Pferde-Ausrüstung: Hilfszügel unter der Lupe

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Pferde-Ausrüstung: Hilfszügel unter der Lupe

Beitragvon Silke » 12.12.2007 19:20

Hilfszügel geben immer wieder viel Anlass zu Diskussionen und auch Streitereien unter den Reitersleuten. Viele wenden sie an, wissen aber nicht, wie sie auf den Muskelapparat des Pferdes wirken. Falsche Anwendung von Hilfszügeln wie z.B. Stoßzügeln, Ausbindern, Halsverlängerern, Gogues und Schlaufzügel, können körperliche und seelische Schäden beim Partner Pferd hinterlassen. Denn nicht selten werden Hilfszügel in ihrer Wirkung gesteigert (z.B. durch zu kurze Verschnallung) und zwingen so das Pferd, den Kopf in einer unnatürlichen Art und Weise zu tragen – und dabei noch Höchstleistungen zu vollbringen.

Hilfszügel sind jedoch auch sinnvoll. Sie unterstützen die Reiter- und auch die Pferdeausbildung und erleichtern beiden die Zusammenarbeit – wenn sie korrekt und nicht zu lange angewendet werden. Gerade junge Pferde sind mit Hilfszügeln schnell überfordert, sie können sich noch nicht lange in Balance halten und sind schnell unkonzentriert.

Alle Hilfszügel sollten mit Bedacht und Vorsicht ausgesucht und angewendet werden. Das erste Ausbildungsziel ist immer eine Vorwärts-abwärts-Dehnhaltung, die nie allein durch einen Hilfszügel erreicht werden kann – höchstens unterstützt. Auch sollten die Zeiten, die ein Pferd mit einem Hilfszügel geritten/longiert sein, auf höchstens 20 min am Stück begrenzt sein, bei jungen Pferden viel weniger. Dann sollte sich das Pferd wieder entspannen dürfen. Jeder, der einen Hilfszügel einsetzt, sollte sich zunächst fragen, was er damit bezwecken möchte und sich dann klar machen, welcher Hilfszügel hier am nächsten kommt. Ziel einer Ausbildung sollte nicht sein, dass ein Pferd nur noch mit Hilfszügeln laufen kann. Hilfszügel sollen eins: helfen – und nicht dauerhaft zwingen! Denn in dem Fall ist der Reiter an der Reihe, seine Fähigkeiten zu verbessern.

Die Human- und Pferdephysiotherapeutin Ariane Prehn zeigt auf, was Hilfszügel leisten und wo ihre Grenzen sind. Welche Hilfszügel wie aussehen und wann sie wie eingesetzt werden können, erfahrt Ihr hier.

Bild
Ausbinder werden während der Reiter-Ausbildung benutzt. Auch Nele und Felix können sie gut gebrauchen.
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Beitragvon Zossenschlosser » 13.12.2007 18:45

Hallo
benutzt ihr hilfszügel? und wenn ja wann und wo für?
Liebe grüße Ingo
Zossenschlosser
 

Beitragvon Penny & Django » 13.12.2007 19:36

also ich benutz keine Hilfszügel, ich habnicht mal welche , ich finds ehrlich gessagt soweiso doof , wenn Pferde so gezwungen laufen müssen......

Und viele Leute finden es z. B. auch toll , wenn ein pferd mit der nase an der Brust läuft , aber ich finds Tierqualerei , aber das ist eben Meinungssache .... :roll:

LG Illona
Penny & Django
 

Beitragvon Hannoveraner » 13.12.2007 21:04

Also das mit der Nase an der Brust ist wirklich schlimm! :shock:

Zum an die Tür hängen: http://www.ridingart.com/images/No-Rollkur-1.gif

Bei usn im Stall wird auf keinen Fall mit Schlaufzügeln geritten :evil:


Ich selbst bin mit meiner alten Rb mit normalen Ausbindern geritten, und die Pferd bei uns im Unterricht haben Stoßzügel und Ausbinder(das ist für Anfänger aber auch viel besser!), die aber dann bei guten Schülern nicht drankommen! Mit der Rb die ich jetzt habe reite ich immer ohen Ausbinder und auch inzwischen die anderen Pferde...
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Beitragvon Silke » 14.12.2007 06:35

Da bin ich aber froh, dass es noch ein paar warnende Worte im Artikel gibt. :wink:

Nee, im Ernst, natürlich gilt auch hier: "So viel wie nötig, so wenig wie möglich."
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Beitragvon Penny & Django » 15.12.2007 14:43

da bin ich aber forh dass ich nicht die einzige bin die das so sieht , gell hannoveraner :wink:
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Beitragvon Hannoveraner » 15.12.2007 14:55

joa *g* ich hab sehe das garnicht gerne, das manche mit Schlaufzügeln reiten!!! :?
Was bringen Schlaufzügel eigentlich so besonderes, das man sie in der Hand hat?
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Beitragvon Sailor » 16.12.2007 20:03

Ich selber bin schon mit Schlaufis geritten und sie können tatsächlich sehr hilfreich sein, wenn sie vernünftig eingesetzt werden. Dazu gehört auf jeden Fall, dass das Pferd am langen Zügel in Schritt und Trab lang genug warm geritten wird und dann ers' die Schlaufis zum Einsatz kommen und dann auch nur "so viel wie nötig, so wenig wie möglich".

