Bitte um Hufbeurteilung

Bitte um Hufbeurteilung

Beitragvon Ramona1974 » 08.03.2008 13:04

Hallo,
ich stelle hier mal die Fotos von meiner QH-Stute ein.
Sie sollte im Jahr 2006 schon beinahe zum Schlachter, weil ihre Hufe so
schlecht waren und sie kaum mehr laufen konnte vor Schmerzen.
Ich habe die Stute als mehr oder weniger hoffnungslosen Fall seit letzen Sommer und sie läuft mittlerweile barhuf.
Anfangs konnte sie kaum ohne Hufschuhe laufen. Sie lebt in einem Bewegungsoffenstall mit verschiedenen Untergründen und wird ca. 3-4 mal die Woche geritten, meistens im Gelände.
Kurze Ritte gehen nun schon ohne Schuhe, längere oder feste Wege gehen wir mit Schuhen.

Ich bitte darum, wie Sie den Zustand der Hufe, Änderung der Achsen etc. beurteilen würden. Vorne links der Huf neigt immer noch dazu, außen zu breit zu werden und er ist noch recht flach, die Trachten wollen sich nicht weiter aufrichten und sind noch immer etwas untergeschoben.
Die Seitenwände haben sich aber alles in allem schon stark verbessert.
Die Hinterhufe sind allerdings immer noch sehr flach und wir hatten kürzlich das Problem, das die Wände im untersten Bereich anfingen hohl zu werden.
Der Schmied an unserem Stall hat dringend von einem Beschlag abgeraten und da sie nun auch wieder fröhlich und zügig ohne Eisen läuft, denke ich auch gar nicht darüber nach. In einem Offenstall mit 12 Pferden ist es sowieso besser ohne Eisen.
Die Fotos sind von Februar, die Zehenwände und die losen Seitenwände hinten wurden zwischenzeitlich nochmal bearbeitet. Die hohlen Wände wurden bis zum festen Kontaktpunkt beschnitten. Ca. 3 mm oberhalb dem Sohlenniveau.
Zum Glück war es noch früh bemerkt worden und erst in geringem Ausmaß.
Liegt das vielleicht an dem sandigen Untergrund den wir im Offenstall haben?
Wir hatten diesen Winter 5 von 12 Pferden mit demselben Problem.

Wie kriegen wir den linken Vorderhuf und die Hinterhufe noch besser in den Griff?

Vielen Dank und viele Grüße


Ramona
Zuletzt geändert von Ramona1974 am 08.03.2008 21:52, insgesamt 1-mal geändert.
Ramona1974
 

Beitragvon Santo94 » 08.03.2008 13:08

Wenn du Bilder hast,dann kann ich sie sonst morgen meinem Onkel mal zeigen,der ist Hufschmied und kommt morgen zu uns besuch.Aber ich kann dir leider nicht viel sagen.....
Santo94
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Beitragvon Ramona1974 » 08.03.2008 13:16

Sorry, wie klappt das denn hier mit dem Einstellen der Fotos? Ich glaube ich bin zu blöd...
Zuletzt geändert von Ramona1974 am 08.03.2008 21:42, insgesamt 1-mal geändert.
Ramona1974
 

Beitragvon Santo94 » 08.03.2008 13:21

Also,das glaub ich nicht!:wink:

Also,du kannst z.B auf www.tinypic.com gehen und da dann die Bilder hochladen.Wenn sie dann hochgeladen sind,kommen so links.Nun kopierst
du den 2.Link hier in einer neuen Nachricht. :wink:
Santo94
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Huffotos beim Abnehmen der Eisen und von jetzt

Beitragvon Ramona1974 » 08.03.2008 13:31

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oben sind die Ausgangsfotos direkt nach dem Abnehmen der Eisen, unten folgen die neuen Bilder in folgender Reihenfolge:
HL von vorne
HR von vorne
HL Sohle
HR Sohle
HL außen
VL außen
VL Sohle (ein kürzlich aufgegangenes Hufgeschwür rechts)
VR Sohle
HR außen
VL außen ( eine halb herausgewachsene Kronsaumverletzung)
VR außen

-auf den alten Bildern leider schlecht zu erkennen, die Hufbreite bei ca. 11,4 cm, jetzt messen alle Hufe + 1,5 cm, die Hufe haben sich geweitet.
Zuletzt geändert von Ramona1974 am 08.03.2008 21:39, insgesamt 4-mal geändert.
Ramona1974
 

Beitragvon Ramona1974 » 08.03.2008 13:32

Ich danke Dir, war gar nicht so schwer, wenn man weiß wie´s geht!
Ramona1974
 

Beitragvon Santo94 » 08.03.2008 13:35

Gern geschehen!Und ich habs am Anfang auch nicht gewusst! :wink: Aber wie du schon sagsts,wenn man weiss wie ist alles einfach!

