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 Heu ist das wichtigste Grundfutter für Pferde

Bakterien- und Pilzbelastung von verfüttertem Heu


Bild: Heu im wachsenden Gras – Qualitätseinbußen sind vorprogrammiert. / Foto: Nebe

Was bringt das Heu-Aufschütteln?



Es ist allgemeiner Konsens, dass das Aufschütteln des gepressten Heues nur sinnvoll ist, wenn die Pferde nicht im Stall sind oder das Ausschütteln außerhalb des Stalles geschieht. So die Theorie.

Im Versuch wurde ein handelsüblicher Kleinballen (Abb.) mit ca. 12 kg Gewicht in der LUFA in Speyer zunächst aufgeschüttelt. Der Ballen zeigte äußerlich keine besonderen Auffälligkeiten und war bereits im Betrieb nach Lagerung über Winter auf dem
Heuboden aus drei Meter Höhe in die Tiefe gefallen. Und dennoch – beim Aufschütteln hat es reichlich gestaubt (die verwehten Staubpartikel konnten nicht mehr mitberücksichtigt werden). Vorab wurde eine Probe aus der Mitte genommen, die als „Heuprobe-Gesamt“ bezeichnet wurde. Die nachfolgenden Abb. zeigen, dass sich der Bakteriengehalt (Ballenmitte) noch im tolerablen Bereich befindet, der Pilzgehalt sich jedoch schon sehr im bedenklichen Bereich befindet.

Alles, was nicht durch ein grobes Sieb passte, wurde noch einmal im Labor in die Bestandteile unter und über 5 mm unterteilt. Wenn dieses immerhin 800 g (6,5 %) große Häufchen der Fraktion unter 5 mm, welches mitbezahlt wurde und beim Aufschütteln ins Stroh rieselt, sich bewegt, dann liegt das an den zahlreichen Milben, Pseudoskorpionen und sonstigen Spinnentiere. Milben im Futter werden für Verdauungsstörungen und Allergien verantwortlich gemacht.

Aus den Abbildungen wird sehr deutlich, dass die Bakterien an den groben Halmen und Blatteilen kleben, während Pilze und hier vor allem die Untergruppe der Hefen in den kleinen Fraktionen häufiger zu finden sind. Hefen können zu Aufgasungen im Verdauungskanal bzw. Kolik führen. Die aufgeschüttelte Grobfraktion des Heus liegt sowohl im Hinblick auf die Bakterien als auch auf die größere Zahl der Pilze noch über den Werten der vorab aus der Mitte entnommenen Gesamtprobe. Vor allem die Zahl von 6 Millionen KBE/g an Verderb anzeigenden Bakterien der Gruppe KG 2 erstaunt bei der äußerlich betrachtet ordentlichen Qualität des Heuballens.





Wie viel bringt das Einweichen ?


Die Zahl der Pferde, die aufgrund von Atmungsproblemen aus dem Sport ausscheiden, liegt seit Jahren im Bereich von 15 % - ein intensiver Arbeitsbereich für alle Tierärzte. Die Zahl der Boxen mit Wasserbottichen zum Einweichen von Heu wächst – schon bei relativ jungen Pferden - und verspricht zumindest eine teilweise Linderung der Hustenreizung. Ein Teil der vorab entnommenen „Heuprobe-Gesamt“ aus der Ballenmitte wurde daher im Labor zunächst 16 Stunden eingeweicht und untersucht. Die Zahl der Bakterien verfünffacht und die Zahl der Pilze verdoppelt sich in der 18 bis 21 °C warmen Brühe.

Im weiteren Verlauf wird ein ebenfalls 20 g schwerer Teil der eingeweichten Probe weitere 25 Stunden eingeweicht und untersucht. Die Bakterien vervielfachen sich in der 23 ° C warmen Brühe insgesamt auf das 25-fache. Danach wollen die meisten Bakterien wohl nicht weiterleben oder schwimmen in der ebenfalls untersuchten Brühe. Die Pilze haben ihren höchsten Vermehrungsgrad bereits nach 16 Stunden Einweichen erreicht.

Das Nässen des Heus kurz vor dem Verzehr mag die Staubpartikel binden und zu einer Linderung der Hustenreizung führen, wohlige Feuchtigkeit führt zur rasanten Vermehrung der Bakterien und Pilze, die mit dem eingeweichten Heu mit gefressen werden.





Dieser Artikel enthält folgende Kapitel:
  1. So viel Heu sollte Ihr Pferd bekommen
  2. Was macht man, wenn die Rundballen außen schlecht aussehen?
  3. Was bringt das Heu-Aufschütteln?
  4. Was kann der Pferdehalter tun?
 

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