Die Schlaufis sind vor allem gut, wenn man 'n Pferd reiten muss (weil's vll. der Job erfordert) das eigentlich zu stark is oder aber so einfach nich' so halten is. Und dann können einem die Schlaufis schon sehr helfen... Und wenn's nur für die Seele is, dass man im Hinterkopf weiß, dass da noch was is, was wirkungsvoller is als die einfachen Zügel...
Sailor
 

Beitragvon Hannoveraner » 16.12.2007 20:10

Also,wie gesagt ich kenne mich damit nicht so aus :wink:
Aber es gibt halt viele Leute die Schlaufis auch einfach nur dazu benutzen um den Pferdekopf runterzubekommen :? Und die denken dann auch noch das das so alles richtig ist, genauso wie das Riegeln!
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Beitragvon Silke » 17.12.2007 08:14

Es geht ja auch nicht um den vorsichtigen, MAL-Einsatz. Sondern darum, dass, wie Hannoveraner schon sagte, viele einfach nicht wissen, was sie ihren Pferden damit antun. Regen sich z.B. auf, wenn sich die Pferde nicht biegen - dabei haben sie Ausbinder drauf. Oder brüsten sich, wenn das Pferd den Kopf unten hat, dabei liegt es auf dem Gebiss und verkriecht sich dahinter. Man muss schon ein bißchen Hintergrundwissen haben, um "gut" von "schlecht" zu unterscheiden.

Das wirklich schlimme ist, dass selbst "gute" Reiter, also diejenigen, die L-M- oder sogar S-Dressur reiten, nicht automatisch die sind, die davon Ahnung haben! Wenn dann ein gut informierter Anfänger daher kommt, wird er doch ausgelacht! :evil:
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Beitragvon Sailor » 17.12.2007 22:15

So was is scheiße, allerdings, aber leider viel zu verbreitet... :?

Ich war immer froh, dass ich "alleine" arbeiten durft und so auch mal 'n bisschen anders arbeiten konnt, als die Leute 's vll. gern gehabt hätten...

Bei meinem Kleinen benutzt ich allerdings keine Hilfszügel, da hätt' ich glaub ich 'n Problem mit ihm... :wink:
Sailor
 

Beitragvon Silke » 18.12.2007 08:10

Du verstehst aber, dass es nicht gut für ihn wäre, vermutlich, weil er sich einfach wehrt! Aber gerade solche "eigenwilligen" Pferde bekommen doch in Reitbetrieben erst recht Schlaufis drauf, geht ja schließlich nicht, dass es macht, was es will. :roll:
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Beitragvon Sailor » 18.12.2007 20:59

Ja, stimmt leider.... :?

Aber: wie zum Teufel soll man die Mentalität von ca. 50% (???) aller Reiter ändern??? V. a. wenn die das alle gar nich' hören wollen??
Sailor
 

Beitragvon Penny & Django » 18.12.2007 21:45

@ Silke
Ja , dass Tunierreiter oft auch keien Ahnung haben , kenn ich , ich kenn jemanden , der S - Tuniere geritten ist , aber totzdem nicht gemerkt hat , dass unser Pferde ( damals noch ihres ) total Panik vor der Kandare hatte , aber sie ist trotzdem damit geritten totz Augenrollen und alles.......
Sie hatte gesagt , sonst könne sie sie nicht halten ( ok , es stimmt , sie war wirklich durchgeknallt und schlimm , aber ich hab es auch hinbekommen , und dass mit viel Geduld und Liebe und ich reite nur freizeitmäßig UND nur mit Olivenkopfgebiss und nix anderem )

Und ich finde Kandaren ehrlich gesagt genauso schlimm wie Hilfszügel und Schlaufenzügeln , wenn man nur daran rumzerrt und nicht damit umgehen kann. Und sie anzieht , nur dass man das Pferd halten kann .
Ich denke allgemein dass bevor man solche "Hilfsmittel" benutzt sich informieren sollte und grundlegende Sachen im Umgang damit kernen .
Penny & Django
 

Beitragvon Silke » 19.12.2007 09:35

Sailor hat geschrieben:Aber: wie zum Teufel soll man die Mentalität von ca. 50% (???) aller Reiter ändern??? V. a. wenn die das alle gar nich' hören wollen??

Da hilft nur aufklären, immer wieder aufklären, neue Reitschüler sollten es anders lernen und vor allem: besser machen. :!:
Penny, Du hast ein schönes Beispiel gebracht. Diese Erfahrung hab ich auch gemacht. Ich hatte eine RB, die angeblich auch nicht mit "normalen" Gebiss zu reiten war. Ich hab sie aber nicht mit dem scharfen Gebiss geritten, denn das Problem lag ja woanders! Ich hab sie auch mal in der Halle pesen lassen, hab die Zügel nur wenig eingesetzt und siehe da, die Stute hat sich über diese Freiheit gefreut und sie NICHT ausgenutzt. Sie hasste eben diese harten Reiterhände, die durch die scharfe Trense noch verstärkt wurden - verständlich.

Alle Dinge, die wir "für" die Pferde einsetzen, sind in den falschen Händen richtiggehende Waffen. Ob Sporten, Gerte, Gebisse, Hilfszügel oder auch ein Sattel. Ist alles mit riesigen Schmerzen verbunden.

Deswegen mach ich das Portal: um aufzuklären, Alternativen zu bieten und aufzuzeigen, dass Pferde Lebewesen und keine Sportgeräte sind! :!:


Wenn die Lobby der Leute größer wird, die so denken, wenn also entsprechende Zeitschriften verkauft werden oder Internet-Seiten und Foren und/oder "wir andersdenkenden" in die Turnierszene einbrechen und dort mal Paroli bieten, wenn es verkehrt läuft, dann findet auch ein Umdenken statt. Das dauert lange - aber die Pferde haben es verdient, oder?

Ganz wichtig ist eben, nicht neuen Nachwuchs zu "produzieren", der Pferde wissentlich oder unwissentlich quält.
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