Pferde Ausbildung?

Wanderreiten, Distanzreiten, Freizeitreiten, Vielseitigkeit, Voltigieren, spanisch, Therapeutisches Reiten...

Pferde Ausbildung?

Beitragvon Sandra1985 » 10.03.2006 15:24

Wie reitet man ein Pferd ein?
Wann beginnt man mit Longierarbeit?
Was genau macht man bei der Bodenarbeit?
Was muss man noch beim einreiten beachten?
Woran erkennt man, ob das Pferd es verstanden hat und das man eine Lektion weiter gehen kann?
Welche Fehler darf man niemals machen?
Ab wann gewöhnt man Pferde an den Sattel?
Wäre super wenn ihr mir helfen könntet, mir eurer praktsciehn Erfahrung, Theoriebücherwissen halte ich weniger was von, außer die Grundlagen.
Tschüss,
Sandra
Sandra1985
 

Beitragvon Silke » 10.03.2006 17:34

Hallo Sandra,

wow, soviele Fragen. :shock:
Darüber werden ganze Bücher geschrieben, deswegen schlage ich vor, dass wir uns entweder mit einer Frage beschäftigen (daraus ergibt sich ja immer mehr) oder Du uns einen konkreten (Problem?-)Fall nennst, den wir durchdiskutieren.

Los gehts, das wird spannend! :)

Viele Grüße, Silke
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Beitragvon Sailor » 10.03.2006 18:26

Wow, das waren wirklich verdammt viele Fragen, stimm ich Silke zu.

Da käms' du mit einem Buch nich' aus, soviel is sicher. :wink:

Tja, wie geht das... Das is von Pferd zu Pferd alles unterschiedlich. Die einen begreifen schneller, die anderen langsamer und jedes Pferd brauch 'n eigenen Trainingsplan, wenn du so wills'. Auf die Rasse kommt es auch an, denn die einen haben mehr Temperament als die anderen und mit denen muss man komplett anders umgehn als mit den Ruhigeren.

Bodenarbeit heißt hauptsächlich das Vertrauen und die Dominanz des Menschen zu festigen, was später wichtig is, wenn 's an 's Anreiten geht. Und je mehr Vertrauen ein Pferd zu "seinem" Menschen hat, desto einfacher is nachher so ziemlich alles, denn auch wenn das Pferd einige Zeit brauch um sich dran zu gewöhnen, dass du auf einmal oben drauf sitzt, wenn es das geschnallt hat wird es so ziemlich alles für dich tun.

Aber Silke hat Recht: Wie wär's, wenn du einfach mal erzähls' um welches Pferd 's geht?? Das macht das Ganze wirklich viel einfacher. Wenn du aber wirklich einfach nur so aus reinem Interesse frags', dann werden wir alle uns aber trotzdem Mühe geben dir soviel wie geht zu erklären.

Viele liebe Grüße,
Katha
Sailor
 

Beitragvon Sandra » 10.03.2006 19:06

Mein Fjordi ist jetzt 3 Jahre alt. Ich longiere ihn nahezu täglich, oft mit Sattel und Trense, was er auch akzeptiert hat.
Damits nicht langweilig wird, lege ich zwischendurch 4 Stangen auf dem Boden und lasse ihn drüber laufen.
Oder lasse ihn im Galloppp über stangen springen.
aber ich denke, daß ist im endeffekt ja doch immer das gleiche, und ich weiß, daß max auch lernen will und sich bewegen will
ständig legt er seinen kopf auf meinen kopf und pendelt dann mit seinem kopf von meiner rechten zur linken schulter immer linke schulter kopf rechte schulter kopf linke schulter etc. daher weiß ich nicht, ob ich seine "anführerin" bin oder er mich nicht akzeptiert und dann auch das training falsch ist, welches die grundlage dafür ist, daß ich im sommer zum ersten mal AUF ihm sitzen möchte.
Sandra
 

Beitragvon Sailor » 10.03.2006 19:55

Das is 'ne schwierige Frage. Eigentlich is dein Max ranghöher, sobald er irgendetwas tut, was du nich' wills'. Wenn du ihm also verbietes' seinen Kopf auf deinen zu legen, er dich aber ignoriert, dann akzeptiert er dich nich', ganz klar. Auf der anderen Seite, wenn du ihn einfach lässt und nix tus', is er auch ranghöher, weil das rangniedrigere Tier in der Herde die Erlaubnis des Ranghöheren brauch wenn es sozialen Kontakt aufnehmen will.

