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 Erlernte Hilflosigkeit und Depression bei Pferden

Hinter dem Funktionieren: von wegen HAPPY HORSE


Bild: Erkrankte Pferde leben nur noch in Angst vor negativen Konsequenzen und ihr Vertrauen zum Menschen ist völlig gebrochen. Foto: Martina Tiedemann / Zauberwaldfoto

Fallbeispiel und Problemanalyse



Die verschlossene und in sich zurückgezogene
Haltung erkrankter Pferde ist ein Ausdruck
ihres psychischen Leidens.


Nach außen hin zeigen sie weniger Reaktionen auf Umweltreize und machen einen apathischen Eindruck, wobei ihr Blick häufig starr wirkt. Auch zeigen sie eine deutlich schwächere Reaktion auf Berührungen bestimmter Körperteile (Widerrist, Flanke oder Brust). Ähnlich wie depressive Menschen, reagieren erkrankte Pferde im Vergleich zu „gesunden“ Vierbeinern aber sehr gefühlsbetont in einer Situation, die eine Herausforderung darstellt. Dies ist ein Hinweis darauf, dass diese Pferde deutlich nervöser, angespannter und ängstlicher sind. Emotional sind sie viel weniger belastbar als ihre Artgenossen.

Fallbeispiel


Ein Reitstallbesitzer vom sog. „alten Schlag“ ersuchte meinen Rat. „Ich bin jetzt 70 Jahre alt und arbeite mit Pferden, seitdem ich denken kann. Mein Vater hatte Pferde, mein Großvater hatte Pferde, mein Urgroßvater hatte Pferde. Natürlich gab es immer mal wieder Exemplare, die dümmer waren als andere, aber dieses Pferd hier ist das Seltsamste, das mir je untergekommen ist!“ Er präsentierte mir einen 6-jährigen Vollblüter, der auf den ersten Blick völlig normal aussah. Das Pferd folgte seinem Besitzer und stand immer brav neben ihm, wenn es verlangt wurde. Auf sein Kommando hin drehte sich der Wallach zuverlässig und stand auch sofort wieder ruhig, wenn er es sollte. Er funktionierte perfekt. Der Besitzer führte seine Beobachtungen aus: „Dieses Pferd hat ein Vermögen gekostet und bringt nicht genügend Leistung. Es ist zwar nicht aufmüpfig oder starrsinnig, aber es macht nur das Mindeste und lässt sich durch nichts motivieren. Außerdem erscheint es ständig krank. Kommt aber der Tierarzt, dann stellt dieser nur beste Gesundheit fest! Wie kann das sein? Ich bin mit meinem Latein am Ende!“

Problemanalyse
Durch zu harte Strafen und zu hohe Anforderungen hatte der Wallach eine „Erlernte Hilflosigkeit“ entwickelt. Zu frühes und zu hartes Anreiten sowie von Gewalt und Druck geprägte Ausbildungsmethoden erzeugten starke Hilflosigkeitsgefühle und Ohnmacht gegenüber dem Menschen. Er hatte aufgegeben. Leider geht die Geschichte nicht gut aus: Es war mit aufgrund von starker Gegenwehr des Besitzers zu meinem Bedauern nicht möglich, dem Pferd zu helfen. Ich konnte die beteiligten Menschen einfach nicht vom psychischen Leid dieses Pferdes überzeugen. Daher waren auch keine therapeutischen Maßnahmen möglich, die dem Tier adäquate Hilfe hätten leisten können.


Foto: Martina Tiedemann / Zauberwaldfoto


„Jeder Reiter und besonders die Trainer sollten nach dem Training dem Pferd auch noch in die Augen schauen können!“
{Franz Bachofner}


Über Susanne Kreuer


Susanne Kreuer studierte Psychologie, Pädagogik und Soziologie. Sie verfügt über langjährige therapeutische Erfahrung im Umgang mit Menschen und Pferden und ist als Coach in Wirtschaft und Wissenschaft tätig. Sie schreibt für verschiedene Fachmagazine und hat sich voll und ganz der Natural Horsemanship verschrieben. Hier geht es zum Autorenporträt mit 10 spontanen Antworten von Susanne Kreuer.



Tolle Seite von Susanne Kreuer auf facebook - Pferde verstehen: mit Achtung und Respekt Vertrauen herstellen


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Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Buch Pferdeverhalten verstehen: Wege aus der Krise von Susanne Kreuer.



Susanne Kreuer
Pferdeverhalten verstehen: Wege aus der Krise
Taschenbuch, Paperback, 229 Seiten
Pepper Verlag (www.pepper-verlag.de)
ISBN: 978-3-9816467-0-2
Preis (D): 24,90 €

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Dieser Artikel enthält folgende Kapitel:
  1. Was ständige Bestrafung auslöst
  2. Fallbeispiel und Problemanalyse
 

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