Vom 07. – 09. Dezember 2007 fand auf der
Reitanlage des Ausbildungsstall Grafenberg ein
Lehrgang mit
Claus Chmiel zum Thema „Bewegungslernen im Reitsport –
Einfluss auf Leistungsniveau
& -fähigkeit des Reiters“ statt.
Claus Chmiel ist Diplom-Sportwissenschaftler,
Lehrbeauftragter an der Deuteschen Reitschule (Warendorf), war viele Jahre Mitglied der Prüfungskommission für Reitlehrer und arbeitete als Sportlehrer an der Sportschule der Bundeswehr und im Olympiastützpunkt
des DOKR (Warendorf). Er ist Autor verschiedener Fach- und Lehrbücher, sein
neuestes Buch lautet „Der konditionsstarke Reiter“.
Reiten bedeutet Interaktion – auf eine
Aktion erfolgt immer eine Reaktion. Reiten
ist auch Teamsport, d.h. auf ein gut
trainiertes Pferd gehört ein exzellent vorbereiteter Reiter, um ein optimales Ergebnis zu erzielen. Im Spitzensport
gängige Praxis, vermisst man im Breitensport
häufig die erforderliche Fitness
und Kondition des Reiters. Die Ursache
für eine Disharmonie wird meist beim
Pferd gesucht.
Der Lehrgang hat diese
Lücke ein wenig gefüllt und das Erfordernis
für Ausgleichssport, systematische
Gymnastik und gezieltes Konditionstraining
gezeigt. Um den Anforderungen
an den Reitsport zu genügen, sind Kraft,
Ausdauer, Gleichgewichtsgefühl, Balance
und Koordination für Sitz und Einwirkung
von grosser Bedeutung. Das Entdecken
und Erkennen der eigenen Körperhaltung
und der Bewegungsmuster sind eine
wesentliche Voraussetzung für besseres
Reiten.
Der Lehrgang begann am ersten Tag mit
einem Vortrag über Ursache und
Wirkung eines schlechten Sitzes. Der
Grund für schlackernde Beine
beispielsweise ist häufig im Nacken zu
suchen, der häufig bereits durch sog.
Entblockungsübungen abgestellt werden
kann. Um ein Gefühl für seinen Körper zu bekommen und evtl. Probleme durch gezielte
Übungen abstellen zu können, ist
ein wenig Hintergrundwissen über den
eigenen Körper von Vorteil: Beispielsweise
ist die linke Gehirnhälfte für die
rationale Informationsverarbeitung zuständig,
sie reagiert auf verbale Informationen,
speichert Daten, denkt logisch, analysiert scharf – während sie weniger für Bewegungen zuständig ist und daher auch beispielsweise keine Musik in Bewegung umsetzen kann. Die
rechte Gehirnhälfte ist künstlerisch–
musisch veranlagt, kontrolliert die Koordination i.w.S., stellt den visuellen
Speicher dar und ist für Gefühlsregungen
verantwortlich. Mit der rechten Gehirnhälfte
kann der Körper bewusst wahrgenommen
werden.
Neben dem Wissen über Art und Form
der Informationsverarbeitung im Kopf
sind auch die Kenntnisse über die Vorgänge
im Körperinneren von grossem
Vorteil, möchte man für sich ein
besseres Bewegungsgefühl entwickeln:
-
Der Körper reagiert auf die
Bewegung des Beckens.
-
Die aufrechte Haltung steigert den
körpereigenen Energiefluss.
-
Der Kopf führt, der Körper folgt.
-
Gleichgewicht entsteht aus dem
Gesamtspannungsverhältnis der
Muskulatur.
-
Der Kopf wirkt auf die Elastizität der
Wirbelsäule.
An den zwei Folgetagen erfolgten im
Wechsel praktische Übungen auf dem
Pferd und am Boden. Am ersten Tag
wurde für jeden Teilnehmer ein
Sitzprotokoll angefertigt. Auf dieser Basis
wurde in Folge dann an den Defiziten der
Teilnehmer gearbeitet – ob im Rahmen
von Gymnastikstunden oder am Abend
bei der sogenannten Führpferdearbeit:
Immer wieder erlebten die Teilnehmer
sog. „Aha“-Effekte, weil der Körper auf
einmal viel besser zu funktionieren
schien als sonst.
Kontakt:
Anke Klabunde • Hauffstr. 36 • 71093 Weil im Schönbuch
Tel.: 07031/46 64 81 • mobil: 0177 268 39 51 • Fax: 0721/151 - 26 81 42
Email: info@seminarreiter.de •
www.seminarreiter.de