Trachtenzwang

Trachtenzwang

Beitragvon jawarumnur » 09.03.2008 12:28

hallo,

ich habe ein pony, das bis vor einem dreiviertel jahr rundum beschlagen war. als ich sie kaufte, wollte ich sie auf barhuf umstellen. das hat bislang auch gut geklappt.
sie hatte anfangs an allen vier hufen ziemlichen trachtenzwang und die tachten waren auch viel zu lang. leider habe ich keinen hufschmied gefunden, bei dem ich vollkommen einverstanden gewesen wäre, mit dem, was er da tat und reinreden mag man denen ja auch nicht.
also bin ich nach einiger zeit dazu übergegangen die hufe selber zu machen. das hat auch ganz gut geklappt, das pony läuft fröhlich über den bösesten schotter.
aber... den trachtenzwang an den vorderhufen werde ich einfach nicht los :(

hinten habe ich die langen eingerollten trachten einfach bis aufs minimum gekürzt und einige zeit die hufe so kurz gehalten, bis das nachwachsende horn nicht mehr die tendenz zeigte, sich einzurollen. das geht leider vorne nicht, da müsste ich quasi den ganzen huf abschneiden.

der strahl in den vorderhufen ist auch relativ verkümmert und ich bin mir nicht sicher, ob auch ein wenig strahlfäule dabei ist. allerdings ist die so oft beschriebene schwarze schmiere nicht in der mittleren strahlfurche, sondern in den seitlichen und geruch nimmt man nur wahr, wenn man die nase wirklich in den huf reinsteckt. trotzdem sind die strahlfurchen sehr tief durch den verkümmerten strahl.

insgesamt, ist es über die zeit ein wenig besser geworden auch an den vorderhufen. also muss ich einfach mehr geduld aufbringen bis sich der huf langsam allein mehr weitet, oder kann ich das zusätzlich durch bestimmte behandlungen beschleunigen?

meine jetzige hufpflege besteht darin, einmal die woche mit der feile drüber zu gehen, ggf überlappende eckstreben etwas zu kürzen und zwischendurch ab und an auszukratzen und steinchen zu entfernen.
das pony steht im offenstall, paddockuntergrund ist im moment sand/schotter. bewegt wird das pony jeden tag auf sand, meistens auch auf asphalt, waldwegen und schotter.

vielleicht kann mir ja jemand hier ein paar tips geben :)

liebe grüße und vielen dank
jawa
jawarumnur
 

Beitragvon Ramona1974 » 09.03.2008 13:59

Hallo,

vielleicht kannst du ja mal Fotos machen und sie einstellen.
Ich hatte fast das gleiche Problem bei meiner QH-Stute.
Wir arbeiten seit letztem Sommer daran und haben schon gute Verbesserungen erzielt.
Ramona1974
 

Beitragvon Zossenschlosser » 09.03.2008 16:30

Hallo
Ich denke auch das sinvollste ist wenn du fotos reinstellst denn so per ferndiagnose etwas zu sagen ist immer sehr schwer und in meinen augen auch immer ungenau

LG Ingo
Zossenschlosser
 

Beitragvon jawarumnur » 09.03.2008 17:59

danke für eure antworten :)

ich war grad eben beim pony und da ich mir schon dachte, dass die frage nach aktuellen photos kommen wird, hab ich mal meine digicam mitgenommen ;)

einmal ein bild, wo man die huflänge mal sieht
Bild

und dann von unten, wobei man hier nicht richtig erkennen kann, wie tief die strahlfurchen wirklich sind.
Bild

wenn der huf auf glattem boden steht, schwebt der strahl, was ja bei der huflänge eigentlich nicht der fall sein sollte. ich schneide vom strahl nur etwas weg, wenn es sich so fransig löst. trotzdem ist er so wenig ausgebildet, dass er sich quasi im huf verkriecht.
die mittlere strahlfurche zieht sich hoch bis zum fell, was ja auch nicht so sein sollte.
jawarumnur
 

Beitragvon Zossenschlosser » 10.03.2008 19:21

hallo jawa

ich würde die trachten noch ein wenig kürzen und die eckstreben weiter frei schneiden. zudem dann die zehenwand auch einwenig stärker beraspeln.

