist somit nicht nur empfehlenswert, wenn sich Fehlverhalten und Probleme bereits eingeschlichen haben, sondern auch im dem Fall, wenn ein Tier neu in eine Familie kommt oder ein Tier nach einem Todesfall nicht mehr wiederzuerkennen ist, zu sehr unter dem Verlust leidet, sei es Mensch oder Tier, der gegangen ist oder aber auch schmerzbedingte Verhaltensauffälligkeiten zeigt. Bei der GVT trägt die Naturheilkunde somit individuell eingesetzt in Form von Homöopathie, TCM, Lithotherapie, Energetischem Arbeiten und nicht zuletzt maßgeblich durch die Anwendung von Bachblüten zu einem langfristigen Gelingen bei.

Dies vermag ein herkömmlicher Tierpsychologe oder Verhaltenstrainer in der Regel weder anzuwenden noch einzuschätzen, daher haben speziell aus- bzw. weitergebildete Tierheilpraktiker im Bereich der GVT einen unschätzbaren Vorteil, wenn es gilt, langfristig effektiv und ganzheitlich mit Mensch und Tier zu arbeiten. Bloße Psychologie ohne tiefgreifende Kenntnisse der Naturheilkunde sind für eine ganzheitliche Verhaltenstherapie keinesfalls ausreichend!


Den richtigen Umgang miteinander können beide Seiten erlernen.

Bei der Ganzheitlichen Verhaltenstherapie, kurz GVT genannt, geht es um das Verhalten von Tier und Mensch beidermaßen, keiner wird vom anderen separiert gesehen. Ziel ist die Erarbeitung des individuellen möglichen Optimums für die jeweilige Familie und ihren vierbeinigen Begleiter.

Mit dem Wort Therapie verbindet man normalerweise einen langen und kontinuierlichen Zeitraum, die Arbeit der GVT greift in der Regel jedoch aufgrund des anderen Sichtansatzes im Vergleich zu anderen Methoden wesentlich schneller. Ein grundliegender Bestandteil der GVT ist die Betrachtungsweise von Mensch/Familie und Tier als individueller Einheit, vor allem auch unter Berücksichtigung von Faktoren wie Krankheitsübereinstimmungen von Mensch und Tier sowie von psychosomatischen Erkrankungen bei Tieren, die sich durch die andauernde Belastung eines Familienmitglieds oder anderer Haltungsfaktoren ergeben kann.


In der Ruhe liegt die Kraft – gerade im Umgang mit Pferden.

Allein die Tatsache, daß wir diese wichtigen Faktoren aus langjähriger Erfahrung, Beobachtung und Weiterbildung überhaupt als auslösende Ursachen in Betracht ziehen und somit für möglich halten, wo andere Therapeuten oder Trainer höchstens noch müde lächeln, birgt ungeahnte Möglichkeiten, Tier und Mensch nachhaltig und dauerhaft zu helfen - das zeigen die Erfahrungen unserer Arbeit.

Wann ist eine spezielle Verhaltenstherapie für unsere Pferde überhaupt sinnvoll oder gar erforderlich?
Ist das Pferd nur ab und zu „widersetzlich“ so sind diese kleinen Probleme mit konsequenter Erziehung auch ohne fremde Hilfe lösbar.



Kommt es aber zu ernsteren Störungen der Mensch - Pferd - Beziehung, die das Zusammenarbeiten von Mensch und Pferd dauerhaft belastet, so sind Tierverhaltenstherapeuten die kompetenten Ansprechpartner, die Ihnen helfen, das Problem zu lösen.

Was aber hat man unter einer "Verhaltensstörung" zu verstehen?
Stört sich der Halter am Verhalten seines Tieres oder ist das Pferd durch das Verhalten des Halters gestört? Oder aber stören sie sich beide vielleicht gegenseitig?

Das Dasein unserer Pferde hat heutzutage oft nicht mehr viel mit der ursprünglichen Lebensweise ihrer wildlebenden Vorfahren gemein. Ihr Verhaltensrepertoire hat sich dieser Änderung der Lebensumstände aber nicht im gleichen Maße angepasst. Das Pferd lebt und handelt nach seinen ursprünglichen Instinkten und Verhaltensmustern. So ist es ein durchaus normales Verhalten für ein Pferd, bei fremden Geräuschen erst einmal zu flüchten.


