Pferdewirt - ein Traumberuf?

Wie läuft ein Praktikum ab? Was muss man können? Bin ich dafür geeignet?

Pferdewirt - ein Traumberuf?

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Pferdewirt - ein Traumberuf?

Beitragvon Silke » 01.02.2006 21:10

Die Ausbildung zum Pferdewirt ist nicht einfach und verlangt viel Idealismus. Man muß aber auch realistisch sein, dass man nicht den ganzen Tag Pferde knutscht, sondern hart arbeitet und sich auch um die Menschen, die mit den Pferden zu tun haben, kümmern muß.

Wie seht Ihr das?
Ist Pferdewirt ein Traumberuf?
Welche Voraussetzungen sind notwendig?
Welchen Eigenschaften sind hilfreich, welche hinderlich?

Einige Infos zur Ausbildung findet Ihr hIEr!
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Beitragvon Sailor » 01.02.2006 22:43

Ich war selber mal auf dem Trip und wollt unbedingt nix andres werden als Pferdewirtin, nur hat meine Allergie mir 'n Strich durch die Rechnung gemacht, denn ich bin ja nich' nur gegen Pferde sondern auch Heu und Stroh allergisch.

Ich glaub, dass Pferdewirt 'ne Berufung is. Man muss eigentlich fast den ganzen Tag verfügbar sein um irgendwo einzuspringen können wenn Not am Mann is und Feiertage sind 'n Fremdwort für Pferdewirte.

Dazu kommt sicherlich, dass 's verdammt viel Kondition und Durchhaltevermögen erfordert wenn man jeden Tag einige dutzend Boxen misten muss, anschließend - ich denk mal so um die mindestens fünf bis zehn Pferde reitet, dazu theoretischer Unterricht und ja vielleicht noch Reitunterricht geben, je nach dem welchen Zweig an Pferdewirt man lernt.

Als Frau wird 's einem leider oft noch schwerer gemacht um einem von Anfang an die Illusionen zu rauben. Ich hab von einigen im Netz gelsen, die fast ein ganzes Jahr lang nur Boxen misten durften und nur sehr selten auf's Pferd kamen.

Das Problem dabei is einfach, dass viele Mädchen/Frauen falsche Vorstellungen haben, die ers'mal beseitigt werden müssen und das kann man einfach nur durch die harte Realität und die heißt leider: Boxen misten und die andre Sch***arbeit machen.

Ich denk, dass man sich von seiner Freizeit verabschieden können sollt, wenn man Pferdewirt wird und jede Menge Durchsetzungsvermögen braucht - sowohl bei der Arbeit mit den Pferden, als auch mit den Menschen (Chefs, Kollegen, Reitschüler, Pferdebesitzer,.....).

Und was ich sicher jedem angehenden Pferdewirt empfehlen würde is, dass man sich niemals an ein Pferd besonders hängen sollt, man bildet sie vielleicht aus und begleitet sie in ihren ersten Jahren bei Turnieren und allem anderen, aber letztlich werden fast alle Pferde, die nich' für die Zucht gebraucht werden - wieder verkauft. Und da nimmt niemand auf 'nen kleinen Lehrling Rücksicht, dessen Herz so an dem Tier hängt.

Man sollt sich wirklich dreimal überlegen, ob man sich zu 'nem Pferdewirt ausbilden lassen will (auch wegen der Zukunft in dem Beruf!!!) und man muss sich über alle Abstriche klar sein, die man eingeht.

Viele liebe Grüße,
Katha
Sailor
 

Beitragvon moorfrosch » 01.02.2006 23:05

ja, so ne zeit gabs bei mir auch, da wolt ich umbedingt Pferdewirtin werden... :wink:
seh ich jetzt aber etwas anders...

naja, dachte halt früher: toll... !! immer mit Pferden zusammen sein... macht doch spass!!
naja, dachte aber nicht so weit, dass da eben schon (harte) Arbeit hinter steckt... nicht dass mir Arbeit was ausmachen würde, wenns um Pferde geht, aber ich denk es ist n Unterschied, ob ich einem Pferd die Box sauber mache und mich um alles mögliche kümmer oder ob ich nen ganzen Stall zu versorgen hab...
naja, wie gesagt, mittlerweile möcht ich´s nicht mehr machen, auch weil ich Angst hätte, dass es mir wenn ich es als beruf was was weiß ich wie viele stunden am Tag mache, irgendwann die Lust dran verliere...
denke also eher, dass man sein Hobby nicht umbedingt zum Beruf machen sollte...
Hobby ist für mich: Freizeit, mal abschalten, andere dinge vergessen,... denk nicht dass das geht, wenn man etwas beruflich macht...
moorfrosch
 

Beitragvon Sailor » 02.02.2006 00:30

Okay, du has sicher Recht wenn's um das Vermischen von Hobby und Beruf geht, aber ich persönlich seh das anders. Is ja auch von Mensch zu Mensch anders.