LG ingo
Zossenschlosser
 

Beitragvon jawarumnur » 10.03.2008 23:03

danke für deine antwort.

was meinst du genau mit eckstreben freischneiden?

ich habe eine zeitlang (etwa drei monate, entspricht bei meinem pony etwa 3,5cm huf) versucht, den teil der trachten, der hinten wieder enger wird, einfach gerade zu schneiden, sodass der "strahlausschnitt" wieder ein richtiges dreieck ist (ein bischen sieht man es auch noch)
das hatte leider null effekt. das nachwachsende horn ist nach wie vor eingerollt.

bislang habe ich den huf in der länge immer dem niveau der lebenden sohle angepasst. soll ich ihn in zukunft also mehr kürzen? (auf den bildern hatte ich ihn am tag vorher gemacht, kürzer ist er also eigentlich nie)

inwiefern sollte die zehenwand beraspeln? sie ist mittlerweile fast gleichmäßig dick. auf dem bild sieht es vielleicht nicht so aus, da ich die unten am tragrand immer an einigen stellen dünner raspel. so erreiche ich, dass das pony sich gleichmäßig abläuft.
anfangs war sie sehr ungleich dick und mein pony hat sich immer schiefgelaufen. das ist jetzt fast weg. soll ich sie auch weiter oben am huf beraspeln? (habe gehört, dass man das nicht tut wenns nicht unbedingt nötig ist wegen der natürlichen lackschicht)
jawarumnur
 

Beitragvon Zossenschlosser » 11.03.2008 18:43

Hallo Jawa
Mit eckstreben freischneiden meine ich den auf dem bild markierten bereich.
Bild
Kürzermachen darfst du den huf auf keinen fall sonst läuft dein pferd nicht mehr.
Du kanst die zehen wand noch etwas duünner machen (vorallem im unteren bereich) damit dein pony besser abrollen kann.
Ich beraspel grundsätzlich jeden uf in der gesamten länge damit ich einen geraden wandverlauf bekomme. das mit der "lackschicht" habe ich auch schon gehört aber niemand konnte mir sagen welche lederhaut sie produziert. und wenn ein pferd durch sand läuft wird sie auch abgerieben. ansonsten kannst du die hufe nach der bearbeitung auch einfetten dan hast die die "Lackschicht" wieder.

wie immer gebe ich nur meine persönliche meinung wieder
LG Ingo
Zossenschlosser
 

Beitragvon jawarumnur » 11.03.2008 21:29

ah, danke... ok, jetzt ist mir das mit den eckstreben klarer. leider ist es das, was ich einige zeit lang versucht habe... zu kurz vielleicht?

das mit dem sand klingt mehr als plausibel ;) brauch ich mir also keine sogren machen wegen dem beraspeln der wand. allerdings wüsste ich nicht, wo ich raspeln sollte, die wand sieht mir gerade aus...
Bild
achja, mit dem abrollen... sie läuft sich immer selber eine ziemlich ausgeprägte abrollkante an. sieht man auf dem bild auch ein wenig. ist das normal/gut?

sorry, dass ich so viel frag... aber ich bin recht neu auf dem gebiet hufbearbeitung ;)
ich finde es übrigens auch super, wie du die anfragen hier beantwortest. das ist absolut nicht selbstverständlich und zeigt, dass es dir um die pferde und nicht um die kohle geht. ganz großes lob auch von mir :)
jawarumnur
 

Beitragvon Zossenschlosser » 12.03.2008 18:52

Hallo Jawa
das problem ist das Pferde ausschneiden auch sehr viel mit erfahrung zutuen hat denn ist gibt kein messinstrument dafür was man anlegen kann und dann weiß wieviel da noch weggeschnitten werden kann. deshalb kann ich auch nicht genau sagen wieviel von den eckstreben noch wegkann.
Ich bearbeite die wand grundsätzlich bei jedem ausschneiden mit damit keine rillen sich bilden können.
wenn sich dein pferd eine abrollkante anläuft umso besser wichtig ist nur das es nicht stolpert. (wenn die zehe zu lang ist fangen Pferde an zu stolpern)
ich denke du machst dir da auch ein wenig viel sorgen denn ich finde die hufe von deinem pferd sehen nicht schlecht aus.

wie immer gebe ich nur meine meinung wieder
LG Ingo
Zossenschlosser
 

Beitragvon jawarumnur » 12.03.2008 20:16

so im gesamten bin ich auch zufrieden damit, wie die hufe aussehen... nur die trachten stören mich noch ;)
ich werd das mit den eckstreben nochmal über längere zeit versuchen, so wie du das beschrieben hast. mit der länge der eckstreben, werd ich mich wohl so langsam rantasten müssen. aber insgesamt hat mein pony eher schnell wachsende hufe, also denk ich mal, wirklich was schlimmes anrichten werd ich da schon nicht.

vielen dank auf jeden fall. so fische ich jetzt nicht mehr völlig im trüben, was nun richtig ist :D
jawarumnur
 

Beitragvon jawarumnur » 19.03.2008 13:16

ich hab mittlerweile, nachdem ich mich ein bischen mehr mit den ecktreben beschäftigt hab, festgestellt, dass in richtung der strahlspitze unter den eckstreben sehr viel zerfallshorn war. das habe ich nun entfernt und siehe da, der strahl ist gar nicht sooo klein, die sohle hatte ihn nur etwas überwuchert.
die hufe sind nun auch nicht mehr so "klotzig" und das sohlengewölbe ist wieder zu sehen.
jawarumnur
 

Beitragvon Zossenschlosser » 22.03.2008 18:15

Hallo jawa
das freut mich zuhören halte uns doch bitte auf dem laufenden wie sich die hufe weiter entwickeln.

