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 Heu ist das wichtigste Grundfutter für Pferde

Bakterien- und Pilzbelastung von verfüttertem Heu


Bild: Heu im wachsenden Gras – Qualitätseinbußen sind vorprogrammiert. / Foto: Nebe

Was macht man, wenn die Rundballen außen schlecht aussehen?



Das Problem beginnt in schlechten Heu-Jahren häufig schon beim Warten auf den richtigen Mähzeitpunkt. Das zu alte Futter wird dicht und schwer, Stängel knicken ab und beginnen bereits halb stehend – halb liegend zu faulen. Um auf dem Boden liegendes Futter zu mähen, müssen die Messer tief eingestellt werden. Das Mähgut liegt dann flach ohne "Stoppel" auf dem Boden. Um es mit der Presse aufzunehmen muss tief gekratzt werden und Erde sowie alles war auf dem Boden lag, wird aufgenommen und eingewickelt.

Immer wieder anzutreffen waren Heu-Rundballen, die eine schlechte Seite hatten, mit der sie - wie lange auch immer - auf dem Boden auflagen. Auch eine Lagerung im Freien unter von Jahr zu Jahr löchrigeren Folien führt zu deutlichen Mängeln in der Futterqualität. Bei zugekauftem Material lassen sich wichtige Details zur Herkunft des Futters nicht mehr zurückverfolgen.

Hilft es, die äußere Schicht wegzuwerfen, um wenigsten der Rest verfüttern zu können?


Dazu wurden von einzelnen Rundballen sowohl Proben aus der Außenschicht als auch aus dem Kern untersucht. Die Ergebnisse sind in Abbildung 1 und 2 dargestellt. In der Regel ist die Außenschicht ungünstigeren Einflüssen ausgesetzt. Hier sind selbst Spuren von Fäkalstreptokokken z.B. von Mäusen anzutreffen. Im Kern verhindern die mehr oder weniger starken Gärungsprozesse eine Vermehrung der Bakterien und Pilze. Es kann jedoch vorkommen, dass die Werte im Kern noch schlechter sind als im Außenbereich. Bei Probe 3 ist der belegte Einfluss von zwei Regengüsse während der Werbung möglicherweise maßgeblich. Hier steigt vor allem die Zahl der Pilze im Kern erheblich an und übersteigt den Wert in der Außenschicht. Hier hilft nur eine detaillierte Untersuchung.

Bei großflächig verdorbener Außenschicht ist auch im Kern meist die Zahl der Verderb anzeigenden Bakterien und Pilze so hoch, dass von einer Verfütterung an Pferde und andere Nutztiere abzuraten ist.

Bakterien- und Pilzbelastung in Heu-Rundballen (KBE/g)





Einheitliche Hygienebewertung


Bakterien und Pilzsporen sind weit verbreitet. Warum sind sie so gefährlich? Allein die Zahl der Bakterien ist noch nicht Ausschlag gebend. In einem abgestimmten Orientierungsrahmen des VDLUFA (Verband der Landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalten) werden die produkttypischen und Verderb anzeigenden Bakterien und Pilze in 7 Keimgruppen eingeteilt. Ausgewiesen werden die Kolonie bildenden Einheiten (KBE) je Gramm Futtermittel. Einzelne Bakterienarten verdorbener Futtermittel führen zu Verdauungsstörungen (Durchfall) bis hin zu Leberschäden. Die Gefährlichkeit der Pilzsporen liegt in ihrer Ansiedlung im Atmungstrakt. Hefen sind eine Untergruppe der Pilze und können ebenfalls zu Verdauungsstörungen (Koliken) führen.

Die Zahl der Bakterien (KBE) bewegt sich im Millionen-Bereich – 10 Mio. KBE/g gelten für den Verzehr durch Pferde als unbedenklich, ab 100 Millionen ist von einer Verfütterung abzuraten. Die normalen Pilz-Belastungen bewegen sich im Tausender-Bereich – 100.000 KBE gelten als unbedenklich – im Millionen-Bereich ist auch hier von einer Fütterung abzuraten.

Bei größeren Chargen rentieren sich die Kosten einer Heu-Untersuchung in jedem Fall – nicht nur wegen Art der Keime sondern auch im Hinblick auf den Nährwert des Futtermittels. Futterproben können direkt – oder über die Fütterungsberater der Dienstleistungszentren Ländlicher Raum (DLR) – an die LUFA Speyer, Obere Langgasse 40 in 67346 Speyer gesandt werden.


Bild: Heuballen zur Aufteilung und Untersuchung der einzelnen Fraktionen.



Dieser Artikel enthält folgende Kapitel:
  1. So viel Heu sollte Ihr Pferd bekommen
  2. Was macht man, wenn die Rundballen außen schlecht aussehen?
  3. Was bringt das Heu-Aufschütteln?
  4. Was kann der Pferdehalter tun?
 

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