Aus für „Hyperflexion“ und aggressives Reiten Datum der Nachricht: 03.02.2010 Warendorf / Lausanne/SUI (fn-press). Jegliche Kopf- und Halsposition eines Pferdes, die durch Krafteinwirkung erzwungen wird, ist nicht akzeptabel und soll künftig sanktioniert werden. Und damit auch die „Hyperflexion“ sowie überhaupt jegliche Art aggressiven Reitens. Zu diesem Schluss kam jetzt die internationale Expertenrunde, die sich auf Einladung des Weltreiterverbandes in Lausanne getroffen hat.
Unter den Experten war auch der deutsche Tierarzt Dr. Gerd Heuschmann (Warendorf), der mit rund 40.000 Unterschriften von Hyperflexions-Gegnern im Gepäck in die Schweiz gereist war. Ein „Tief-und-rund“-Einstellen des Pferdes (Low, deep and round) betrachteten die Fachleute dagegen als akzeptabel. Damit Richter und Steward eine Situation künftig richtig beurteilen können, soll jetzt eine Arbeitsgruppe unter Leitung von Frank Kemperman, Mitglied im FEI-Dressurausschuss und Geschäftsführer des CHIO Aachen, entsprechende Leitlinien erarbeiten.
Die von der FEI eingenommene Haltung entspricht im Wesentlichen derjenigen der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN). Diese hatte sich bereits im Vorfeld des Treffens mit einer Stellungnahme zur Hyperflexion an die FEI gewandt. Darin heißt es, dass jede Trainingsmethode, die beim Training zuhause oder auf dem Vorbereitungsplatz bei Turnieren angewandt wird, den Grundsätzen der nationalen und internationalen Regelwerke entsprechen muss. Insofern sei auch eine Reittechnik wie die „Hyperflexion“ eindeutig inakzeptabel, die durch eine extrem tiefe Kopf-Hals-Einstellung und eine Zügeleinwirkung des Reiters, die das Pferd mit dem Maul deutlich in Richtung Brust/Buggelenk zwingt, gekennzeichnet ist. Dagegen sieht die FN in einer vorübergehenden tieferen Kopf-Hals-Einstellung bei gleichzeitig erkennbarem Vertrauen des Pferdes zur Reiterhand keinen Widerspruch zu den reiterlichen Grundsätzen. „Die FEI hat hier ein sehr wichtiges Zeichen gesetzt, indem sie die Hyperflexion in einen größeren Zusammenhang stellt und sich generell deutlich von aggressivem Reiten distanziert. Das entspricht auch unserer Philosophie“, sagte dazu FN-Generalsekretär Soenke Lauterbach.
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