Einander verstehen und Freude daran haben.

Angstreaktionen und Dominanzverhalten führen häufig zu Problemen, die mit dem gesunden Menschenverstand der Besitzer allein oft nicht mehr gelöst werden können, da es an der Kenntnis des natürlichen Verhaltens, der Körper- und Lautsprache mangelt. Mensch und Pferd „verstehen“ die Sprache des anderen also gar nicht.

In diesen Fällen sollte von entsprechend sachkundigen Tierheilpraktikern oder Tierverhaltenstherapeuten durch eine geeignete Therapie Abhilfe geschaffen werden. Ein ganzheitlicher Tierverhaltenstherapeut kann je nach Lage des eigentlichen Problems entscheiden, ob eine Änderung einiger Haltungsbedingungen, ein verändertes Verhalten des Halters oder eine Ernährungsumstellung seinem Pferd gegenüber Abhilfe schaffen kann, oder ob das Pferd selbst einer naturheilkundlichen Therapie unterzogen werden sollte, da es unter Umständen übertrieben oder ungenügend auf "normale" Bedingungen und Umweltreize reagiert. Dies kann bedingt werden durch organische Erkrankungen als auch durch Verspannungen, Zahnproblemen uvm. Hier ist zuerst die Ursache genau zu diagnostizieren, wobei Tierarzt, Tierheilpraktiker, Halter und Tierverhaltenstherapeut Hand in Hand zum Wohle des Tieres arbeiten sollten. In den meisten Fällen wird eine Kombination aus Haltungsänderung, Verhaltenstraining und ganzheitlicher Therapie verwendet.


Man ist nie zu alt, um dazu zu lernen.

Bei Problemen wie Angst, Eifersucht oder dominantem Verhalten ermöglichen die ganzheitlichen Therapieformen Homöopathie, Bachblütentherapie, Reiki, Lithotherapie, Farbtherapie und Aromatherapie eine sichere, sanfte und dauerhafte Veränderung des Tieres innerhalb seiner individuellen Grenzen.

Dabei wird sich jedoch der Grundcharakter nicht verändern und aus einem heissblütigen Araber wird kein kaltblütiges Shirehorse, aber die Pferde werden in die Lage versetzt, innerhalb der ihnen angeborenen individuellen Grenzen adäquat und vor allem stressfrei auf bestimmte Reize zu reagieren. Überschießende Reaktionen werden somit keinesfalls unterdrückt, sondern lediglich reguliert und somit wird das Pferd entlastet. Dann ist ein harmonisches Miteinander von Pferd und Besitzer unter Einbeziehung einer Verhaltenstherapie wieder möglich.



Grundbedürfnisse des Pferdes
Das heute arttypische Verhalten des Pferdes ist das Ergebnis einer Evolution, die nunmehr über Millionen Jahre andauert. Hierbei hat das Pferd sich seiner natürlichen Umwelt angepasst, denn das Verhalten als Fluchttier musste Überleben, Wohlbefinden und Fortpflanzung sichern. Ein zielgerichtetes Verhalten wird beim Pferd durch bestimmte Reize ausgelöst. Sobald die Ziele erreicht sind, wird dieses Verhalten beendet. Unter natürliche Lebensbedingungen werden also die angestrebten Funktionen durch ein zielgerichtetes Verhalten erfüllt, bei der Haltung der Pferde in der heutigen Zeit jedoch wird oftmals eine Funktion erfüllt ohne dass ein Verhaltensziel erreicht ist.

Beispiel:
Das Pferd erhält seine Nährstoffe durch Kraftfutter. Dieses Futter erfüllt aber keineswegs die Grundbedürfnisse des Pferdes nach einer langsamen und stetigen Fortbewegung und andauernder Kautätigkeit.


Unterricht für beide.