Ich glaub, dass 's für viele Menschen - ich gehör dazu - der größte Traum is, ein Hobby zum Beruf zu machen.

Bei mir is das zum Teil genauso. Da wo mein Kleiner steht, kümmer ich mich nich' nur um ihn, sondern zum Teil um alle und da kommen wir dann auf 15 Pferde. Mindestens fünfmal die Woche füttern, Reitunterricht vorbereiten und geben, Pferde Korrektur- und Einreiten und mit den ganz kleinen Reitern spazieren gehn.

Meine Reitlehrerin is jetzt bald für 'n paar Tage nich' da und in der Zeit bin ich diejenige, die da alles schmeißen muss und ich glaub, das wär 'n kleiner Vorgeschmack auf den Beruf als Pferdewirtin. Harte Arbeit, auf jeden Fall. Zum Teil vier Reitstunden am Tag, vorher die Pferde holen und fertig machen, hinterher eventuell Korrektur reiten wenn's geht, alle füttern, Ställe einstreun und nebenbei noch um meinen eigenen Kleinen kümmern. Am Wochenende komm ich dann wieder unter sieben Stunden Arbeit am Stall nich' weg.

Auf der anderen Seite is es echt klasse die Reitschüler auf den Pferden strahlen zu sehn, besonders bei denen, die das erste Mal auf'm Pferd sitzen. Das entschädigt für so ziemlich alle Strapazen, genau wie das Ausreiten mit meinem Kleinen hinterher.

Aber das muss jeder selber wissen.

Viele liebe Grüße,
Katha
Sailor
 

Beitragvon moorfrosch » 02.02.2006 01:34

ja, wobei ich, wenn ich sag, ich möchte nur "freizeitmäßig" reiten, schon mein, dass ich so viel wie möglich Freizeit bei den Hottes verbringen will...

aber klar, denk jeder sieht es etwas anders und das is ja auch gut so !! :wink:
moorfrosch
 

Beitragvon Silke » 02.02.2006 09:46

Ich finde, das seht Ihr sehr realistisch. :!:

Pferdewirte müssen hart arbeiten und da hat Katha ganz recht, dass man sein Herz nicht verlieren sollte an einzelne Pferde. Weil der Job ja ist, sie auszubilden und zu verkaufen. Emotionen, die ja im Hobby so wichtig sind, haben also nicht so viel Platz! :shock:

Und wenn man Leistung bringen MUSS, weil das Gehalt davon abhängig ist, oder weil der Kunde es verlangt oder der Gestütsleiter oder oder oder....und das Pferd bringt es nicht.... hat man dann genug Geduld und auch Mut, das durchzusetzen? Oder bringt man einen 3-jährigen irgendwann dazu, L-Dressur zu gehen?

Ich kann nur hoffen, dass man die Möglichkeit behält, seine moralischen Grundsätze zu behalten. Vermute aber, dass man sich da anpassen muß. :?
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Beitragvon Sailor » 02.02.2006 20:40

Da haste Recht, Silke.

Ich glaub, dieser Druck is oftmals der Grund dafür, dass - wie du in deinem Beispiel sagtes' - schon dreijährige 'ne L-Dressur oder 'n Springen gehn und mit zehn dann beim Abdecker landen.

WIR sehn das realistisch, mag sein, nur leider sehn die, die diesen Beruf meistens ergreifen, das Ganze ers' dann realistisch, wenn sie bereits in der Ausbildung sind und dann is es sicher meistens schon zu spät.

Ich glaub nich', dass ich das könnt. Pferde ausbilden ohne sie lieb zu gewinnen und wieder abgeben zu müssen. Is mir ja bei zwei von unsren Stuten schon richtig schwer gefallen, bei denen ich beim Einreiten geholfen hab und wir kriegen immer noch Bericht von denen, wie sie sich entwickeln. Fiel trotzdem verdammt schwer.

Bei den Pferden, bei denen ich nich' mal wüsst, wo sie hingehn und wo man die Besitzer gar nich' oder nur kaum kennt, würd ich wahrscheinlich früher oder später völlig ausflippen.

Viele liebe Grüße,
Katha
Sailor
 

Beitragvon kiwi » 02.02.2006 22:44

Wenn man sehr talentiert, idealistisch und absolut schmerzfrei ist, kann man in dem Beruf sicherlich seine Erfüllung finden.

