Das Drama auf den Abreiteplätzen

Wenn das Dressurviereck Ihr zweites Zuhause ist, können Sie hier darüber berichten.

Das Drama auf den Abreiteplätzen

Beitragvon Silke » 01.08.2007 14:15

Hallo Foris,

in einer der letzten Cavallos stand ein Bericht über die Methoden, die auf diversen Turnier-Abreiteplätzen auch von Top-Reitern gezeigt werden. Ob riegeln, mit den Sporen zustechen, dem Pferd Angst einjagen oder die berühmte Hyperflexion des Halses (Rollkur)... Sicher habt Ihr davon gehört.

Aber habt Ihr das auch schon mal gesehen?
Was tut Ihr, wenn jemand bei Euch im Stall schlecht oder ohne Sinn und Verstand mit seinem Pferd umgeht? Greift Ihr ein?

Dies ist ein Thema, bei dem Zivilcourage gefragt ist. Davon habe ich auch zuwenig. :oops: Aber ich kann es nicht leiden, wenn Tiere gequält werden und da geht selbst mir der Kragen hoch!!! :evil:

Bin auf Eure Erfahrungen gespannt!
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Beitragvon Sailor » 02.08.2007 09:12

Das sieht man überall auf den Turnierplätzen, sogar bei den ganz Kleinen schon, die grad mal bei 'ner E- oder A-Dressur mitreiten. Das is echt ätzend. :evil:

Bei mir am Stall reiten wenig Leute auf'm Platz deshalb sieht man so was bei mir nich', aber selbst wenn is die Frage, ob man eingreifen sollt oder nich' schwierig, denn letztlich macht jeder von uns Fehler, die dem Pferd auch eventuell schaden und 's is dann auch die Frage, ob man selber beim nächsten Mal die Kritik verträgt oder nich'... :?
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Beitragvon Mini-Mary » 02.08.2007 11:21

Wir haben sowas auch schon mehrfach gesehen, wirklich eingegriffen haben wir zwar noch nicht, aber einen Spruch hören sie auf jeden Fall, nützt bloß meistens nichts!

Das geht aber durch alle Riegen, ob von Kindern im Kat.C Bereich oder bei den Profis, da tun die sich alle nichts! Da werden Pferde geschlagen, weil sie einen Sprung gerissen haben oder nicht platziert wurden oder so.
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Beitragvon Silke » 02.08.2007 14:03

:cry: Mir tun die armen Dinger so leid. :cry:

Ja, wo ist die Grenze? Fehler macht jeder, ist klar. Aber man kann schon oft erkennen, ob jemand sein Pferd mag oder nicht. Schlagen, dreschen, riegeln oder schreien gehört da wohl weniger dazu (für mich). Wenn ich sehe, dass ein Pferd grundlos verprügelt wird, muss ich eingreifen. Da kann sich auch keiner rausreden mit "Der braucht das". Das ist absoluter Blödsinn. Die raffen es nur nicht, mit einem Pferd umzugehen!! Die wollen auch nicht darüber lernen, wie man es anders machen kann!! Und DAS finde ich so ätzend. Pferde sind dort nur Investitionen und Sportgeräte. Das ist abgedroschen, aber leider ist es doch so!

Aber ein Pferd ist doch ein Lebewesen und ehrlich gesagt, bringt es manchen Reiter zu Ruhm und Ehre. Und was ist das Ende? Dass es abgeschoben wird oder mit 10 tot umfällt. :shock:

Manchmal könnt ich echt ausrasten. :(
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Beitragvon Mini-Mary » 02.08.2007 19:05

Silke hat geschrieben:Pferde sind dort nur Investitionen und Sportgeräte. Das ist abgedroschen, aber leider ist es doch so!



Wie wahr!

