Uni Göttingen bietet Studiengang an: Pferdewissenschaften

Wie läuft ein Praktikum ab? Was muss man können? Bin ich dafür geeignet?

Uni Göttingen bietet Studiengang an: Pferdewissenschaften

Beitragvon Silke » 19.03.2006 09:05

Göttingen (fn-press). Die Georg-August-Universität in Göttingen bietet zum Wintersemester 2006/2007 einen weiterbildenden Studiengang zum Thema Pferdewissenschaften an. Dieser in Europa bisher einzigartige Studiengang führt nach zweijähriger Ausbildung zum Abschluss eines Masters of Science. Die Universität Göttingen kooperiert bei diesem Studiengang mit der Tierärztlichen Hochschule Hannover, der Forschungsanstalt für Landwirtschaft Braunschweig/Mariensee sowie der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN).

Die Zulassung zu dem weiterbildenden Studiengang setzt den Bachelorabschluss in Agrarwissenschaften, Biologie, oder Veterinärmedizin voraus. Schwerpunkte des Studiums werden naturwissenschaftliche Grundlagen der Haltung, Ernährung Physiologie, Hygiene und Zucht sein. Hinzu kommen betriebswirtschaftliche Aspekte aus Unternehmensführung, Sport- und Eventmarketing, um die Absolventen auf ihr späteres Berufsfeld vielseitig vorzubereiten.

Eine öffentliche Einführung und Vorstellung des Studiengangs Pferdewissenschaften findet am 11. April um 13.30 Uhr in der Aula der Georg-August-Universität Göttingen statt. Weitere Informationen zum neuen Studiengang gibt es im Internet unter http://www.pferde.uni-goettingen.de.

Quelle: FN
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Beitragvon Sailor » 19.03.2006 18:36

Okay und was genau kann man dann mit diesem Abschluss machen?? Gestüte führen oder Reitschulen oder was genau?? Und was bringt 's einem wenn dieser Abschluss einmalig is?? Dann kann man damit ja nur in Deutschland was anfangen und wenn man hier dann aber keinen Job mit dem Abschluss kriegt, kommt man auch im Ausland nich' weiter.

Auf Ideen kommen die Leute. Oder kann mir jemand meine Fragen beantworten, so dass ich meine Meinung ändern kann??

Viele liebe Grüße,
Katha
Sailor
 

Beitragvon Silke » 20.03.2006 14:04

Soweit ich das verstanden habe, ist der Studiengang eng mit BWL verknüpft. So dass man nachher ein Gestüt o.ä. auch mit Erfolg leiten kann.
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Beitragvon Sailor » 20.03.2006 22:17

Also ich bin so oder so meistens mehr der praktische Typ, Theorie is nich' immer was für mich.

Aber mal ehrlich: die Leute, die frisch von der Uni kommen (denk da jetzt an die ganzen Referendare, die ich bis heut erlebt hab) haben meistens kein Durchsetzungsvermögung, viel zu viele revolutionäre Vorstellungen und die wollen sie dann auch noch an ihren ersten Klassen austesten. Kann man so 'nem Menschen, der quasi null Erfahrungen im praktischen Umgang mit Pferden, deren Besitzern, Ausbildern und Reitschülern tatsächlich 'ne Gestütsleitung in die Hand drücken??

Okay, mag sein, dass ich da 'ne krasse Einstellung hab, aber ehrlich gesagt, kann ich mir nich' vorstellen, dass so ein BWL- Mensch (nix gegen die Menschen, die hier BWL studieren und Pferde- Erfahrung haben), so ein "Theoretiker" 's tatsächlich hinkriegt ein Gestüt zu leiten und mit Pferden umzugehn. Wobei ich da die Leute, die jahrelang mit Pferden gearbeitet haben und dann so was studieren, ausschließ.

Viele liebe Grüße,
Katha
Sailor
 

Beitragvon Silke » 21.03.2006 07:45

Das ist nicht nur im Pferde-Bereich so. Fachidioten kann niemand gebrauchen. :roll:
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Beitragvon Sailor » 21.03.2006 16:41

Ja, haste Recht und ich hab auch generell was gegen so Menschen, aber grad bei den Pferden, weil da hat jeder Fehler eventuell so weitreichende Konsequenzen hat, die man erstens nich' absehn und zweitens vielleicht auch nich' mehr korrigieren kann. Weiß nich' wieso aber bei Pferden bin ich eigentlich immer verdammt pingelig... :oops:
Sailor
 