Ich selber werde nicht versuchen, ihn zu ergreifen und möchte das Reiten als Hobby behalten.

Was macht denn den Reiz des Pferdewirts Schwerpunkt Reiten aus?
Doch wohl hauptsächlich die Wahnsinns-Pferde. Aber als normaler Bereiter reitet man hauptsächlich Korrektur- und Berittpferde oder muss sich auf das Einreiten von Jungpferden spezialisieren.Auf die Kracher kommt man nur, wenn man sich schon einen guten Namen erarbeitet hat und bombastisch reitet, nicht "nur" L-Niveau, dass bei der Bereiterprüfung abgefragt wird.
Wenn man wirklich gut ist, kann man es in diesem Beruf durchaus zu etwas bringen und viel Geld verdienen. Man muss dann aber auch vom ersten Tag seiner Berufslaufbahn daran denken, Geld zu scheffeln, denn es ist kein Job für ein ganzes Leben bis zur Rente. Da machen irgendwann die Knochen nicht mehr mit. War man erfolgreich, kann man dann noch sein Auskommen als Trainer etc. finden, war man es nicht ...Pech!
Aber schauen wir uns doch den Ganz normalen Bereiter an:
* lange und unregelmäßige Arbeitszeiten
* Knochenarbeit
* wenig Geld
Da bleiben Familien und Freunde außerhalb des Sports oft auf der Strecke.
kiwi
 

Beitragvon Sailor » 02.02.2006 23:13

Das stimmt schon, kiwi, aber die wenigsten gehn von Anfang an mit so 'ner Einstellung da ran. Die meisten werden da wohl mit dieser realitätverdrehten Einstellung ran gehn und enttäuscht werden.

Und irgendwie kann ich mir auch nich' vorstellen, dass einer mit so 'ner Einstellung und Zukunftsplanung Pferdewirt werden will. :?

Viele liebe Grüße,
Katha
Sailor
 

Beitragvon Silke » 03.02.2006 08:45

Also, ich hab Respekt vor so einer Entscheidung (Pferdewirt zu werden). Und ich hoffe, das einige auch weiterhin die Kreatur Pferd achten und respektieren.
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Beitragvon Sailor » 04.02.2006 17:39

Respekt vor diesen Menschen hab ich auch und zwar den Größten.

Ich kenn 'ne Pferdewirtin und die hat ihre gesamte Familie hier "zurückgelassen" um sich ihren Traum zu verwirklichen und 's war 'ne harte Zeit für sie, wenn ich das alles so richtig verstanden hab- wovon ich ausgeh.

Ich hab einen kleinen Vorgeschmack auf so 'ne Ausbildung einfach dadurch, dass ich mich bei uns am Stall teilweise auch um fünfzehn Pferde kümmer und dazu um den Reitunterricht und alles andre, wenn meine Reitlehrerin nich' da is. Und nach den Tagen bin ich dann auch immer froh, wenn ich mich anschließend wieder was ausklinken kann.

Ich weiß nich', ob ich so 'ne Entscheidung treffen und durchhalten könnte.

Viele liebe Grüße,
Katha
Sailor
 

Beitragvon Silke » 05.02.2006 08:51

Wußte auch gar nicht, dass es die Fachrichtung "Westernreiten" gibt. :shock:

http://www.hallo-pferd.de/news/17189
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Beitragvon Sailor » 05.02.2006 21:29

Mittlerweile gibt's auch die Fachausbildung für Jockeys, allerdings nur in einem einzigen Ausbildungsstall, soweit ich das mitgekriegt hab.

Find ich aber gut, jetzt muss man nich' die Klassische Reitweise lernen oder vermitteln, wenn man sie eigentlich in der Freizeit gar nich' "ausführt".

Viele liebe Grüße,
Katha
Sailor
 

Beitragvon Silke » 19.02.2006 17:46

Nochmal zu den Westernreitern:

hIeR gibt es eine Liste mit den Ausbildungsbetrieben! :D
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will reitlehrehr werden

Beitragvon steffi » 07.03.2009 19:15

Hi ich will unbedingt mit Pferden arbeien und will deshalb reitleneerin weren. Ich hab aber gehört das es diesen Ausbildung so nicht gibt und will jetzt Pferdewirt/reiten machen und dann vielleicht noch einen trainer schein machen.Ich reite auf Isländer und würde auch gerne einen ausbildun mit gangpferden machen nur finde ich keinen hof. Kennt einer von euch einen hof wo ausbildet? Oder wisst ihr wie ich mein ziel noch errerichen kann :?:
steffi
 

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