Die Ungeduld der Leute ist es, wenn etwas nicht so funktioniert wie es soll, dann ist sowieso immer der Gaul schuldig, nie der Reiter oder Besi.
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Beitragvon DisneyDreams » 03.08.2007 20:24

Überall wo Turniere sind ist Ehrgeiz, wo Ehrgeiz ist sind manchmal recht unschöne Methoden. Ich selber reite in einem recht Turnier-orientierten Stall, und habe schon einiges miterlebt. Viel sagen kann man da nicht. Aber ich hab auch nicht den Mut dazu.... Selbst wenn man was dagegen tut erregt man meist ein bisschen aufsehen, aber geändert hat man nicht wirklich etwas. Derjenige macht trotzdem weiter, weil es sich ja seiner meinung nach bewert hat... traurig aber wahr...
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Beitragvon Silke » 04.08.2007 07:03

Manchmal denk ich auch, dass unsere lieben Vierbeiner einfach zu gut für diese Welt sind. Sie lassen sich so viel gefallen!!! :(

Andererseits, wenn sie das nicht täten, gäb es wohl keinen Reitsport.

DisneyDreams, ich kann mir vorstellen, dass Kritik eher abprallt. Und nachher hat man Probleme im Stall, weil man vielleicht sogar gemobbt wird?! Kommt ja alles vor. Allerdings muss ja wer anfangen? :shock:
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Beitragvon DisneyDreams » 04.08.2007 19:12

Hm, kommt drauf an. Ich hab eher die ehrfahrung gemacht, das die "harten" Reiter das nicht von heute auf morgen aufgeben weil da ein Mädel war das das nicht gut findet.
Auf der anderen seite sind da schützlinge von Ausbildern denen nicht bewusst ist was sie ihren Pferden antun.
Aber das beschränkt sich jetzt schon gar nicht mehr auf das Thema Dressur... Sondern auf Turniere im allgemeinen. Das man den Pferden im Maul rumriegelt und es für "An den Zügel reiten" hält ist schon eine Sache die häufig gesehen wird und oft mals schon als "normal" angesehen wird . So was wie Rollkur (Kenne mich da nicht wirklich aus, weiß nur das das durch extreme Zügel einwirkung ausgelöst wird, um das Pferd zum Kopf "einrollen" zu bringen und alles andere als gesund für Halsmuskulatur,Ganaschen und Genick ist) Fällt da schon eher auf.
Was mich sehr bedrückt ist, das die Leute die sowas betreiben, damit durchkommen und auch fast immer mit einer Schleife nach hause gehen...

Klar wird sowas von Dressurrichtern nicht geduldet, aber die Pferde sind meist so eingeschüchtert, bzw. ist ihr Wille soweit gebrochen das man in der Prüfung ohne weiteren aufwand glänzen kann.
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Beitragvon Silke » 04.08.2007 19:34

Da hast Du Recht! Wenn die Richter die Augen nur auf dem Turnierplatz haben und sonst nichts sehen... :roll:

Stimme Dir auch total zu, dass man den hartgesottenen erfahrenen Reitern kaum beikommen kann. Wirklich schlimm ist aber, dass solche Methoden weiterhin gelehrt werden. Mir ging es genauso. Wenn ich heute daran denke, was ich früher alles getan hab, weil es alle so getan haben... da wurden Pferde wirklich verprügelt und schlecht gehalten und ich hab es nicht kapiert. :oops:

Ich finde die Richtung gut, dass es immer mehr sogenannte alternative Ausbildungsmethoden gibt. Wobei das nicht wirklich alternativ ist. Leider ist die Turnier- und Erfolgsszene die weitaus größere und mächtigere, für die ja auch fleissig Tiere produziert werden. :roll:
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Beitragvon Mini-Mary » 04.08.2007 21:44

Da möchte ich doch mal ein Gespräch weitererzählen, was ich vor Kurzem mit solchen Turnierreitern hatte:

Das Töchterlein reitet schon lange und recht erfolgreich. Nun ist sie auf die Vielseitigkeit umgestiegen. Voller Stolz erzählte sie dann, dass ihr Pferd nach einem schweren Sturz bei einem so tollen Chiropraktiker war, der es wieder so hinbekommen hat (waren mehrere Wirbel verschoben) dass sie doch tatsächlich drei Wochen danach schon wieder eine A-Vielseitigkeit reiten konnte! :shock:

