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 Andalusien - Land der Pferde? Zu selten!

Ein kleiner Blick hinter die Kulissen der PRE-Pferde-Haltung
Datum der Nachricht: 11.01.2015


Bild: Vertrauen statt Dominanz - in Andalusien ein großes Ziel.
Text und Fotos: Denise C. Barth

Andalusien wird immer wieder Land der Pferde genannt und das ist es auch. Man braucht nicht lange zu fahren, um im Feld Stiere, Kuhherden oder Pferdeherden zu sehen. Wer hier her kommt, muss denken, dass das Pferd hier ein paradiesisches Leben führt...

Leider ist es in der Realität oft nicht so. Sicherlich gibt es großartige Gestüte, riesige Koppeln mit Pferdeherden, Stuten und Hengste gemeinsam. Doch leider gibt es auch die andere Seite: einsam angepflockte, gehobbelte (Vorderbeine werden mit einem Strick, oder Lederfesseln zusammengebunden) Pferde, ohne Sonnenschutz, ohne Windschutz mit einem Eimer Wasser am Tag.


Ein stolzer gesunder Spanier – so soll es sein.

Das Pferd war hier immer Gebrauchstier. Anders als z.B. in Bayern war es aber immer billig. Musste ein Bauer in Bayern Sorge dafür tragen, dass sein Feldarbeiter „Pferd“ bestens versorgt war, da es seine Existenz sicherte, war es hier in Andalusien anders. Es gab und gibt noch immer viele Pferde. Noch heute bekommen Söhne von Landwirten zur Geburt oder Kommunion Pferde geschenkt. Und dementsprechend wird häufig mit dem Material Pferd umgegangen.

Meist werden die Fohlen viel zu früh von den Stuten getrennt, oft schon im dritten Lebensmonat. Körperlich hat das selbstverständlich große Auswirkungen, die wichtige Versorgung durch die Milch entfällt. Leider müssen diese kleinen Pferde dann oft schon alleine leben. Spielen mit Altersgenossen, Schutz unter Mamas Bauch, die Rangeleien mit großen „Geschwistern“, all das findet nicht statt. Das kleine Tier lernt viel zu wenig Pferd sein.

Die Auswirkungen später für den Menschen sind groß. Ein Tier, welches nicht nach seiner Natur erwachsen geworden ist, ist für den Menschen sehr schwer zu verstehen. Wir sprechen sowieso nicht die gleiche Sprache und dann noch mit jemanden zu kommunizieren, der seine eigene Sprache nicht richtig erlernt hat wird sehr sehr schwer…

Wie gesagt, es gibt großartige Gestüte, es gibt einige wunderbare Pferdemenschen und hervorragende Reiter und Ausbilder.


Artgerechte Pferdehaltung ist auch in Spanien in weiten Teilen leider noch nicht verwurzelt. Hier ein positives Beispiel.

Doch die Tiere, die häufig nach Deutschland verkauft werden, kommen meist aus anderen Ställen


Ich habe Ställe besucht mit Boxengrössen von 2,5 x 2,5 Meter und Elektrozaun innen, damit die schöne Mähne nicht abgerubbelt wird. Ställe so dunkel und stickig, nach Ammoniak stinkend dass ich fast umgefallen wäre. Ich habe Pferde gesehen, die in dem Moment, in dem der Stallbesitzer eintrat, alle anfingen in ihren Boxen auf der Stelle zu piaffieren, das Weiss um die Augen blitzte und die Pferde zitterten vor Angst, doch der Besitzer grinste mich freudestrahlend an. Es war schrecklich.

Man bot mir fertig eingerittene Pferde im Alter von zwei Jahren an. Ich kenne einen Ausbilder, der zum Einreiten dem Tier ein Hinterbein unter den Bauch bindet. Ich habe dabei gestanden und zu meiner Schande nicht den Mut gehabt, laut zu werden, als ein Pferd so lange im Korall [Anm. der Red.: eine Art enger Roundpen] gejagt wurde, bis es auf die Knie ging und dann eine Reiterin darauf gesetzt wurde.

Heute würde mir das nicht mehr passieren


Der Umgang ist anders. Die Pferde werden anders ernährt, anders aufgezogen und anders ausgebildet. Wer hat je an einer Kneipe in Deutschland mehrere Hengste nebeneinander stehen sehen? Hier ist es in einigen Orten noch immer üblich, am Sonntag zur Venta [Anm. der Red.: eine Bar] zu reiten.


So warten die Pferde auf ihre Besitzer, die die Venta besuchen. Am Maschendrahtzaun angebunden, mit typischem Vaquerosattel, Kandare und Serreta (vierzügelig geritten).

Warum ich das so ausführlich erzähle?


Der Andalusier, der PRE, sie sind wundervolle Tiere! Sie haben ein tolles Gebäude, wunderschöne Gänge und ein unglaublich feinfühliges Wesen. Sie verdienen es, geschätzt, geliebt und geritten zu werden. Doch es wird sich nur ändern und bessern, wenn nicht mehr jedes x-beliebige Tier gekauft wird, weil es billig ist. Wenn wir den Mut finden zu sprechen! Wenn wir die Narben der Serreta (ein eiserner Nasenriemen, der häufig zudem mit Spitzen versehen ist) nicht als Tradition abwimmeln.


