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 Falsche Haltung spielt eine entscheidende Rolle

Hufrehe: eine Zivilisationskrankheit?


Bild: Ein Pferd in der typischen Rehe-Stellung. Die Vorderbeine sind dabei nach vorne gestreckt, die Hinterbeine etwas nach hinten. Das Pferd nimmt diese Position ein, um den Schmerz zu erleichtern. / Foto: Maksida Vogt

Ist Hufrehe ein Problem der heutigen Zeit?



von Tamlyn Labuschagne

Vorbeugen ist besser als heilen. In meiner Jugend in Afrika wurde über Hufrehe als Hungerstörung der vernachlässigen und geretteten Pferde gesprochen. Pferde, die eine Zeit lang Hunger erlebt hatten, waren die, die wahrscheinlich an Hufrehe leiden werden, wenn überhaupt. Mein Interessengebiet mit Pferden war für lange Zeit die Zurückführung geschädigter Sportpferde zur vollen Gesundheit und damit für sie geeignete sportliche Möglichkeiten. In all den Jahren und verschiedenen Orten, an denen ich in Afrika arbeitete, waren die einzigen Pferde, die jemals Hufrehe erlitten haben, schwer vernachlässigte Pferde.

Ist Hufrehe ein Problem der heutigen Zeit?


Es ist interessant, dass 30 Jahre später Hufrehe so häufig auf der ganzen Welt vorkommt, dass wir sie unter sehr verschiedenen Umständen anfinden. Warum ist Hufrehe jetzt häufiger als noch vor drei Jahrzehnten? Ist es, dass die Diagnose dieser Krankheit fortgeschritten ist, und damit sehr viel bekannter? Nein. Gibt es mehr Pferde als früher? Nein. Wäre Hufrehe häufig aufgetreten, hätten Hufschmiede und Tierärzte sie diagnostiziert, denn die Erkrankung war eindeutig bekannt und wurde bei erkrankten Pferden auch behandelt. Waren es dann die Umstände, in denen wir in Afrika vor Jahrzehnten Pferde gehalten haben der Faktor, der Hufrehe so selten gemacht hat und sie auf vernachlässigte Pferde beschränkt hat? Ich denke, es ist eine relevante Tatsache, dass ich für die ersten 30 Jahre meines Lebens von keinem Pferd wusste, dass in seinem Futter beschränkt war, keine Möglichkeit hatte sich frei zu bewegen und allein oder zu zweit in kleinen Paddocks gehalten wurde. Pferde grasten den ganzen Tag, wurden zusätzlich zwei oder drei Mal am Tag gefüttert und hatten ausreichend Heu für die ganze Nacht falls sie im Stall waren und überdachte Heu-Krippen wenn sie draußen waren. Es gab keine „Futterrehe“ oder „Belastungsrehe“, weder unter den Sportreitern noch unter den Züchtern, unsere Hufbehandlungen erfolgten nicht länger als alle vier Wochen.

Hufrehe und grasen - hängt das überhaupt zusammen?


Warum ist es heutzutage so üblich, die Hufrehe in direktem Zusammenhang mit dem Grasen zu erwähnen? Früher wurde die Grasaufnahme nie als Grund oder als Auslöser für Hufrehe gefürchtet. Ich habe davon zum ersten Mal in meinen 30ern gehört, als ich ins grüne, üppige Neuseeland kam. In diesem Land gestalteten sich viele Dinge sehr anders, speziell was meine Erfahrung mit Pferden anbetraf.

Ich kannte nur einen einzigen Fall der reheverdächtig war. Der Schmied sagte von einem Pferd das ich gerade gerettet hatte, er würde womöglich Rehe bekommen. Er bekam sie nicht. Er wurde mit der Herde auf eine Koppel mit natürlichen Gräsern gestellt, bekam Getreide zugefüttert, hatte Zugang zu verschiedenen Sorten Heu und wurde alle vier Wochen ausgeschnitten, so wie alle anderen Pferde auch. Keines der Pferde, die so gehalten wurden, hatte je Stoffwechselstörungen, wie sie heute so oft üblich sind.

In Neuseeland erlebte ich zum ersten Mal Pferde auf „Diät“, Pferde die zu wenig Bewegung hatten. Ihr Gewicht wurde nicht durch Bewegung sondern durch die Reduzierung der Zeit des Grasens und dem Vorenthalten von Futtermitteln kontrolliert. Ihr Lebensstil waren die kleinsten Paddocks, die ich je gesehen hatte und oft waren sie einzeln gehalten. Ich sah zum ersten Mal die Pferde fast den ganzen Tag herumstehen, allein oder in Zweier-Gruppen, auf zu wenig Platz, um sich zu bewegen und ohne Grund miteinander zu spielen, wie ich es von Pferden normalerweise kenne. Ich begegnete zum ersten mal dem für mich seltsamen Konzept "Hufrehe würde dicke Pferde befallen". Ich erlebte meine erste schweren Hufrehe-Fälle. Diese Kontrastsituation zwischen meinen früheren Erfahrungen und dem allgemein weltweiten Trend, eine bessere Pferdehaltung zu finden, machte mich hellhörig. Die Konzepte: "fett" aussehende, "ausgehungerte", "gut genährte", "nährstoffarme" Pferde; ihre Routine, Lebensstil, ihre Zyklen in der Hufpflege und Fütterung, die Bodenbeschaffung ihres Lebensraumes und ihr Management waren alle anders als ich das in meiner Jugend erfahren hatte.


Hier sind die Hufe lang und platt. Man kann sehen, dass sie keine regelmäßige oder gute Behandlung erfahren haben, was bei den domestizierten Pferden ohne genügend Fläche zwangsläufig zur Erkrankung des Hufes führt.
Foto: Maksida Vogt


Dieser Artikel enthält folgende Kapitel:
  1. Ist Hufrehe ein Problem der heutigen Zeit?
  2. Rückkehr zur biologisch korrekten Lebensart
  3. Was passiert, wenn unsere Versuche im Umgang mit Hufrehe nicht funktionieren?
  4. Das Pferd muss richtig gehalten werden, damit es gesund sein und bleiben kann
 

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