Da wurde doch einfach nur ein Sportgerät repariert, oder?
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Beitragvon Silke » 05.08.2007 13:37

Hallo, das geht ja GAR nicht. :shock:

Vielleicht sollte ich diese Diskussion lieber in den Tierschutz-Bereich verschieben? :evil: :roll:
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Beitragvon Sailor » 06.08.2007 16:40

Das Problem hat man überall, nich' nur beim Reiten, auch beim Fahren oder generell Sportarten mit Tieren. Die Viecher können sich nu mal nich' wehren und daher wird so mit ihnen umgegangen.

Bei blockierten Wirbeln muss man das Tier langsam wieder antrainieren, klar, aber Bewegung grundsätzlich is okay. 'ne A-Vielseitigkeit is aber wohl etwas zuviel... :?
Sailor
 

Beitragvon Cowgirl1975 » 07.10.2007 22:26

Hallo !
Genau das ist der Grund, warum ich schon vor Jahren mit dem
Turnierreiten aufgehört habe :evil:
Es ging schon teilweise damit los, wie die armen Tiere aus dem Hänger
gezerrt wurden, Sattel drauf und dann ab zum Abreiteplatz. Und wehe,
wenn die Prüfung nicht so verlief, wie sich die Reiter das vorgestellt hatten. Ich hab mir gar nicht ausgemalt, was dann manchmal in den Reitställen dann weiter passiert ist.
Ich hab auch mehrere Male in der Reithalle eingreifen müssen, weil die Reiter ihre Tiere geschlagen oder gegen die Bande geritten haben. Eine von den Damen hat aufgrund meines Kommentars dann meine reiterlichen Fähigkeiten angezweifelt.
Meine Antwort hierauf war nur: Jedenfalls muss ich mein Tier nicht mit Schlaufzügeln zusammenbinden und halb tot schlagen, bis mir der Galopp gelingt :evil:
Ich bin froh, dass ich jetzt schon seit Jahren eine Weide habe,
wo mein Tier mit anderen Tieren zusammen stehen kann und ich mit
Leute zusammen bin, für die Pferde auch noch Lebewesen sind und keine Sportgeräte.
Cowgirl1975
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Beitragvon Silke » 08.10.2007 09:36

Cowgirl, das find ich super, dass Du da mutig warst!!! Ich frag mich immer, was dieses "reiten" bringen soll...außer völlig verängstigte Pferde... aber das ist vermutlich das Ziel? Die Pferde zu brechen? :evil:

Da ist auch die Grundhaltung falsch, diese Reiter gehen davon aus, dass das Pferd alles (Fehler, verweigern...) macht, um IHN, den heiligen Reiter, zu ärgern. Das ist kompletter Blödsinn!! :evil: Das Pferd versteht es oft einfach nicht besser und oft sind auch die Hilfen, die vom heiligen Reiter gegeben werden, nicht eindeutig.

Ach, ich könnte heulen wegen dieses Themas.
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Beitragvon Sailor » 08.10.2007 14:31

Dass Pferde den Reiter NIE ärgern wollen, is auch verkehrt. Wobei 's den Pferden dann eher drum geht die Rangordnung neu zu klären... :? Viele Pferde schalten irgendwann auf stur weil sie keinen Bock mehr haben auf'm Platz gearbeitet zu werden. Sicher bringen Schlaufis einen dann auch nich' weiter, aber dann hm, "härtere" Hilfen zu geben, also den Schnkel mal richtig dran nehmen und die Zügel 'n Ticken kürzer zu nehmen, is dann in meinen Augen nich' grundsätzlich verkehrt. Und 'n Pferd, wenn's nich' geradeaus sondern lieber auf'm Zirkel gehn will, dann geht's halt immer kleiner werdende Zirkel, bzw. Volten, bis 's sich entschließt, dass ganze Bahn wohl doch angenhemer is...
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