Beitragvon Silke » 22.03.2006 07:45

Ist auch besser so, Katha! :!:
Ich hab mir das jetzt nicht so genau durchgelesen, aber ich geh davon aus, dass auch bei diesem Studiengang Praktika vorgeschrieben sind. Und normalerweise studiert sowas ja niemand, der überhaupt keine Ahnung von Pferden hat oder sie nicht mag.
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Beitragvon Sailor » 22.03.2006 19:02

Das stimmt schon, aber ich hab dann immer die Mädels - sind's ja meistens - vor Augen, die von zu Hause aus nich' reiten durften und dann mit so 'ner Art "Wendy"- Illusion so was anfangen. Und so Mädels würd ich als Gestütsleiter hundertprozentig nich' nehmen, denn das könnt verdammt nach hinten los gehn. Oder man lässt sie einfach in 'nem Praktikum einmal richtig hart arbeiten um ihnen die Vorstellungen zu rauben und wenn se dann immer noch wollen okay.
Is vielleicht 'ne krasse Art und Weise, aber ich weiß nich', ob man anders rausfinden kann, ob die Leute das wirklich wollen....
Sailor
 

VetMed Wien

Beitragvon Lili » 29.03.2006 00:20

schaut euch doch einfach mal den bachelor-studiengang pferdewissenschaften von der uni wien an: www.pferdewissenschaften.at, bevor ihr so darüber redet oder besucht die uni!

und ich kann euch versichern, dass alle studierenden mit pferden zu tun haben...

informiert euch das nächste mal ausgiebiger, bevor ihr meinungen und vorurteile von euch gebt.
Lili
 

Beitragvon Silke » 29.03.2006 07:12

Hej Lili,

danke für den Link, der ist sehr hilfreich! :D

Studierst Du das? Erzähl mal darüber...wie ist der Studiengang aufgegliedert? Ist es so, wie Du erwartet hast?

Viele Grüße
Silke
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Beitragvon Lili » 29.03.2006 13:53

Hallo Silke,

der Studiengang ist recht theoretisch, aber ich denke, dass man durch die Praktika bestimmt einiges von dem erlernten Wissen anwenden kann. Da kommt es natürlich auf die Wahl des Praktikumsplatzes an :)

Für die Einteilung und weitere Informationen schau dir doch mal die Homepage der VetMed Wien an: www.vu-wien.ac.at

Du gehst auf Lehre>Studium>Studienrichtungen>Bachelorstudiengang Pferdewissenschaften.

Und ich kann nur sagen, dass Wien als Stadt einfach klasse ist :)


Lieben Gruß,
Lili
Lili
 

Beitragvon Sailor » 29.03.2006 16:40

Okay, Lili, kann ja sein, dass alle bei euch mit Pferden zu tun haben und euch die Praktika 'ne Menge bringen, aber was genau macht ihr während dem Praktikum??

Sechs oder acht Wochen mal in 'nem Stall 'n bisschen arbeiten, reiten und was tun?? Sorry, aber das is die eine Sache, 'ne ganz andre is es, wenn man die Verantwortung für einen gesamten Stall mit allen Pferden, Kunden und Mitarbeitern übernimmt. Wieso dauert wohl 'ne Ausbildung zum Pferdewirt drei, zum Teil vielleicht nur zwei, Jahre??? Und wieso dauert's noch mal drei Jahre, bis man 'ne Meisterprüfung machen kann?? Weil das alles so einfach is und man das innerhalb von 'nen paar Semstern theoretisch lernen kann, um es anschließend praktisch umzusetzen?? Tut mir Leid, lass normalerweise mit mir reden, aber dafür hab ich absolut kein Verständnis.

Wenn man mit Pferden was machen will, dann hat man so was zu lernen und zwar praktisch, wie bei der Ausbildung zum Pferdewirt und nich' theoretisch an irgendeiner Uni. Sicher is 'ne Ausbildung hart und garaniert kein Zuckerschlecken, aber dann weiß man wenigstens, ob man das Zeug dazu hat und es durchhält und auch die Sch***arbeit macht und sich nich' nur das Angenehme rauspickt. Meiner Meinung nach is das absoluter Leichtsinn irgendwelche "Theoretiker" (sorry is in meinen Augen so) auf Pferde loszulassen, vielleicht sogar noch auf tragende Stuten, deren Fohlen und die Hengste.

