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 So viel mehr als nur klopfen

Der treibende Schenkel - was er kann und wozu man ihn braucht

Was bedeutet "treiben"?



„Ausbildung beginnt erst, wenn man zum Treiben kommt; man Schenkel und Gewicht einsetzen kann.“
(Paul Stecken, 2012)


Text und Fotos: Anne Schmatelka


Da es ja auch zum Einsatz des treibenden Schenkels sehr konträre Auffassungen gibt, ist es notwendig, im ersten Schritt das Wort Treiben zu definieren. Die Definition ist zwar nicht neu, scheint aber im Zuge der allgemeinen Verwirrung untergegangen zu sein.

Treiben heißt weder quetschen, noch hacken und auch nicht stoßen. Ein treibender Schenkel liegt ruhig am Pferdeleib in der für die jeweilige Lektion und Übung vorgesehenen Position an und fordert das Pferd durch regelmäßigen feinen Druck / Impuls mit der Wade zum mehr Aktivität auf. Um allerdings einen treibenden Schenkel im Sinne der Reitlehre zu haben, muss man korrekt und losgelassen im Gleichgewicht in der Bewegung des Pferdes sitzen können.

Man kann einen Schenkel nicht korrekt einsetzen, wenn man sich selbst verspannt oder gar am Zügel festhält. Dann schaukeln die Unterschenkel unruhig hin und her und geben dem Pferd sehr missverständliche Signale. Es wird mit der Zeit abstumpfen und der Reiter muss, wenn er dann mal treiben will, mehr Kraft aufwenden. So entwickelt sich ein Kreislauf aus Kraft und Druck und Gegendruck.


Die Demonstration zeigt es: Für ein Schulterherein ist die Lage des inneren (rechten) Schenkels falsch. Er liegt zu weit hinten. Er sollte am Gurt liegen und treiben. Die Hände zu breit und zu hoch geführt, die linke Schulter hoch gezogen. Das Pferd muss mit der Nase hinter die Senkrechte kommen. Der unruhige Schweif zeigt die Verspannung.

Der treibende Schenkel hat unter anderem die Aufgabe, das Hinterbein zu aktivieren, die Hinterhand heranzuschließen, vor dem Ausweichen zu begrenzen, die Rippen zu biegen und die Vorwärtstendenz zu erhalten.

Wer aber übernimmt alle diese Aufgaben, wenn der treibende Schenkel fehlt?


Es gibt Reitauffassungen, die vertreten die Grundidee, dass man einen treibenden Schenkel nicht braucht. Wie hält man aber ein Fortbewegungsmittel mit Heckantrieb - was ein Pferd ja unzweifelhaft ist - am Laufen, wenn die Automatik auf Leerlauf steht. Vorantreiben kann man sein Gefährt dann jedenfalls nicht mehr.

Pferde sind nicht dumm! Es ist nachgewiesen, dass das Hinterbein mit der Zeit langsamer, weniger aktiv wird, wenn der treibende Schenkel nicht für regelmäßige Impulse sorgt. Nur drauf sitzen und die Beine hängen lassen funktioniert also nicht. <

Sicherlich wird das Pferd irgendwie auch laufen, wenn es nicht ein ganz gemütlicher Vertreter ist, der dann einfach stehen bleibt, aber Muskeln, Sehnen, Bänder und Gelenke korrekt zu belasten, statt sie zu überlasten, ist dann nicht mehr sichergestellt. Pferde, die von sich aus fleißig sind, nehmen damit nicht gleichbedeutend von sich aus Last auf oder haben ein aktives Hinterbein. Sie haben nur mehr Vorwärtsdrang als andere. Wenn dann ein Reiter sagt: „Ich brauche nicht treiben, der läuft von ganz alleine“, dann ist das ein Zeichen dafür, dass das Pferd läuft und nicht trabt oder schreitet. Wenn es dann im Galopp von sich aus vorwärts rennt, hat auch das nichts mit Aktivität aus der Hinterhand zu tun. Es mag eine vom Temperament des Pferdes ausgehende Gehfreudigkeit sein oder ein „davonlaufen“ vor dem Schmerz, der aus der Verspannung kommt. Die wiederum aus der mangelnde Aktivität des Hinterbeines entsteht.

Muskeln können sich nur entwickeln, wenn sie arbeiten müssen


Arbeiten im Sinne der ausbildungstechnischen Arbeit können sie nur, wenn sie durch die treibenden Hilfen des Reiters animiert werden. Animiert zum Strecken und zum Zusammenziehen. Diese Arbeit fordert dann immer ein klein wenig mehr, als das Pferd anbietet. Würden wir uns mit dem zufriedengeben, was uns das Pferd anbietet, würde es mit der Zeit immer weniger tun, denn es ist ja keiner da, der mehr fordert. Fordern heißt in dem Zusammenhang nicht, ein Pferd durch grobe Einwirkung zu zwingen. Es bedeutet nur, es zum Einsatz der notwendigen Muskeln zu richtigen Zeit und der richtigen Form zu veranlassen. Dazu braucht der Reiter seinen Schenkel. Wie sonst sollte es gehen? Mit gutem Zureden sicherlich nicht!


Dieser Artikel enthält folgende Kapitel:
  1. Was bedeutet "treiben"?
  2. Ein Selbstversuch: ohne treibenden Schenkel reiten
  3. So geht es nicht!
 

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