Greifen / NBS-Beschlag

Greifen / NBS-Beschlag

Beitragvon Meinken » 25.02.2008 23:54

Hallöle,

bin das erste Mal in diesem Forum.
Aber nun zur Frage:
Bei meinem Pferd wurde ein Morbus Sudeck Syndrom + Fesselträgerschaden links festgestellt. Daraufhin wurde er auf beiden Vorderbeinen operiert, um eine stärkere Durchblutung zu erhalten. Gleichzeitig wurde Knochenmarkmasse aus dem Herzbein entnommen und in den Fesselträger gespritzt. Seitens der Klinik wurde mir der NBS-Beschlag empfohlen. Diesen hat mein Pferd erhalten, um so eine Unterstützung im Bereich des Abrollens als auch zur Sehnenunterstützung zu erhalten. Er läuft mit diesem Beschlag recht gut (ganz speziell das Abrollen). Mein Problem ist aber, dass er schon immer über die Hinterfüsse sehr massiv greift. Ganz speziell wenn er auf Weide ist. Durch den zurückgelagerten Beschlag ist natürlich ein Greifen noch mehr möglich.

Jetzt habe ich zwei Varianten für die Hinterfüsse gehört, die sich leider widersprechen.

1. die Zehe der Hinterfüsse kürzen (dass er nicht so weit vortreten kann)
2. die Zehe der Hinterfüsse länger lassen (um ein Abfussen der Hinterfüsse zu verzögern)

Welches von den beiden Vorschlägen stimmt?
Derzeit fliegen ihm die Eisen mindestens einmal pro Woche um die Ohren.
Habe es selber schon erlebt, dass ich ihn auf der Stallgasse losgeführt habe und er in diesem Moment in das Vordereisen getreten ist. Juchhuuu :(
Durch das ständige Wegreissen der Eisen leidet das Hufhorn ungemein.

Was kann man machen?????

Brauche dringend einen Rat

Liebe Grüße

Meiki
Meinken
 

Beitragvon Santo94 » 26.02.2008 19:30

Ich weiss da nicht gerade viel bescheid,sorry! :oops:

Aber frag doch mal den Hufschmied..... :wink:
Santo94
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Beitragvon Zossenschlosser » 26.02.2008 19:46

hallo meinken
das greifen liegt ja nicht an dem NBS-Beschlag. du hast ja geschrieben das dein pferd sich ja schon vorher gegriffen hat.
Um dir das besser zu erklären muss ich einwenig weiter ausholen:
warum greift sich ein pferd ?
ein pferd greift sich wenn das hinterbein schneller da ist wie das vordere weg.
gründe warum das vorderbein langsamer ist wie das hinterbein gibt es viele: anatoische gegebenheiten; erkrankungen an den vordergliedmaßen; schlechtes abrollen (also ein beschlags problem).

also was kann man machen?
dem pferd das abrollen an den vorderbeinen erleichtern bzw die hinterbeine langsamer machen.

das abrollen kann man durch die richtige platzierung des eisen und somit eine optiemierung des abrollpunktes erreichen.
zum anderen kann man durch eine veränderung des beschlags der hinterbeine erreichen das sie einen höhrern bogen in der bewegung machen meistens (das ist meine erfahrung) haben die hinterhufe eine zulange zehe die man kürzen kann.

was jetzt bei deinem pferd das beste ist kan ich dir leider nicht so einfach per ferndiagnose sagen.

aber was sagt der kollege der dein pferd betreut? hat er denn keine idee?
wenn ich das greifen garnicht in den griff kriege gehe ich auch schonmal dazu über flipflop oder kunststoffbeschläge anzubringen da sich diese nich so schnell ausziehen können. habt ihr schonmal in diese richtung überlegt?

wie immer gebe ich nur meine persönliche meinung wieder
LG Ingo
Zossenschlosser
 

Beitragvon Meinken » 26.02.2008 23:44

Hallöle Ingo,

lieben Dank für Deine schnelle Antwort.

Den NBS-Beschlag hat er bekommen, um bei der Vorerkrankung ein besseres Abrollen zu gewährleisten. Das klappt damit auch wunderbar. Er hat dadurch weitaus weniger Schwierigkeiten beim Laufen. Unter dem Sattel tritt das Problem mit dem Greifen auch nicht so häufig auf, da er hier natürlich kontrolliert läuft. Hinten hat er derzeit keinen Beschlag.

Ganz besonder schwierig wird es halt, wenn er auf der Weide ist und unkontrolliert herumtobt (Hannoveraner mit viel Blüteranteil). Ich habe halt nur gehört, dass es unterschiedliche Auffassungen gibt, wie die Zehe hinten zu bearbeiten ist. Eine kurze Zehe leuchtet mir persönlich ein. Jetzt überlege ich ebenfalls vom Stahl-NBS zu Alu-NBS zu wechseln, um zum Einen ein noch schnelleres Abfussen zu erhalten und evtl. auch die Hornwand zu schützen, da schmalere Nägel hierbei genommen werden können. Ist da was dran???? Ach ja, wie sieht das eigentlich mit dem Abnutzen aus. Derzeit hat mein Pferd einen Beschlagsintervall von max. 5 Wochen (bedingt durch die OP, wodurch eine starke Durchblutung des Hufes auftritt). Hierbei lass ich die Stahleisen einmal umlegen. Ist das mit den Alu-Eisen ebenfalls noch möglich oder sind mit jedem Beschlag neue Eisen fällig (Pferd läuft überwiegend in der Halle)? Voraussgesetzt er reisst sich die Eisen nicht gerade mal wieder vorher runter :(
Ach ja, was sind denn bitteschön FlipFlops / an meinen Füssen kann ich da ja noch was mit anfangen aber an den Hufen????? Hääääähhh

Liebe Grüße

Meiki
Meinken
 

Beitragvon Zossenschlosser » 28.02.2008 18:37

hallo meinke

hast du schonmal überlget wenn er auf die weide kommt sprungglocken dranzumachen??

Ob ein wechsel von stahl nach alu einen so großen untersied macht bezweifel ich denn alu ist zwar leichter aber der abrollpunkt bleibt identisch. ich nehme bei beiden sorten auch die selben nägel weshalb ich da auch keinen unterschied sehe. das problem bei alu ist nur das es teurer ist und sich wesentlich stärker abnutzt. ob du das alu eisen auch umlegen kannst kann ich dir auch nicht sagen aber sicher ist das es sich wesentlich schneller wie stahl abnutzt.
hast du schonmal über kunststoff nbs eisen nachgedacht? da hast du dann auch viele vorteile zum einen sind sie leicht dann nicht so teuer wie alu (immer noch teurer wie stahl) und das pferd kann sie sich nicht so schnell wie stahl eisen abtreten und sie haben auch noch eine stossbrechende wirkung.

bei einem beschlag mit flipflop eisen wird ein halbmindeisen mit einer spezillen platte aufgenagelt wobei der hintere teil des hufes nur auf der platte steht dadurch entsteht eine größere beweglichkeit und wenn das pferd sich von hinten reingreift greift es sich in die platte diese verbiegt sich und federt dann wieder zurück (ähnlich wie ein flipflopschuh) und dadurch bleibt das eisen feste drunter.

LG Ingo
Zossenschlosser
 


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