Viele liebe Grüße,
Katha
Sailor
 

Beitragvon Lili » 30.03.2006 20:09

Hallo Katha,

das Feld der Studierenden ist recht weit gestreut, da hast du wohl recht. Es sind Freizeitreiter dabei, Hobbyreiter, manche gehen aus Spaß auf Turniere, einige reiten bis zur Klasse S und haben ihre eigenen Nachwuchspferde. Einige interessiert auch nur das Studium an sich und wollen sich damit nur weiterbilden und nicht einen Beruf mit Pferden ergreifen. Meiner Meinung nach kann man diesen Studiengang als Vertiefung nach einer Ausbildung zum Pferdewirt gut machen, andersherum denke ich aber, dass wir vom theoretischen Teil her mehr lernen, als die Azubis. Und die insgesamt 16 Wochen Praktika dienen dazu die theoretisch erworbenen Kenntnisse in die Praxis umzusetzen... vor allem die letzten 12 Wochen, in denen wir in den Bereichen Pferdesport und -zucht, sowie Verkauf, Marketing, Öffentlichkeitsarbeit und Organisation + Management mitarbeiten.
Im ersten Praktikum machen wir die gleichen Arbeiten, wie die Azubis auch, jedenfalls war das bei mir so, als ich in "meinem" Betrieb schon vor zwei Jahren ein Praktikum absolviert habe.
Ich selbst reite seit 14 Jahren, davon knapp die Hälfte als aktive Turnierreiterin und stelle nun seit zwei Jahren junge Pferde in Springpferdeprüfungen vor. Ich reite die Berittpferde und eigenen Pferde eines Mannes, welcher bei einem Gestüt eine leitende Funktion inne hat. Wir haben bei uns zwischen 15 und 22 Pferde stehen, vom "Baby", das eingeritten werden muss, bis hin zum S-Pferd. Ich fahre mit auf Veranstaltungen, reite Kunden Pferde vor und bin auch bei Gesprächen dabei, helfe dem Tierarzt oder was auch immer und ich übernehme die Verantwortung für alles, wenn der Mann in ganz Europa unterwegs ist.
Also, ich denke von mir aus, dass ich durchaus kein Theoretiker bin...aber vielleicht bist du da ja auch anderer Meinung...

Lieben Gruß,
Lili
Lili
 

Beitragvon Silke » 30.03.2006 21:01

Hey Lili,

also, ich denke nicht, dass Du ein Theroretiker bist, ganz im Gegenteil!! Mir hängt schon die Kinnlade runter. Du hast fundiertes Wissen, theoretisch und praktisch und kannst den Beruf einschätzen.

Ich denke, Kathas Worte richten sich nur gegen Leute, die glauben, allein mit so einem Studiengang Prestige und Knowhow im Umgang mit Pferden gewinnen zu können. Um dann ein renommiertes Gestüt leiten zu können, berühmt zu werden und die besten Leistungspferde der Szene zu züchten. :roll:

Also gegen Leute, die auf Kosten der Pferde ihr Geld oder ihren Ruhm vermehren wollen.

Und die eigentlich keine Ahnung haben, wie man Hufe auskratzt oder wie anstrengend es ist, 20 Wassertröge im Winter auf der Weide nachzufüllen. Oder denen noch nie eine volle Mistkarre auf halbem Weg zum Misthaufen umgekippt ist. :wink:

Von "solchen" Theoretikern und Machthungrigen hat nämlich niemand was und am allerwenigsten die Pferde. Und die kann man nun mal nicht nur theoretisch beherrschen oder verstehen. Reiten lernt man nur durchs reiten und Pferde lernt man eben auch nur in der Praxis kennen - ohne schützende Gitterstäbe dazwischen.

Liebe Grüße
Silke
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Beitragvon Sailor » 30.03.2006 23:08

Solche Leute mein ich, denn so Leute sorgen dafür, dass die gesamte Pferdeszene in Verruf gebracht wird und auf so was kann man verzichten.

Danke, Lili, ich selber hab auch Erfahrung, und das Sarakastische am Ende musst nich' sein, ich hab's auch so verstanden.

Ich hoff einfach mal, dass du genug Erfahrung has mit Leuten die keine Ahnung haben und Erfahrung damit die Pferde wieder hinzubiegen, denn das is der absolute Scheißjob bei so was. Ich hab einigermaßen Erfahrung mit so was und ich verfluch diese Leute immer und immer wieder, wenn ich so 'n verzogenen Gaul an der Hand hab. Den Menschen gehören ihre Pferde abgenommen. Und genau das sind die, die dann nämlich auch so 'n netten Studiengang belegen und dann meinen sie können alles. Herzlichen Glückwunsch den Personen, die da ihre Pferde kaufen.
Sailor
 

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