Wenn du Max nur longiers', wird das auf dauer sicher langweilig für ihn, sicher, dir würd ja auch langweilig werden wenn du jeden Tag das Gleiche machen müsstes', zwar ab und zu mal mit andrer Kleidung und vielleicht müsstes' du mal ein Gedicht und mal einen Aufsatz schreiben, aber letztlich wär es immer das Gleiche. Sein Verhalten is vielleicht ein Zeichen für Langeweile.

Ich würd anfangen mit ihm spazieren zu gehn, mach ihn mit unbekannten Dingen draußen - außerhalb der Reitbahn und des Hofes und Stalles usw. - bekannt, forder ihn heraus und gib ihm Aufgaben, die er lösen muss. Fang mit Bodenarbeit an, lass ihn über Planen gehn, durch Bäche oder Pfützen, bring ihm 'ne Vorhandwendung an der Hand bei oder 'ne Hinterhandwendung, dass er ausweichen muss wenn du auf ihn zukomms', Kompliment oder Hinlegen oder Sitzen sind lustige Aufgaben für zwischendurch und festigen obendrein deine Dominanz ihm gegenüber. Wenn du die Möglichkeit has, dann lass ihn ohne Longe und Sattel und Trense auf'm Platz laufen, mach 'ne Runde Join-Up Follow-Up mit ihm, dann kriegt er Bewegung und du auch und anschließend lass ihn hinter dir her laufen, damit akzeptiert er dich auch als Leitstute und wenn er's nich' tut, dann muss er halt wieder laufen (nehm an, du kenns' dich aus mit Join-Up nach Monty Roberts?? Wenn nich', sollteste dich ers' informieren, sons' kann das sehr schief gehn!!!!!). Biet deinem Pferd mehr Abwechslung, dann kriegt er auch bessere Nerven und wird dir mehr vertrauen. Mit meinem kann ich jede Menge machen, auch wenn ich drauf sitz, eben weil ich etwa zwei oder drei Jahre so intensiv mit ihm gearbeitet hab bevor ich mich drauf gesetzt hab. 's hat sich aber gelohnt, ganz eindeutig.

Dass er den Sattel akzeptiert is ein wichtiger Schritt beim Anreiten, aber has du dir mal 'n Helfer geholt und dich über seinen Rücken gelegt?? Nur gelegt, nich' drauf gesetzt, das is auch 'ne wichtige Übung. Ers'mal nur kurz mit dem Oberkörper drüber, nachher richtig drüber legen dass du keinen Kontakt mehr zum Boden has und nach 'n paar Mal 'n paar Schritte führen lassen, ganz zum Schluss drauf setzen und auch wieder führen lassen. das muss man allerdings einige Male machen, bis man sich longieren lassen kann. Und dazu muss eine für das Pferd sehr vertraute Person auf seinem Rücken setzen und in der Mitte beim longieren stehn und das Pferd muss beide Personen als ranghöher ansehn.

So, das war jetzt schon 'ne ganze Menge, ich könnt noch weiter machen, aber ich glaub, das hilft dir schon weiter. Wenn du noch Fragen has, bin ich offen, hab meinen Kleinen auch mehr oder weniger alleine ausgebildet.

Viele liebe Grüße,
Katha
Sailor
 

Beitragvon kiwi » 10.03.2006 21:33

Kann mich Sailor insgesamt nur anschließen.

Tgl. Longieren ist für ein dreijähriges Pferd zuviel, das ist doch noch ein Baby. Wenn du zu lange Longierst, bekommt er zudem zuviel Kraft und du ein Problem, wenn du erstmal im Sattel sitzt. Außerdem ist nur Longieren, selbst wenn du ab und zu ein paar Stangen mit einbringst, nicht bloß extrem eintönig und langweilig, sondern belastet auch die Gelenke stark und einseitig. Spaziergänge, Joggen, Bodenarbeit etc. sorgen für Abwechslung, aber das wichtigste für Köper und Geist ist immer noch Weideauslauf in einer Herde mit gemischten Altersgefüge, dann lernt der Kleine ganz nebenbei auch noch ein paar Manieren.

Fjordpferde sind Spätentwickler eventuell solltest du sogar überlegen ihn erst später einzureiten..
Aber da ist jeder anderer Meinung.
kiwi
 

Beitragvon Sailor » 10.03.2006 22:28

Stimmt, kommt alles noch dabei. Und was mir grad noch durch 'n Kopf geschossen is, dass 's nich' sonderlich clever is 'n dreijähriges Pferd mit Trense und Gebiss zu longieren.