Also schau mal morgen....... :wink:
Santo94
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Beitragvon Zossenschlosser » 09.03.2008 10:22

Hallo Ramona
Zu den Hufen:
Ich finde auch das die hufe schon wesentlich besser aussehen.
Was ich versucehn würde anders zu machen (wobei das jetzt keine kritik sein soll und ich auch garnicht weiß in wie weit das bei deinem Pferd möglich ist)
Ich würde versuchen den strahl mit zum tragen zu bekommen (ich weiß das QH meistens sehr kleine und enge Hufe und somit meistens auch einen kleinen strahl haben) und den abrollpunkt weiter zurück legen.
dadurch erreiche ich dann meistens auch eine optimale winkelung.
Untergeschobene Trachten schneide ich immer weg. Das die beiden vorderhufe die tendenz haben in unterschiedliche richtungen zu wachsen kann man nicht ändern und ist auch ganz natürlich.
Alles in allem finde ich das ihr ein sehr gutes ergebnis erziehlt habt.

Zu den eisen:
Ich finde es kommt immer darauf an was mit dem Pferd gemacht wird wenn es doch barhuf klappt super wenn du aber im sommer mehr ausreiten möchtest (und nicht immer hufschuhe anziehen möchtest) würde ich was drunter machen. Da sie ja in einem offenstall steht würde ich zu einem Kunststoffbeschlag raten.

Zu den Holenwänden:
ich denke das die witterungs einflüsse da eine gewichtige rolle spielen.
wie ich das meine:
seit oktober letzten jahres ist es fast nur am regnen richtig lange sonnen abschnitte hatten wir ja nicht. der boden ist ja auch nicht über einen längeren zeitraum gefrohren gewesen. dadurch werden die hufe (besonders bei Pferden die viel draußen sind wie das bei Pferden in einem Offenstall das der Fall ist) aufgeweicht. dadurch können dreck und steine sich leicht in die weiße linie setzten. und sich so [gesperrt] wände bilden. Ich denke wenn es jetzt trocken wird (und auch mal trocken bleibt) erledigt sich diese problematik von ganz alleine.

ich hoffe das ich dir helfen konnte für weitere Fragen stehe ich dir gerne weiterhin zur verfügung.
Wie immer gebe ich nur meine persönliche meinung wieder
LG ingo
Zossenschlosser
 

Beitragvon Ramona1974 » 09.03.2008 13:38

Hallo Ingo,

vielen Dank schon mal. Es ist schön, mal von jemand unabhängigem zu hören, dass wir schon Fortschritte gemacht haben.
Das Probelm mit dem Strahl ist mir tatsächlich schon aufgefallen.
Er entwickelst sich eine Zeitlang ganz gut, dan lösen sich aber immer so einzelne "Fetzen" ab und um eine vernünftige Pflege durchführen zu können, muß er dann doch immer wieder etwas in Form geschnitten werden, da ich natürlich kein Nischen für Fäulnis haben möchte.
Ich behandle die extrem tiefen mittleren Strahlfurchen ein- bis zweimal wöchtentlich mit Jodoformäther und Bürste die Sohle und den Strahl jeden zweiten Tag mit Jodogel ab, sonst mache ich sie einfach nur sauber, die Hufe bepinsel ich gar nicht mit Fett oder so, nur rgelmäßig mit Keralit.
Wir haben im Offenstall ein mit Pflastersteinen ausgelegtes riesiges Tränkebecken, durch das ein natürlicher Bachlauf geht.
Dort stellen sich die Pferde manchmal selber rein, wenn es lange trocken war.
Da bin ich jetzt jedenfalls beruhigt, dass die leicht hohlen Wände nicht durch falsche Pflege komme, sondern dann wohl eher durch die äußeren Einflüsse. Leider sind die Wände bei meiner Stute besonders an den Hinterhufen sowieso sehr dünn.
Dochmittlerweile kommen mir die Hufe schon fast "riesig" vor im Vergleich zu vielen anderen QH.
Ich denke, bei vielen Schmieden wird der Huf immer künstlich "zu klein" gehalten beim Beschlagen.
Ich denke meine Stute hat jetzt mit einer Breite von gut 12,5 cm ihr natürliche Hufgröße zurück erlangt.
Ich vermeide es sowieso schon, mit dem Hufkratzer o.ä. zu tief zu "graben" und bürste die Hufe einfach immer mit einer harten Bürste ab.
Wie gesagt, ich verwende meistens Hufschuhe und nach langem probieren und testen haben wir nun eine Kombination für vorne und hinten, die bisher bei jedem Wetter und Untergrund und in jeder Gangart absolut halten.
Ich habe bisher keinen Hufschuh mehr verloren.
Die Arbeit muß man sich dann halt machen, wenn man sein Pferd barhuf laufen lassen möchte.
Viele glauben, es ist einfach billiger sein Pferd barhuf zu lassen, aber ich denke, man muß auch beim Barhuf in regelmäßige Pflege, Bearbeitung und guten Hufschutz in anderer Form investieren.

