Mein aktuelles Lieblingsthema ist der Erwerb von Rittführer-Qualifikationen. Hintergrund ist die Ausbildung von Berittenen Naturführern - eine Weiterbildung, die ursprünglich an zertifizierte Rittführer (FN/VFD/DWA) adressiert war, sich aber großer der Nachfrage von interessierten Freizeitreitern erfreute, weshalb viele den Erwerb der Rittführer-Qualifikation zu einem späteren Zeitpunkt ins Auge fassen, um dann das Zertifikat zu erhalten. (Um ausufernden Erklärungen vorzubeugen: Es gibt eine eigene Internetseite, die Adresse ist nahe liegend.)
So. Ich habe den Geländereiter-Lehrgang (Rittführer 1, FN) in der Nähe von Hermeskeil (Hunsrück) erlebt und mir sagen lassen, dass ich schlicht nicht reiten kann. So etwas halte ich für nur bedingt kundenfreundlich und habe daher dann an dem Äquivalent bei der VFD, auf O-Pica-Pau, teilgenommen - der Begriff "kriegsnahe Ausbildung" trifft es recht genau.
Im Zuge meiner beruflichen Aktivitäten bin ich in Kontakt mit Absolventen der DWA gekommen, deren Wissen & Können mich in Theorie und Praxis beeindruckt hat und ich habe mich im Laufe dieses Jahres zu einem "Lehrwanderritt" mit Albert Knaus angemeldet um zusehen, was der Europa-Wanderreiter zu berichten hat.
Zwar gibt es einheitliche Ausbildungs-Richtlinien, damit kann es aber - gegen die Beteuerungen der Pressestellen der jeweiligen Vereine - nicht weit her sein, ich habe es selber erlebt, dass der Reiterpass nach der 200.sten Reitstunden (und in der Hoffnung, dass noch 200 folgen mögen) "verschenkt" wird und eines Tages stand in unserem eigenen Stall eine Einstellerin und war plötzlich offiziell deklarierte Wanderreit-Führerin mit FN-Zertifikat. Zu erhalten bei einem Wochenendseminar irgendwo in Niedersachsen.
Nun also die Frage, wie eure Erfahrungen sind - und - ihr würdet mir eine Freude machen, wenn der eine oder die andere nämliche Erfahrungen auch auf genannter Website hinterlassen würde oder einen kurzen Hinweis gibt, dass ich den Beitrag an Stelle des Autors kopieren kann.
Einen Eindruck von dem, was ich bei meinem VFD-Lehrgang erlebt habe, gibt der nachstehende Hinweis, mit dem Interessenten (seither) unzweideutig klar gemacht wird, was einen dort erwartet.
Ist so etwas sinnvoll, fragt in die Runde
C.
"!!!ACHTUNG!!! !!!ACHTUNG!!! !!!ACHTUNG!!! !!!ACHTUNG!!!
Dieser Kurs ist ausgelegt für erfahrene Gelände- und Wanderreiter. Schlechte Wegstrecken und natürliche Geländehindernisse sollten für Dich und Dein Pferd kein Problem darstellen. Du solltest in einwandfreier körperlicher und geistiger Verfassung sein. Warum?
Der Kurs führt Dich und die anderen Teilnehmer mit Absicht an die Grenzen der Leistungsfähigkeit. Du sollst erkennen, was es bedeuten KANN einen Ritt mit unbekannten Reitern und Pferden zu führen. Die Verantwortung ist groß und man spürt sie am meisten unter Stress und Belastung.
Nach 10 Unterrichtseinheiten Theorie tagsüber wird am 2. Tag nach dem Abendessen gesattelt und geritten. Das gleiche noch einmal am 3. Tag. Die Übungsritte dauern ca. 6-7 Stunden und gehen dementsprechend in die Nacht hinein und das bei teilweise sehr schwierigen Wegen. Als Rittführer seid ihr die letzten im Bett und die ersten draußen bei den Pferden. Im Lehrgang müsst ihr mit wenig Schlaf auskommen und trotzdem hellwach sein.
Wer Höhenangst, Angst in der Dunkelheit und Angst vor Geländehindernissen hat, hat hier genügend Gelegenheit sie zu überwinden, oder er bleibt besser zu Hause."