Longieren geht nich' nur einseitig auf Muskeln, Gelenke und so weiter sondern auch das Gebiss wird dem Pferd durch's Maul gezogen und dadurch wird's vielleicht schon hart im Maul, bevor überhaupt jemals mit Zügeln gearbeitet wurd. Longier am Besten ganz einfach mit 'nem Stallhalfter oder mit 'nem Knotenhalfter, was aber schärfer is da es auf die empfindlichen Punkte am Kopf wirkt, damit muss du vorsichtiger sein als mit 'nem normalen Halfter.

Was für 'n Gebiss benutzt du zum Einreiten?? Has du mal überlegt 's mit 'nem Hackamore, also komplett ohne Gebiss sondern nur durch Druck auf die Nase zu reiten?? Wir bei uns haben die Erfahrung gemacht, dass junge Pferde durch den Druck besser lernen und Hackamores gibt's auch in verschiedenen Varianten von ganz harmlos nur aus Leder an Nase und Kinn bis hin zu den schon fast brutalen aus Ketten an Nase und Kinn, die auch nich' wirklich empfehlenswert sind. Nur 'n Tipp am Rande.

Viele liebe Grüße,
Katha
Sailor
 

Beitragvon Sandra » 11.03.2006 10:29

Hey, super für die vielen ausführlichen Antworten :)

Wir longieren ihn ja immer mal rechtsherum mal linksherum, ich dachte, so begreift er schneller die Schritte etc

Mit spazierengehen habe ich auch schon überlegt, aber habe Angst, weil er so angsthasig ist, daß er mir dann abhaut...

monty robertrs kenne ich, aber join up und so - daß kann ich machen?!

nein, das kenne ich dann wohl doch nicht.

achja, wie sage ich dem pferd, daß ich es gerne habe? die pferde untereinander kraulen sich am widerrist, aber das gefällt mäxchen wohl nicht?!
Sandra
 

Beitragvon Sailor » 11.03.2006 13:31

Kein Thema, is doch klar dass man hilft, wenn jemand drum bittet. :wink:

Welche Schritte soll er schneller begreifen, wenn du ihn links- und rechtsrum longiers'?? Er lernt dann zwar, dass die gleichen Kommandos das Gleiche bedeuten auch wenn er auf der anderen Hand geht, aber das is eigentlich nach zwei- oder dreimal longieren selbstverständlich.

Wenn dein Pferd so ängstlich is, dann sieh zu dass du jemanden mit einem älteren, erfahrenen, ruhigen und nervenstarken Pferd mitnimms', das bringt immer schon 'ne Menge. Mach ihn auf'm Platz mit unbekannten Dingen vertraut, da kanns' du ihn zur Not auch loslassen, da kann er nich' abhaun und du fühls' dich auch sicherer.

Wenn du Angst has mit ihm spazieren zu gehn, dann merkt er das und das machs' ihn nervös, denn in dem Moment fühlt er sich nich' mehr sicher bei dir und du verliers' deine Autorität ihm gegenüber. Du als Leitstute muss entscheiden wann etwas gefährlich is und wann nich' und wenn er das Gefühl hat, dass du unentschlossen bis dann entscheidet er und er entscheidet dann im Zweifel immer, dass es besser is die Flucht zu ergreifen. Da muss du dann die Nerven behalten, den Strick festhalten und ihn beruhigen. Wie is wieder von Pferd zu Pferd unterschiedlich.
Dass er abhaut, bedeutet übrigens auch, dass er dich nich' wirklich als ranghöher akzeptiert.

Join-Up kanns' du machen, klar, machen wir bei uns mit allen neuen und/oder aufsässigen Pferden und es hilft. Wie das im Einzelnen geht, siehs' du dir am Besten irgendwo an oder du liest es dir bei Monty Roberts durch, ich kann das schlecht erklären udn wenn du was falsch verstehs', machs' du's falsch und der Schuss geht eventuell nach hinten los.... Ich hab's mir durch Abgucken bei meiner Reitlehrerin beigebracht und das is - meiner Meinung nach - die beste Lernmethode.

Viele liebe Grüße,
Katha
Sailor
 

Beitragvon Silke » 11.03.2006 19:46

Sandra, es reichen auch kleine Schritte. Wenn Du Angst hast, dass er Dir abhaut, gehst Du anfangs eben nur über den Hof. Und wenn es nur drei Minuten sind. Du kannst so gaaaanz langsam steigern und er kann die Reize von außen in Ruhe verarbeiten. Er ist ja noch jung und KANN nicht alles kennen und können.

