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 Extrem viele Ursachen sind möglich

Muskelschwund beim Pferd: früh erkennen und sofort handeln


Bild: Muskelschwund bei ehemaligem Springpferd durch unpassenden Sattel / Foto: Britta Vock

Ataxien


Ataxien sind ein weiter Begriff und können die unterschiedlichsten Ursachen haben. Ataxie ist erst einmal nur der Oberbegriff für verschiedene Störungen der Bewegungskoordination.

Ataxien können entstehen durch infektiöse neurologische Erkrankungen:

Botulismus
Unter Botulismus versteht man eine schwere Nahrungsmittelvergiftung. Sie kann lebensbedrohlich sein, ist aber nicht ansteckend. Verursacher ist das sogenannte Botulinumtoxin (Botulismustoxin), was ein Stoffwechselprodukt des Bakteriums Clostridium botulinum ist. Es zählt zu den giftigsten in der Natur vorkommenden Stoffen und bewirkt schwere Nervenstörungen, die letztendlich zum Tod führen können. Bei einem chronischen Botulismus kommt es zuerst zu Muskelschwund und Koordinationsstörungen. Das Clostridium Botulinum findet sich in Kompost, Klärschlamm oder von Gärrückständen aus Biogasanlagen. Ebenso in schlechter Silage oder auch wenn tote Tiere mit in Heu oder Silage eingepresst sind.

Tetanus (Wundstarrkrampf)
Tetanus ist eine Infektionskrankheit, die die muskelsteuernden Nervenzellen befällt und durch das Bakterium Clostridium tetani ausgelöst wird und nicht selten zum Tode führt. Das Bakterium kommt nahezu überall vor, auch im Straßenstaub oder in der Gartenerde. Die Infektion erfolgt durch das Eindringen der Sporen in Wunden und sondert dort Giftstoffe (Toxine) ab. Der Giftstoff Tetanospasmin schädigt die muskelsteuernden Nervenzellen und verursacht dadurch die typischen Lähmungen und Muskelkrämpfe. Gegen Tetanus sollte das Pferd daher immer geimpft sein.


Muskelschwund durch Bänderprobleme und Patellaschaden. / Foto: Britta Vock

Borreliose
Verursacher ist der Erreger Borrelia burgdorferi, Übertragung durch Zeckenbiss (Holzbock). Vor Angriffen des Immunsystems verstecken sich die Borrelien wie der sprichwörtliche Wolf im Schafspelz. Sie binden sich an sogenannte Kontroll-Eiweiße des Organismus und verhindern so, dass der Körper sie als feindliche Eindringlinge erkennt, die es zu bekämpfen gilt. Zeckeninfektionen werden in hohem Maße von Nymphen verursacht. Erst rund 24 Stunden nach dem Festbiss einer infizierten Zecke breiten sich die Borrelien dann über das Blut und die Nervenbahnen im gesamten Organismus aus. Entfernt man die Zecke innerhalb dieser Zeit sachgemäß, so ist das Infektionsrisiko nur sehr gering. Meist treten frühestens drei Tage nach der Infektion die ersten Krankheitsanzeiche auf, vielfach aber auch erst Monate später oder die ersten Symptome werden gar nicht erkannt. Erst beginnt es mit einer Rötung an der Bissstelle, aber aufgrund des Felles wird diese vielfach übersehen. Meist wird man erst aufmerksam bei wechselnden Lahmheiten ohne erklärbaren Grund, der Muskel schwindet , die Gelenke schwellen an. Oft nimmt das Pferd auch ab, obwohl es ganz normal frisst.

Herpes
Verursacher ist der Equine Herpes Virus-1. Es gibt verschiedene Herpesviren, die dem Pferd gefährlich werden können. Die Viren gelangen über die Nase in das Tier, sind weit verbreitet und es kommt häufig zu Reinfektionen (Wideransteckungen).
Es kann zu Atemwegserkrankungen kommen, allerdings meist nur bei Jungtieren oder geschwächten Tieren. Der Virusabort tritt in der Spätträchtigkeit auf. Der EHV-1 kann auch zu neurologischen Erkrankungen führen. Infolge einer Myelitis (Entzündung des Rückenmarks) kommt es zu Lahmheiten oder Lähmungen der Hintergliedmaßen, was mit einem Muskelschwund einhergeht.

Für Herpes gibt es zwar Impfungen und die Impfstoffe lösen eine Antikörperbildung aus, können aber Reinfektionen mit Feldviren nicht vollständig verhindern. Jedoch verläuft die Krankheit bei geimpften Pferden meist harmloser, Virusaborte treten nicht auf.

Borna
Der Bornavirus war bis Anfang 2011 eine meldepflichtige Erkrankung (heute meldepflichtige Krankheiten). Er löst u.a. Verhaltens- und Bewegungsstörungen beim Pferd aus, meist auch Lahmheiten, Muskelzucken und Lähmungen der Hinterhand mit Muskelschwund. Sowohl die Bornaschen-Krankheit (BK) als auch die ausschließliche Infektion mit Borna-Disease-Virus (BDV) ist in Deutschland bei Pferden weitaus stärker verbreitet als bislang angenommen.

Laut BMELV Tierseuchenrecht heißt es auch "Seuchenhafte Gehirn-Rückenmarkentzündung der Pferde (Bornasche Krankheit)".


Dieser Artikel enthält folgende Kapitel:
  1. Mein Pferd sieht anders aus als früher
  2. Fehlerhafte Ernährung ist ein Schlüssel
  3. Körperliche Ursachen und Krankheiten
  4. Ataxien
  5. Nicht infektiöse Erkrankungen
  6. Die Therapie von Muskelschwund
 

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