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 Monika Lehmenkühlers LG-Zaum im Test
Das Glücksrad – gebisslos glücklich!
Datum der Nachricht: 30.04.2010
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von Gabi Kirstein-Besel

Bevor ich mit meinem Erfahrungsbericht über den gebisslosen LG-Zaum beginne, möchte ich einen kurzen Einblick in meine Arbeitsweise und bisherigen reiterlichen Erfahrungen geben. Pferde faszinieren mich, seit ich sieben Jahre alt bin. Meine ersten Reitversuche unternahm ich auf einem Pony einer damaligen Schulfreundin. Da ich so beigeistert war, wollte ich unbedingt mehr lernen und besuchte eine Reitschule. Während der Reitstunden stand eher der Drill von Pferd und Reiter im Mittelpunkt, was mir aber zu der Zeit normal und auch notwendig erschien. Ich legte mehrere Prüfungen ab, auch für einige Reitabzeichen und kaufe den damals dreijährigen Hannoveraner „Cool Man“. Seine Ausbildung baute ich so auf, wie ich es all die Jahre gelernt hatte. Ich nutze eine doppelt gebrochene Trense mit englischem Reithalfter, zu dem auch ein Sperrriemen gehört. Mein Wallach kaute von Anfang an sehr viel auf dem Gebiss und durch den vermehrten Speichelfluss schäumte er regelrecht. Ich interpretierte dieses Kauen als Zeichen der Zufriedenheit.

Heute weiß ich, dass es lediglich ein Versuch ist, sich dieses unangenehmen Fremdkörpers im Maul zu entledigen. Die Zungen- und Kieferbewegungen sind die Folge von durch Schmerzreize ausgelöste Reflexe. Viele Pferden werden dadurch in starken Stress versetzt, denn in freier Wildbahn würde ein Pferd niemals gleichzeitig rennen und grasen. Das sind zwei Dinge, die sich nicht miteinander vereinbaren lassen. Ist nun der Fremdkörper im Maul keine Nahrung, sondern das Trensengebiss und das Pferd muss Muskelarbeit leisten, so ist es durch den sogenannten Fress- und Einspeichelreflex unmöglich, dem Organismus ausreichend Sauerstoff zuzuführen.



Zusätzlich besteht die Gefahr, dass der durch das Gebiss ausgelöste vermehrte Speichelfluss beim körperlich beanspruchten Pferd ein Hustenreiz auslöst, da der Speichel sehr leicht mit dem Luftstrom in die Luftröhre gelangen kann. Die tierärztliche Hochschule Hannover hat in einer viel zitierten Studie nachgewiesen, dass die Mundhöhle des Pferdes grundsätzlich keinen Platz für ein Gebiss aufweist. Wenn man genau hinschaut, kann man selbst bei zufrieden wirkenden Pferden, die mit Gebiss geritten werden, beobachten, dass sie durch das Zurückziehen des Unterkiefers versuchen, einer vermeidlichen Quetschung der Zunge zu entgehen. Dieses führt auf Dauer zu einer Verkrampfung, vor allem im Bereich der Unterkiefermuskulatur und kann nachfolgend zu Blockaden der Halswirbel bis hin in den Lendenwirbelbereich führen.



Alle diese genannten Gründe, haben Monika Lehmenkühler dazu bewogen, sich grundsätzlich gegen den Einsatz von Gebissen, welcher Art auch immer, auszusprechen. Sie ist davon überzeugt, dass der Gebrauch von Gebissen im Umgang mit Pferden ein fataler Irrtum sein muss. Wenn man ein Gespür für diese sensiblen Tiere und ihre Bedürfnisse hat, versteht es sich fast von selbst.

Ein Umdenken bzw. Erkennen, dass es auch andere Möglichkeiten und Wege gibt, die ich bisher gelernt hatte, erfuhr ich im Rahmen meiner Ausbildung zur Tierheilpraktikerin. Ich lernte eine völlig andere Arbeitsweise kennen und beschäftigte mich zum ersten Mal mit der Bodenarbeit. Ohne jegliche Einwirkung von Gewalt folgte mir mein Pferd willig und ohne jeglichen Widerstand. Dem Reiten ohne Gebiss stand ich erst sehr skeptisch gegenüber. Wie sollte das funktionieren? Wie sollte ich mein Pferd biegen? Wie sollte ich ihn im Gelände kontrollieren können?



Ich entschloss mich, den LG-Zaum zu testen und tauschte meine bisherige Trense gegen das Glücksrad aus. Die gebisslose Konstruktion lies sich ohne Probleme in mein Zaumzeug einschnallen. Sehr schön sind auch die verschiedenen Einstellungsvarianten durch Anpassung von Nasen- und Kinnriemen, sodass unterschiedliche „Hebelwirkungen“ möglich sind. Wird der Zügel hinter der Kinnkette eingeschnallt, ist jeglicher Hebel ausgeschaltet. Ich entschied mich den optimalen Hebel des LG-Zaumes zu nutzen und schnallte die Zügel vor der Kinnkette ein.