Aber Du mußt ihn fordern. Vom täglichen "Einerlei" wird er nicht sicherer, nicht gymnastizierter, bekommt nicht mehr Muskeln (um Dein Gewicht irgendwann tragen zu können) und wird vielleicht Unarten entwickeln (aus Langeweile). Zudem finde ich -wie die anderen auch- dass Du Dir mit einem 3-jährigen Fjordi viel Zeit lassen solltest. Regelmäßige Pausen sind wichtig, damit er das Gelernte verarbeiten kann.

Lebt er im Offenstall oder in der Box? Kommt er auf die Weide? Oder ist die Bewegung an der Longe die einzige für ihn?

Stimme Katha zu. Join-Up ist eine gute Methode, Körpersprache bewußt einzusetzen und die Rangordnung relativ einfach und OHNE Gewalt klarzustellen. Aber wie gesagt - mach Dich vorher ganz schlau, lies Bücher, sieh Dir die Videos an und am besten läßt Du es Dir zeigen. Probier es an einem älteren Pferd aus, nicht an dem jungen. Und falls Du im Internet suchst, bild Dir eine eigene Meinung. Es gibt zu Monty Roberts, wie zu vielen anderen Pferdetrainern, viele sehr extreme Meinungen. Versuch, die Theorie zu verstehen und mach Dir Dein eigenes Bild.

Viel Erfolg!
Silke
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Beitragvon Sailor » 11.03.2006 21:05

Oh ja, die Meinungen bei Roberts gehn sehr weit auseinander!!! Das Problem bei ihm is auch, dass er sehr hohe Anforderungen stellt. Hierhin gucken okay, dahin nich', dann die Hand so und so hoch heben aber bloß nich' höher oder tiefer, von da und da auf das Pferd zu gehn von da und da aber nich' und so weiter und so weiter. Versteh das Wesentliche und versuch bloß nich' alle Details zu verstehn und nachzuvollziehn und umzusetzen, das kann nich' funktionieren. Das "grobe" Join-Up is völlig ausreichend.

Und ich stimm Silke zu: versuch das Ganze ers' mit 'nem älteren Pferd, da kanns' du - ganz direkt gesagt - nich' so viel "versaun" (denk, du weiß wie ich's mein?!) wie bei 'nem jungen Pferd. Und das mit den kleinen Runden is auch 'n sehr guter Rat.

Du machs' das schon. :wink:

Viele liebe Grüße,
Katha
Sailor
 

Beitragvon kiwi » 11.03.2006 23:51

Ich halte z.B. von MR nicht (mehr) viel, da ich der Meinung bin, dass das Ganze zu sehr kommerzialisiert und verallgemeinert wurde und sich in einigen Teilen selbst widerpricht.
Zum selber ausprobieren und einfach nachmachen ist es jedenfalls auch ungeeignet, wenn überhaupt solltest du es unter fachkundiger Anleitung lernen und dir von einer erfahrenen Person zeigen lassen.

Ich finde allerdings, dass man gar keine besonderen "Übungen" braucht um die Rangordnung zu klären, sondern, dass sich diese ganz von alleine im tgl. Umgang bei Konsequenz und bestimmtem Auftreten regelt.

Vergiss nicht, auch ein junges Pferd ist nur ein Pferd und du solltest ganz selbstverständlich und normal damit umgehen.
kiwi
 

Beitragvon Sailor » 12.03.2006 02:54

Wenn man es wirklich und hundertprozentig wie Monty Roberts machen will, dann sollt man 's sich zeigen lassen von jemanden, das stimmt nur muss dieser jemand das dann studiert haben.

Sorry, kiwi, aber man sollt nich' die Art und Weise von jemandem verurteilen, wiel dieser Mensch und seine Vermarktung einem nich' passt. Ich selber denk auch, dass MR und seine Promotions zum Teil echt übertrieben sind und er als der absolute Guru hingestellt wird, was ich ätzend find, aber: seine Methode funktioniert.