LG ingo
Zossenschlosser
 

Beitragvon Pinto-Sundance » 26.04.2008 17:05

Hallo Jawa :D

Gibts was Neues bei Deinen Hufen?
Und bitte wieder so schöne Bilder mit einstellen, damit man die Fortschritte gut sieht.
Finde auch, Du scheinst die Hufe gut zu machen.
Ingos Argumente zur Lackschicht seh ich ganz genauso, ausserdem raspelst Du ja nicht jeden Tag an der kompletten Wand rum.
Die Zehenwand hast Du etwas dünner gehalten, seh das nicht so recht auf den Bildern, zwecks Abriebsteuerung, damit Huf nicht zu flach wird?

Hufen, die zu Trachtenzwang neigen, tut auch zusätzlich immer eine möglichst lange Zeit täglich auf möglichst hartem Boden gut.
Am besten noch viele verschiedene Untergründe.
Solche Hufen brauchen einfach noch ein wenig mehr Gegendruck, zusammen mit Deiner Bearbeitung und dem anfänglichen Kürzerhalten der damals eingerollten Trachten bringt das bestimmt auch noch ein Stück!

LG PS
Pinto-Sundance
 

Beitragvon jawarumnur » 24.05.2008 13:04

hallo,

leider haben sich die trachten bisher nicht weiter geweitet. das was bei den hinterhufen gut funktioniert hat, scheint vorn gar keine wirkung zu haben.

verschiedene untergründe habe ich hier zur genüge und wir reiten auch viel aus.
längere zeit harten boden (asphalt) haben wir bei jedem ausritt dabei, wo wir auch traben. auch der paddock in dem sie den winter tag und nacht steht, hat auch ziemlich harten boden.

die zehenwand hab ich an der beininnenseite dünner geraspelt, weil sie sich die äußere mehr abläuft als die innere. wenn nun die innere dünner ist, läuft sich der huf gleichmäßiger ab. sonst wird er auf die dauer ja schief, bzw ich muss ihn immer wieder gerade raspeln und das würde dann immer plötzliche stellungsänderungen mit sich bringen, die bänder und gelenke belasten würden.

ich kann ja heute mal ein paar bilder machen.
jawarumnur
 

Beitragvon Pinto-Sundance » 24.05.2008 14:13

Naja, ihr habt ja auch grad mal ca 1 Jahr nach Eisenabnahme.
Und laufen tut Dein Tier doch gut! Also wer wird denn so ungeduldig :lol:

Also wenn Du die Trachten schon etwas mehr "geöffnet" hast, wie von Ingo beschrieben, musst halt noch mal nachprüfen:
Hab Dir auch mal was gezeichnet:
Man soll darauf achten, dass die Eckstreben nicht einfach so ausgeschnitten werden, dass vor allem die "Mitte" ausgehöhlt wird.
Es soll ein gleichmäßiger Verlauf sein, der nach aussen weit öffnet.
So weit wie möglich, bis ein bis 2 mm an die weisse Linie der äussersten Eckstreben in Richtung Ballen ran.
Also vorsichtig rantasten, aber es scheint nicht viel zu bringen, ausser man öffnet wirklich bis nahe ran.

Bild

Sprich, bei Dir muss nur noch der hintere Teil mehr bearbeitet werden.
Dann lässt Du nur das Trachtenende mit dem grünen Pfeil jeweils links und rechts auf den Boden auftreffen.

Also nur mit der äussersten Kante.


Das mit den kurzen Trachten, dass diese sich irgendwann nicht mehr einrollen können, das glaub ich auch!

Manchmal hilft das allein wohl nicht, und zwar dann, wenn ZUVIEL Druck auf den Trachten ist.
Dann könntest Du probieren, die Vorderhufe doch steiler zu stellen.

Wohl am ehesten doch durch Dünnermachen der Zehenwand. Auch wenn sie wirklich sehr schön gerade verläuft.
Eben zwecks der Abriebsteuerung.
Kommen die Hufe steiler, erhalten die Trachten etwas weniger Last.

Ach, hast Du diese Seite schon mal ganz durch?
Die hat mir wahre Kronleuchter eröffnet.
http://www.pro-barhuf.de/

LG PS, die auf neue Bilder wild ist
Pinto-Sundance
 

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