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 Die Grundgangarten richtig reiten

Wie kann ich den Galopp meines Pferdes verbessern?

Versammeln kommt erst ganz zum Schluss



von Anne Schmatelka


Ein Pferd zu besitzen, das von Natur aus mit einem guten Galopp ausgestattet ist, ist natürlich das Enfachste. Da muss man nur noch versuchen, diesen während der Ausbildung zu erhalten. Galopp kann man mit den richtigen Übungen und Lektionen jedoch auch verbessern … Durch reiterliche Fehler allerdings auch deutlich verchlechtern.

Spätestens, wenn es an die Versammlung geht, leidet bei vielen Pferden die Qualität des Galopps. Es wird versammelt, versammelt und nochmals versammelt. Bis aus dem einstmals gut durchgesprungenen Galopp nur noch ein laues „Hüpfen“ bleibt. Das nicht zuletzt auch, da das Pferd durch dauernde Versammlung schneller ermüdet und ihm die Muskeln schmerzen. Über zu viel und falsch verstandene Versammlung stehen die Muskeln dauerhaft unter negativer Spannung, werden schlechter durchblutet und Stoffwechselprodukte werden nicht ausreichend ausgeschwemmt.

Ein Muskel wächst durch Übung und zwar immer dann, wenn er gemäß seiner natürlichen Funktion beansprucht wird. Er wird gleichmäßig durchblutet und dadurch besser ernährt. Er wird mit der Zeit dicker, was man Arbeitswachstum nennt. Wird er hingegen über einen längeren Zeitraum einer falschen Belastung und damit verbunden falscher Spannung ausgesetzt und zu einer Tätigkeit veranlasst, die er auf Sicht nicht vollbringen kann, wird er nicht wachsen. Fehlerhafte Belastungen haben Ernährungsstörungen im Muskel zur Folge. Es kommt zu keinem weiteren Aufbau von Muskelsubstanz. Der Muskel nimmt trotz permanenten Reitens und Trainierens ab. Darüber hinaus verliert der Muskel an Elastizität, er verhärtet und ist verkrampft. Pferde, die kontinuierlich einer solchen Muskelbelastung ausgesetzt sind -und dazu gehört auch die fehlerhafte Arbeit im Galopp- werden dünner und kantiger. Selbst eine gute Fütterung kann das nicht aufhalten.


Die Nase muss vor. Ein Pferd, vor allem ein 3-jähriges Pferd, auf diese Art zu reiten, ist ein absolutes No-Go. Auch das Aussehen des rechten Pferdes (von hinten) spricht Bände. Eine komplett fehlerhafte Bemuskelung als Ergebnis falschen Reitens!
Foto: Anne Schmatelka


Was läuft falsch, wenn der Galopp immer schlechter wird?


Wie auch bei allen anderen Dingen in der Reiterei hat es meist mehrere Gründe, warum die Qualität der Grundgangarten leidet: der Schritt nicht mehr geregelt, der Trab hölzern bis hin zur Zügellahmheit, der Galopp ohne klaren Dreitakt, die Sprünge flach ohne Durchsprung, teilweise bis hin zu Vierschlag.

Es hängt an mangelnder Losgelassenheit, an Verspannungen, an der fehlerhaften Anlehnung, am zu kurzen Zügel, an der nicht vorgelassenen Nase, an der mangelnden Dehnung des Halses, an dem Hinterbein, was nicht aktiv abfußt, an der mangelnden Elastizität des Pferdes insgesamt – fast immer herbeigeführt durch reiterliche Fehler!

Gerade wenn es um Versammlung geht, machen Reiter elementare Fehler, die dann darin enden, dass die Pferde entweder ihre gesamte Bewegungsfreude verlieren oder hochgradig explosiv werden, durchgehen, bocken, widersetzlich sind. Viele Reiter versuchen das dann damit zu unterbinden, dass die Zügel noch eine Idee kürzer genommen werden, damit die Pferde nicht von der Fahne gehen und der Galopp noch weiter zurück genommen wird – von Hand. Charakterlich schwierige Pferde werden dadurch noch widersetzlicher, unsichere Pferde ängstlich, wieder andere galoppieren gar nicht mehr an. In allen Fällen geht nicht nur der gute Galopp verloren, sondern die Pferde werden mit Zeit krank!

Den Galopp und seinen korrekten Durchsprung muss man „fordern“ (im positiven Sinne). Man muss jeden Sprung so reiten, als wollte man in dem Moment angaloppieren. Alle zwei bis drei Sprüngen eine halbe Parade geben und darauf achten, dass das Hinterbein durch den treibenden inneren Schenkel aktiv unter den Schwerpunkt springt. Das gilt für die Versammlung genauso wie für den Arbeits-, Mittel- oder Starken Galopp.


Das Pferd ist verspannt. Unruhiger Schweif, Rücken weg gedrückt, Nase hinter der Senkrechten, Maul offen, Reiterhand wirkt rückwärts. Das Pferd steht unter Stress. Das rechte Hinterbein kann nicht nach vorne springen, das Pferd weicht deshalb mit der Kruppe nach oben aus. Zudem könnte es Schmerzen durch den harten Einsatz der Sporen haben.
Foto: Anne Schmatelka


So soll es sein!


Die Nase an der Senkrechten. Die Reiterin sitzt korrekt in der Bewegung. Die Kruppe des Pferdes ist gesenkt, die Hinterhand nimmt Last auf und das Pferd „wächst vor der Reiterin in die Höhe.“ Die Reiterin ist Esther Andres.
Foto: Katja Stuppia



Dieser Artikel enthält folgende Kapitel:
  1. Versammeln kommt erst ganz zum Schluss
  2. Wie erreicht man, dass der Galopp wieder ausdrucksvoller - also besser - wird?
 

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