Join-Up is letztlich nich sonderlich kompliziert, man lässt das Pferd eigentlich nur so lang laufen, bis es zu dem Menschen zurück will, denn für ein Herdentier is es das Schlimmste von der Herde - in dem Fall dem Menschen - verstoßen zu werden. Es dreht dann das innere Ohr zu dem Menschen, nimmt den Kopf runter, macht die Runden um den Menschen kleiner und kaut zum Schluss ab. Mag sein, dass viele Leute hier jetzt denken, dass ich irgendein Buch nachplapper, das stimmt nich'. Ich selber klär so die Rangordnung mit den Pferden bei uns, die sich irgendwie daneben benommen und meine Dominanz untergraben haben und anschließend läuft dieses Pferd mir ohne Strick überall hin hinterher, bleibt stehn, geht rückwärts und dreht sich weg - besser als vorher.

Sicher is das nich' von Dauer, man muss seine ranghöhere Stellung verteidigen und das jeden Tag auf's Neue, sons' fängt das Pferd an einen zu verarschen - auf gut Deutsch gesagt - und dann bringt auch der Join-Up nix mehr.

Versuch es an einem erfahrenen, älteren Pferd, Sandra und bild dir deine eigene Meinung da drüber, ich kann dir aus Erfahrung nur sagen, dass 's funktioniert.

Viele liebe Grüße,
Katha
Sailor
 

Beitragvon Silke » 12.03.2006 09:24

Grundsätzlich finde ich es wichtig, dass man sich fast alles im Umgang mit Pferden von anderen, erfahrenen Reitern zeigen lassen sollte. Das ist unabhängig von der Theorie, die sie "vertreten".

Aber Pferde sind zu komplex, als dass man das "schon irgendwie hinkriegt". Manche Menschen haben von Natur ein ein gutes Gespür für Pferde und können sich auch durchsetzen. Andere müssen das erst lernen. :)

Und ich finde es überhaupt nicht schlimm -im Gegenteil- wenn man sich schlaumacht, Rat holt und alles über Pferde lernt. Sicher, nur aus Erfahrung wird man klug. Aber ein wenig Basiswissen gehört unbedingt dazu.

So eine Lehre wie die von Monty Roberts wird in den Medien oft sehr verkürzt dargestellt oder aus dem Zusammenhang gerissen. Wenn man sich das Ganze aber erklären läßt, mit Hintergründen und wie es entstanden ist (meistens aus jahrelangen Beobachtungen - das hätte auch Herr Müller aus Hintertupfingen sein können!), ist das Ganze sehr logisch und in sich gut aufgebaut.

Und nicht MR macht es kompliziert (Hand hier - und es funktioniert, Hand woanders und es funktioniert nicht), sondern es sind die Pferde, die eben auf diese Unterschiede reagieren. Das ist Fakt und damit muß man sich auseinandersetzen. Das Pferde nämlich extrem viel mehr wahrnehmen als uns lieb ist. Und wir deswegen nicht immer verstehen können, warum es beim 1.001 Mal anders als die 1.000 Mal davor reagiert.

Man muß die wirtschaftlichen Interessen von den eigentlichen Lehren trennen. Ist mir eigentlich egal, wer es publik macht. Hauptsache, es tut keinem weh, ist also OHNE Gewalt, und es funktioniert. :!:

Die einen sagen, man soll dem Pferd nicht in die Augen schauen. Die nächsten sagen, man muß dem Pferd unbedingt in die Augen schauen.
Da muß man das für sich passende raussuchen. Es reagiert ja auch nicht jedes Pferd gleich! :roll:

Also: keep openminded! :!:
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Beitragvon Sandra » 12.03.2006 13:48

Vielen lieben Dank für die ausführlichen Antworten.

Das mit dem Join Up habe ich schon mit ihm gemacht, ohne zu wissen, das ich es getan habe.
:o Habe ihn in der Longierhalle gebracht, als er mal total frech war, und ihn ohne longe, sattel und trense einfach nur gescheucht, und ihn dabei angesehen und immer weiter bis er nicht mehr wollte und noch weiter und dann habe ich mich mit meiner schulter von hm weggedreht und dann kam er zu mir mit seinem gesenkten kopf und wollte schmusen - wusste nicht, daß das ein join up war :oops: hat aber funktioniert, das mache ich öfter mit ihm.
und wenn er nagst hat vor etwas gehe ich mit ihm dorthin und wenn er dann wieder durchgehen will halte ich ihn am strick streichel ihm am hals und rede beruhigend mit ihm - ich merke dann, daß er ruhiger wird.
aber MR finde ich interessant, werde mir mal ein buch von ihm kaufen, ich möchte ja, daß mein mäxchen ein gutes erzogenes pferd wird :)
Sandra
 

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