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 Konflikte ohne das Gericht lösen

6 Antworten zur Mediation rund ums Pferd


Bild: DOC RABE Media auf fotolia.com
von Christina Wenz

Diskussionen über Futterqualität im Pensionsstall, das gekaufte Pferd ist wider Erwarten krank, zwischen Reitbeteiligung und Eigentümer des Pferdes kommt es zu Streit. Was all diese Szenen vereint: Manchmal bedarf es eines neutralen Dritten, um Konflikte zu beenden. Ein Gerichtsverfahren ist meist nicht die tier- und menschenfreundlichste Alternative und nicht selten aufgrund der Rechtslage auch gar nicht möglich. Bei Konflikten rund ums Pferd sollte man deshalb stets eine Mediation in Betracht ziehen.

1. Was genau ist Mediation?


Bei Streit ist nicht immer der Gang vor Gericht der einzige Ausweg - eine sinnvolle Alternative ist die Mediation, ein außergerichtliches Konfliktlösungsverfahren.

Die Mediation ist ein sehr strukturiertes Verfahren, das dazu dient, eine selbstbestimmte Lösung zu finden, die gemeinsam mit allen Beteiligten erarbeitet wird. In der Mediation werden die Streitenden als „Experten ihres Konflikts“ angesehen, die selbst am besten wissen, was gut für sie ist.

2. Für wen ist Mediation geeignet?


Geeignet ist Mediation für alle, die in einem Streit feststecken und nach einer guten, schnellen und unbürokratischen Lösung suchen – ohne vor Gericht zu ziehen. Wichtig ist insbesondere, dass alle bereit sind, sich zusammenzusetzen, um eine gemeinsame Lösung zu finden, mit der - und das ist das Entscheidende - alle Beteiligten zufrieden sind.

3. Warum macht Mediation besonders bei Streit rund ums Pferd Sinn?


Gerade wenn es um das eigene Tier geht, kochen die Emotionen schnell hoch, da einem das Wohlergehen des Pferdes natürlich am Herzen liegt und man die Zeit mit dem Tier genießen und nicht mit Ärger verbringen möchte. Oft eskaliert die Situation schnell so sehr, dass man in einem Gerichtsverfahren den einzigen Rettungsanker sieht. Konflikte, die vor einem Richter enden, ziehen sich oft sehr lange hin - eine Zeit, in der nicht nur der Mensch, sondern häufig auch das Tier leidet. In einem Streit darüber, ob der Verkäufer das von ihm verkaufte Pferd zurücknehmen muss oder nicht, ist es z.B. menschen- und tierfreundlicher eine möglichst schnelle Einigung zu finden. Mit Hilfe der Mediation können meist sehr schnell gute Lösungen gefunden werden, in denen das Wohl des Tieres und die Bedürfnisse der Beteiligten optimal berücksichtigt werden.

4. In welchen Situationen rund ums Pferd ist Mediation denkbar?


Die Bandbreite möglicher Konflikte ist fast unendlich und beginnt bereits beim Pferdekauf - etwa wenn das vor wenigen Wochen gekaufte Pferd wider Erwarten krank ist oder nicht über die beim Kauf vereinbarten Eigenschaften verfügt. Auch im Reitverein kommt es häufig zu Konflikten: schnell sind die Fronten so verhärtet, dass kein friedliches Miteinander mehr möglich ist. Rund um den Tierarztbesuch kann auch Streit entstehen, z.B. wenn der Tierhalter der Auffassung ist, dass das Tier aufgrund falscher Behandlung nach dem Tierarztbesuch kränker ist als zuvor.


Streit mit dem Tierarzt kann schnell entstehen. / Foto: chelle129 auf fotolia.com

Oder es kam zu einer Keilerei mehrerer Pferde auf der Weide. Wer bezahlt die Tierarztkosten bei einer Verletzung?

In all diesen Fällen und auch bei sonstigen Konflikten rund ums Pferd sollte man immer eine Mediation in Betracht ziehen.

5. Was sind Vorteile der Mediation gegenüber einem Gerichtsverfahren?


Oft schaukelt sich ein Konflikt so hoch, dass man sich nicht anders zu helfen weiß, als vor Gericht zu ziehen. Doch auch langwierige Gerichtsverfahren führen häufig nicht zum gewünschten Erfolg. Dazu kommen die hohen Anwalts- und Gerichtskosten. Zu Beachten sind auch die Honorare für Gutachten, die schnell schwindelerregende Höhe betragen können. Mediation ist eine schnelle und meist wesentlich kostengünstigere Alternative. Sie macht vor allem auch da Sinn, wo man noch lange mit dem Gegenüber zu tun hat, etwa bei Streit mit der Reitbeteiligung oder in der Stallgemeinschaft. Bei der Mediation gibt es nämlich - im Gegensatz zum Gerichtsverfahren - keinen Verlierer, sondern nur Gewinner. Das Ergebnis der Mediation ist immer eine individuelle Lösung, die dem eigenen Willen und der Situation entspricht. Die Klienten entscheiden selbst - und nicht ein Dritter wie z.B. ein Richter. Nicht zuletzt berücksichtigt Mediation nicht nur juristische, sondern auch wirtschaftliche und persönliche Aspekte. Hierbei kann dann auch optimal auf das Wohl des Tieres eingegangen werden.

6. Was ist das Ziel einer Mediation?


Ziel der Mediation ist eine schriftliche Vereinbarung, die für alle Beteiligten bindend ist. Es wird gemeinsam eine Lösung entwickelt, mit der alle Beteiligten gut leben können und die die Bedürfnisse aller Konfliktparteien - und auch die des Tieres - optimal berücksichtigt.

Über Christina Wenz


Christina Wenz ist Mediatorin und Volljuristin. Nach langjähriger Tätigkeit im Notariat und in Führungspositionen an verschieden Universitäten absolvierte sie eine umfangreiche Ausbildung zur Mediatorin an der Universität Heidelberg und dem Heidelberger Institut für Mediation. Seit einiger Zeit ist sie in eigener Kanzlei als Mediatorin tätig. Iher Arbeitsschwerpunkte sind Mediation im privaten Kontext, z.B. Scheidungs- und Erbmediationen sowie Mediationen im beruflichen Kontext, z.B. bei Teamkonflikten. Als Tierliebhaberin und Hunde- und Pferdehalterin ist ihr besonderes Steckenpferd die Mediation rund ums Tier.

Mehr Infos: www.mediation-wenz.de.

 

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