Noch einige Fragen:
Ist es sinnvoll die sehr dicke Zehenwand der beiden Hinterhufe weiterhin zu beraspeln um den Abrollpunkt und die Lastenverteilung auf die Seitenwände zu verbessern? Wird sich der Huf dann noch etwas mehr von der Achse verbessern?

Sind Bearbeitungsintervalle von 3-4 Wochen (immer nur geringe Bearbeitung) okay?

Sollten die zur Zeit freischwebenden Teile, wo die hohlen Wände entfernt wurden sinnvollerweise mit Kunsthorn auffüllen, um die Lastenverteilung gleichmäßig zu erhalten?

Wie können wir eine bessere Aufrichtung/Wachstumsrichtung bei dem linken Vorderhuf erreichen?

Nochmals 1000 Dank und schönen Sonntag noch!!!!
Ramona1974
 

Beitragvon Zossenschlosser » 09.03.2008 16:25

Hallo ramona

ich würde die trachten gegebenen falls ein wenig mehr kürzen um den strahl mit zum tragen bekommen.
in meinen augen pflegst du viel zu viel
Ich denke soviel mühe brauchst du dir garnicht zu machen. ich würde das jodogel weglassen und nur mit jodoformäther arbeiten wenn wirklich strahlfäule vorliegt auch das wegschneiden der taschen würde ich nicht übertreiben denn das ist garnicht so dramatisch.

natürlich muss eine dicke zehenwand immer beraspelt werden egal ob vorne oder hinten denn dadurch erreichst du auch an den hinterbeinen einen guten winkel.
Ich würde nicht mit kunsthorn arbeiten und einen bearbeitungs intervall von 3-4 wochen halte ich für sehr kurz bei fohlen die eine fehlstellung haben ist dieser intervall vorteilhaft aber bei einem "normalen" pferd mit normalen füßen reicht in meinen augen ein intervall von 6-8 wochen denn dann sieht mann doch erst wohin sich der huf entwickelt und hat die möglichkeit das pferd vernünftig zu korriegieren.

Ich denke man neigt schnell dazu alles gleichmäßig und hundert prozentig haben zu wollen aber pferde sind natur und die ist nicht immer gleichmäßig und auch das hornwachstum ist unterschiedlich (das kommt schon alleine durch die unterschiedlichen belastungen beim fressen.

wie immer gebe ich nur meine meinung wieder
LG Ingo
Zossenschlosser
 

Beitragvon Ramona1974 » 09.03.2008 17:49

Hallo nochmal,

vielen Dank.
Ich denke, dass ist ein wenig mein Problem, denn ich neige immer etwas zum Perfektionismus.....habe immer Angst, dass vielleicht erneut Probleme mit den Hufen auftreten, die irgenwie dann nicht mehr so leicht in den Griff zu kriegen sind.
Dann werde ich jetzt einfach mal die nächste Zeit " meine Finger etwas mehr weglassen " von Tüpfel´s Hufen.
Manchmal muß man sowas mal von Außenstehenden hören, denn sonst kriegt man irgenwann den tunnelblick.
Werde im späteren Frühjahr nochmal neue Fotos machen, um dann eine bessere Verlaufskontrolle zu haben.
Also nochmals vielen Dank, ich finde es super, dass man von Dir hier unabhängig Tipps bekommen kann.
Bild
Viele Grüße


Ramona
Ramona1974
 

Beitragvon Zossenschlosser » 10.03.2008 19:27

hallo ramona
das problem mit dem prefektionismus haben viele menschen (ich eingeschlossen) ich habe auch gelernt immer alles sauber zu schneiden. oft ist es aber besser nicht zuviel zuschneiden sondern auch etwas so zulassen wie es ist. du glaubst garnicht wie schwer mir das am anfang gefallen ist.
ich freue mich schon auf deine fotos im frühjahr.
für die tips brauchst du dich nicht zu extra zu bedanken das ist doch selbstverständlich.

LG Ingo
Zossenschlosser
 

Beitragvon Silke » 11.03.2008 12:28

Ingo, ich möchte Dir trotzdem sagen, dass ich es nicht selbstverständlich finde, dass Du Dich so super um die Anfragen hier kümmerst und versuchst, jedem eine fachkundige Antwort zu geben. Das ist wirklich großartig - danke!!! :)
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Beitragvon Santo94 » 11.03.2008 17:36

Ja,ist nicht schlecht,wenn man einen Hufschmied im forum hat!!! :D
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Beitragvon Zossenschlosser » 11.03.2008 18:18

jetzt hört aber auf sonst werde ich noch rot :oops:
LG ingo
Zossenschlosser
 

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