Bewegung
Das Pferd ist ein Fluchttier, das von seinem Angsttrieb geleitet wird und somit sein Verhalten dadurch geprägt ist, woraus der ausgeprägte Herdentrieb resultiert. Die Herde bietet in der Natur den nötigen Schutz. In einer Herde herrschen klar abgesteckte Rangordnungen wodurch die Gemeinschaft erst existieren kann. Das stärkste Pferd der Herde führt die anderen konsequent und gradlinig und schützt sie vor lauernden Gefahren. Das ist oftmals nicht das körperlich stärkste Tier, sondern das mit der größten Willenskraft und dem stärksten Durchsetzungsvermögen. Oftmals wird jedoch das Angstverhalten als Ungehorsam gedeutet und dadurch völlig falsch gehandelt. Das Verhalten kann bei Angst und Ungehorsam das gleiche Erscheinungsbild haben, die Ursachen jedoch sind dann von unterschiedlicher Natur. Um Krankheiten und Verhaltensproblemen vorzubeugen, sollte man der Pflege und Haltung des Pferdes unbedingt große Beachtung schenken. Hierzu ist es notwenig, die Grundbedürfnisse des Pferdes zu kennen.

Herdenverband
Da das Pferd ein Herdentier ist, wird eine Einzelhaltung ohne Sozialpartner als nicht verhaltensgerecht angesehen. Dem Pferd ist so häufig wie möglich Weidegang zu gewähren, da dies seinem natürlichen Lebensraum am ehesten entspricht. Da das Pferd von Natur aus ein Schritt-Tier ist, welches sich bis zu 16 Stunden am Tag langsam bewegt, muss in unserer Haltung dem Pferd zusätzliche Bewegung verschafft werden.


Nur in der Herde ist das Pferd wirklich glücklich.

Da die Atemwege des Pferdes sehr empfindlich auf Staub und Schadstoffe reagieren, muss für eine ausreichende Frischluftversorgung und angemessene Luftzirkulation gesorgt werden. Bei der Gestaltung der Boxen sollten entsprechende Richtmaße hinsichtlich Grundfläche und Abtrennungen bekannt sein und als Mindestvorgaben eingehalten werden.

Ernährung
Pferde sind Pflanzenfresser, die sich in freier Wildbahn von Gras, Grassamen, Zweigen, Laub, Schilf, Baumrinden u.v.m. ernähren. All diese Nahrungsmittel haben wenig Nährstoffe, sind aber reich an Rohfasern. Das Futter wird kontinuierlich über den ganzen Tag aufgenommen, langsam zermalmt und durchgespeichelt. Ein Pferd, das vom Menschen gehalten wird, braucht ein abwechslungsreiches Nahrungsangebot. Hierbei ist insbesondere auf die Qualität und Lagerung der Futtermittel zu achten.


Einander annähern – immer ein Versuch wert!

Erziehung
Zwei Begriffe werden immer wieder in Zusammenhang mit den so genannten „Pferdeflüsterern“ gebracht: Dominanz und Vertrauen. Leider hat das Wort Dominanz immer wieder den Beigeschmack der Machtausübung und Aggressivität. Dominanz ist aber vielmehr eine Ausübung sanften konsequenten Handelns und hat nichts mit Schlägen zu tun. Die Rangordnung muss geklärt werden und der Besitzer muss zum uneingeschränkten Leittier seines Pferdes werden. Dominanz ist daher immer mit Vertrauen verknüpft, denn ein Pferd wird erst dann vertrauen, wenn es konsequent geführt wird und der Halter sich in Gefahrensituationen ruhig und souverän erweist. Ein Pferd sollte von Fohlen an ausgebildet werden, damit es sich als gefahrloser Partner erweist.

Kenntnisse über das natürliche Verhalten sind genau so unerlässlich wie die Körper- und Lautsprache der Pferde.

Charakteristisch für die Verhaltenstherapie ist die Konzentration auf gegenwärtige statt auf vergangene Handlungsdeterminanten. Somit liegt der Schwerpunkt auf beobachtbarem Verhalten und dessen Veränderung.



Ganzheitliche THP Britta Vock (FVDH)
www.tiernaturheilkundeschule.de
 
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