Da ich Bedenken hatte, nicht genügend Kontrolle über das Pferd zu haben, ritt ich zunächst auf dem Reitplatz. Cool Man, ein sehr sensibles und bewegungsfreudiges Pferd, reagierte mit einiger Irritation, fing auch ohne Gebiss etwas an zu kauen und wusste nicht recht, was es tun sollte. Nach kurzer Zeit ging er deutlich lockerer, entspannte sich und schenke mir mehr Aufmerksamkeit. Besonders schön war zu erkennen, dass er sich überhaupt nicht im Genick fest machte, wie es sonst bei Reiten mit dem Gebiss nach kurzer Zeit auftrat. Ich denke, dass dieses auf die Einwirkung des LG-Zaumes auf das Genick zurückzuführen ist. Besonders überrascht war ich, wie feinfühlig und differenziert man im Zusammenspiel mit den anderen Hilfen einwirken kann. Selbst das An-den-Zügel-Stellen und das Versammeln ist viel einfacher als ich geglaubt hätte. Mein Pferd konzentrierte sich wesentlich mehr auf mich und war nicht durch das permanente Kauen derart abgelenkt, wie es zuvor der Fall war.



Ich ritt von nun an ausschließlich mit dem LG-Zaum und schon nach ein paar Tagen konnte ich merken, wie mein Wallach aktiver und schwungvoller in der Hinterhand wurde. Sein häufiges Wegrutschen mit dem rechten Hinterbein ist nie wieder aufgetreten. Er wurde immer feinfühliger und stellte auch das Kauen komplett ein. Seine Arbeitsbereitschaft und Bewegungsfreude erhöhte sich von Tag zu Tag. Was mir besonders auffiel, war die völlig entspannte Maulpartie und dass er vermehrt abschnaubte. Mein Pferd macht seitdem beim Reiten einen sehr zufriedenen und gelösten Eindruck. Sehr schön zu sehen ist auch das völlig gelöste vorwärts-abwärts Dehnen, dass sonst nicht immer so einfach war.



Nachdem es auf dem Reitplatz mit dem LG-Zaum nun so gut klappte, entschloss ich mich zu meinen ersten Ausritt. Auch hier war mein Wallach entspannt wie nie, zwar noch etwas „guckig“, aber er schritt ganz anders entlang von Feldern, Wald und Wiesen. Kein hochgerissener Kopf mehr, kein ängstliches zur Seite springen. Meine Befürchtung, nicht genügend Kontrolle zu haben, wurde nicht bestätigt. Ich habe auch ohne Gebiss jederzeit die volle Einwirkung. Überhaupt hat sich ein ganz anderes, viel schöneres und intensiveres Vertrauensverhältnis zwischen mir und meinem Pferd entwickelt. Ich habe die ideale Zäumung für die bestmögliche individuelle Kommunikation gefunden. Die Entwicklung ist für mich schon beeindruckend, da ich immer geglaubt hatte, mein Pferd hat keinerlei Probleme mit einem Gebiss. Selbst im Gelände schnaubt er jetzt zufrieden, das hat er mit Gebiss nie getan, obwohl er am langen Zügel ging. Auch das zeigt mir, wie wohl mein Wallach sich mit dem LG-Zaum fühlt. Alles in allem gab es nur positive Veränderungen und das Schönste für mich ist, dass mein Pferd jetzt viel mehr Freude bei der Arbeit hat und ich ein viel besseres Gefühl. Pferde haben einem so viel zu sagen, wenn man sie lässt und sie können „lächeln“.

Fazit:
Der LG-Zaum ist eine wirkliche Alternative zum Gebiss, da auch anspruchsvolles Reiten uneingeschränkt möglich ist. Zudem bietet dieser Zaum sehr viele Vorteile für Pferd und Reiter. Jegliche Hilfen sind möglich, ohne die Kontrolle über das Pferd zu verlieren. Die gebisslose Konstruktion ist in alle Zaumzeuge einschnallbar und für jedes Pferd geeignet.

Zur Person
Gabi Kirstein-Besel ist ursprünglich Bilanzbuchhalterin und hat ihre Ausbildung zur Tierheilpraktikerin an der Tiernaturheilkundeschule Vock absolviert, wo sie jetzt auch als Dozentin tätig ist. Sie selbst behandelt Hunde, Katzen und Pferde. Gabi Kirstein-Besel lebt mit ihrem Mann, zwei Hunden, einem Vogel und ihrem Pferd „Cool Man“ in der Nähe von Bremen. Das Copyright der Fotos liegt bei Gabi Kirstein-Besel. Noch viele Infos mehr finden Sie auf www.thp-naturheilkunde.de.



Auch Britta Vock von der Tiernaturheilkundeschule ist als Autorin für uns tätig:
Reiki für Pferde
Australische Bachblüten
Blutegeltherapie bei Pferden
Entgiftung des Körpers


Viele tolle Infos rund um den LG-Zaum („Glücksrad“) sowie Bestellmöglichkeiten finden Sie unter www.molekuer.de.





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