Typisches Serreta-Zaumzeug.


Das Nasenstück ist aus Metall und mit zusätzlichen Haken versehen. Das gibt die typischen Narben auf dem Nasenrücken. Oft wird die Serreta viel zu tief verschnallt, so dass Verletzungen direkt über den Nüstern entstehen, bis hin zum Nasenbeinbruch. Die Serreta gibt es auch mit Leder ummantelt zu kaufen. Das verhindert zwar Narben, dennoch ist das Metall natürlich völlig unnachgiebig und passt selten.


Oft wird die Serreta mit solch einer Kandare kombiniert.



Wer ein Pferd direkt aus Andalusien kaufen möchte, sollte sich die Zeit nehmen, das Pferd mehrmals zu sehen, einen Tierarzt dazu zunehmen und auch einem deutschem Händler kritisch zu begegnen.

Damit es zu Hause nicht noch eine Anzeige gibt: Verkaufe schwierigen Andalusier...



Über Denise C. Barth


Denise C. Barth lebt mit ihrer Familie seit fast 9 Jahren auf ihrer Finca La Maya in Andalusien. Sie betrieb eine kleine Reitschule mit bis zu acht eigenen Pferden, in der es vorwiegend um die Grundausbildung von Pferd und Reiter ging. Im Moment hat sie drei eigene Pferde, die in einem großzügigen Offenstall leben. Denise C. Barth hat eine Ausbildung als Betreuerin im Therapeutischen Reiten. Außerdem hat sie ein Fernstudium an der ATN Schweiz zur Tierpsychologin absolviert. Sie bildet sich stetig weiter vor, vor allem in den verschiedenen Reitweisen (western, kalifornische Reitweise, klassische Dressur) und der Dual-Aktivierung. Den größten Einfluss auf ihre reiterliche und pferdische Laufbahn haben Linda Tellington-Jones, Sally Swift und Kerstin Diacont.

Mehr Infos unter www.fincalamaya.de

Die Bücher von Denise C. Barth


Lunas Reise: Die Kraft des Vertrauens in unsere Träume
ISBN-13: 978-3849117825

Das Mädchen Luna verliert ganz jung ihre Eltern, beschließt dem Traum ihres Vaters zu folgen und macht sich daher auf die Reise zum Meer. Die Strecke ist weit und einige Male ist das kleine Mädchen der Verzweiflung sehr nahe. Ihr Begleiter ist ein altes Pferd und im Laufe der Geschichte rettet Luna einen jungen Wolf. Der Wolf bleibt bei ihr und so übersteht das Trio die restlichen Abenteuer, bis sie endlich ganz anders als erwartet das Meer erreichen…. Ein Märchen für Jung und Alt, in dem das Vertrauens in unsere Träume eine magische Kraft entwickelt.




Das Lichtherz
ISBN: 978-3-8491-2085-6

Das Lichtherz erzählt die Geschichte zweier Frauen die ausgeschickt werden, der Götterwelt zu zeigen, dass die Welt lebens- und liebenswert ist. Ein Märchenbuch in dem sich jeder wiederfinden kann, der den Mut hat der Fantasie des eigenen Herzens zu lauschen. Hier eine kleine Leseprobe: „Was gibt es Schöneres auf dieser Welt?“ fragte sie sich glücklich. Die Gedanken an die Träume drängten in den Vordergrund, aber ehe sie sich durchsetzen konnten, war Luisa vom Pferd gesprungen. Sie hakte bei El Rojo die Zügel aus, so dass er grasen konnte ohne in Gefahr zu kommen sich darin zu verheddern und ließ sich dann in die Wiese fallen. Jetzt gestattete sie ihren Gedanken freien Lauf. Der Hengst, ohne Gebiss gezäumt, graste in Ruhe neben ihr, sie wusste er würde in ihrer Nähe bleiben. Ehe sie sich versah verschwand sie ihm Traumland.




Zara & Naya: Die Geschichte einer Freundschaft
ISBN: 978-3-8491-1702-3

Die Inspiration zu diesem Buch, war eine sehr tiefgehende lange Freundschaft. Es wurde geschrieben um Freundschaften zu ehren, als Geschenkbüchlein, um Freude zu machen, Hoffnung und Mut. Zu traurig und trist ist unsere Welt viel zu oft.

Zwei Frauen leben ihr Leben, die eine als Tänzerin, die andere als Geschichtenerzählerin. Zur Wintersonnwende, dem wichtigsten Fest der Heimat der Frauen, kommen beide um mit ihrem Volk zu feiern. Ihre Aufgabe ist es durch das Märchen, sowie einem gemeinsamen Tanz mit Feuerbällen das vergangene Jahr zu ehren und eine Vorschau auf das neue Jahr zu geben. In diesem Jahr geschieht es, daß die Vorhersage einen Krieg befürchten lässt. Die zwei Freundinnen und ein Mann der Gemeinschaft machen sich daraufhin auf den Weg Hilfe bei einem anderen Volk zu holen. Alle müssen grosse Prüfungen bestehen…. Magie und der Glaube an die Kraft der Freundschaft sind der Schlüssel in diesem kleinen Büchlein.



Alle Bücher sind erhältlich bei amazon.de, buch.de oder thalia.de.
 
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