Anisya (russ. Bed. "Die Erfüllung")

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Anisya (russ. Bed. "Die Erfüllung")

Beitragvon Mini-Mary » 23.06.2006 11:37

Mit der Zucht unserer kleinen Mini-Shettys ging es eigentlich gut voran.
Wir waren ja noch am Anfang, hatten aber bereits vier supersüße Fohlen gezogen und freuten uns auf das Frühjahr, in dem wir nun zwei Fohlen erwarteten. Aber leider meinte es das Schicksal nicht besonders gut mit uns, oder besser mit unserer kleinen Hanne, denn im 6. Monat verlor sie ihr Fohlen durch eine Bakterieninfektion. Eine traurige Zeit für die Stute, denn neben dem Verlust und der Trauer um ihr Fohlen, standen auch endlosen tierärztlichen Behandlungen und Untersuchungen an. Als dann die andere Stute im Frühjar ihr Fohlen bekam war Hannes Trauer wieder da und noch größer. Den ganzen Tag stand sie vor dem Tor zur Nachbarweide und schaute traurig auf das kleine Fohlen.

Als Hanne endlich wieder ganz gesund war, was immerhin fast ein Jahr lang gedauert hatte, sollte sie nun auch wieder gedeckt werden. Sie stand Monate mit dem Hengst auf der Weide (die beiden waren ein Herz und eine Seele), aber es sollte nicht klappen. Regelmäßig wurde Hanne wieder rossig!
Die Natur wirds schon machen, dachten wir, und ließen die beiden einfach zusammen.
Irgendwann im Winter, der TA war gerade da, fragte uns dieser, ob es denn nun geklappt hatte. Wir wussten es natürlich nicht, und ließen einfach eine Blutprobe machen.
Hanne war wieder tragend, endlich, und wir freuten uns alle sehr.
Da wir nicht genau wussten, wann denn nun das Fohlen kommen sollte, waren wir natürlich immer aufmerksam und beobachteten Hanne unentwegt. Es kam das Frühjahr, es kam der Sommer, es kam der Spätsommer. Hanne wurde kugeliger, sie bekam Milch, aber keine Anzeichen für ein Fohlen!
Sie war doch wohl nicht scheinträchtig?
Es kam der Herbst und nun schien es doch bald soweit zu sein. vorsichtshalber holten wir Hanne nun nachts in die Box, erstens war es empfindlich kalt geworden und außerdem hatte sie dort ihre Ruhe.
Wie viele Nächte wir uns abwechselten, um nach der Stute zu sehen, wissen wir heute nicht mehr.
Aber dann war auf einmal ein süßes kleines Stutfohlen da und wir, und natürlich auch Hanne, waren überglücklich.
Gleich am Morgen war auch der TA bei uns, machte die übliche Fohlenprophylaxe und erklärte alles für in Ordnung.
Wir wären ja am liebsten gar nicht weggegangen, aber es war erst Freitag und Schule und Arbeit war angesagt.
Zum Glück war es Freitag,( denn da waren wir schon mittags zu Hause) und als wir mittags endlich zu Hause waren, war unser erster Weg natürlich zu Hannes Box.
Wie süß, das Kleine lag flach im Stroh und Hanne wachte davor. Aber das Fohlen rührte sich irgendwie nicht und Hanne stuppste es immerwieder mit dem Huf an und quikte dabei. Hilfesuchend blickte sie zu uns und wir waren sofort in de Box. Das Fohlen war zwar am Leben, aber völlig bewusstlos. Wir schüttelten das Kleine, versuchten es wachzurütteln aber es gelang uns nicht wirklich. Was sollten wir nur tun?
In einem kleinen Becher nahmen wir erst einmal etwas Milch aus Hannes Euter ab und versuchten diese dem kleinen Fohlen einzuflößen. Inzwischen war auch der TA benachrichtigt. Wo blieb der denn nur.
Immerwieder tröpfelten wir etwas Mich ins Maul des noch immer bewusstlosen Fohlens und ganz, ganz langsam wurde es wacher. Dann, in einem etwas wacheren Augenblick kippten wir einen ganzen Schluck Milch ins Maul und annimierten das Fohlen zum Schlucken, was uns dann auch endlich gelang. Noch ein Schluck und noch ein Schluck!
Endlich wurde das Fohlen aktiver, konnte bald wieder auf seinen kleinen Beinchen stehen und noch etwas später konnten wir es zu Hanne ans Euter heben und das Kleine begann zu trinken! Ganz lange und ganz viel trank es und konnte dann wieder selbständig stehen und gehen.
In diesem Augenblick kam auch der TA auf den Hof und gab gleich Entwarnung. Alles war wieder ok.

Das kleine Fohlen hatte wohl in der Nacht nicht genügend getrunken und war dann derart unterzuckert und bewusstlos geworden. Da hatten wir ganz instinktiv genau richtig gehandelt.

Am tollsten hatte sich auch Hanne verhalten, die alles über sich und über ihr Fohlen hatte ergehen lassen, als ob sie wusste, das nur wir helfen konnten. Umso glücklicher war sie seither mit ihrem Fohlen, das den Namen "Anisya" dann auch ganz zurecht bekam!

Diese ganze Aufregung steckte uns noch tage- und vor allem nächtelang in den Knochen. Jede freie Minute, jede wache Stunde in der Nacht ging einer von uns zur Box und sah nach dem Rechten. Aber Hanne und Anisya waren und blieben gesund und munter! :lol:
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Beitragvon Silke » 23.06.2006 14:11

Hallo Marion,

das ist eine spannende Geschichte, ich war richtig geschockt in der Mitte, als Du geschrieben hast, dass das Fohlen bewusstlos im Stroh lag! :shock:

Sowas schweisst zusammen, oder? Würd mich freuen, wenn Du uns Fotos von der Kleinen zeigst und auch wie es mit ihr weitergeht! Hab mal auf einer privaten Homepage den Werdegang eines Pferdes gesehen, vom Fohlen bis zum 5-jährigen unter dem Sattel. Das war sooo interessant!! :D

Ist das wirklich so, dass Stuten so extrem trauern können? Ich will es ihnen um Gottes willen nicht absprechen, aber ich hätte nicht gedacht, dass sie traurig zum Fohlen einer anderen Stute guckt... :(

Liebe Grüße
Silke
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Beitragvon Sailor » 23.06.2006 14:38

Oh doch, Stuten können trauern und das offensichtlich.

Als im alten Stall Branda an Neujahr ein totes Fohlen zur Welt brachte, war sie genauso geschockt und fertig wie wir Menschen.

Jemand holte das tote Fohlen aus der Box, weil er das so von Schafen kannte und so hatt' Branda keine Chance sich zu verabschieden - weshalb wir dem Menschen aber nie Vorwürfe gemacht haben.

Branda's Wiehern hab ich heut noch im Ohr und ich krieg davon immer noch 'ne Gänsehaut, genauso wie von ihrem Verhalten. Sie rannte nur andauernd über's Paddock, blieb am Tor stehn, rief nach ihrer Tochter, machte zwischendurch Anstalten über oder unter'm Tor durchzugehn, zu der Stelle wo ihre Tochter lag.

Als dann ihre älteste Tochter tragend wurd, hatt' sie auch Anzeichen, als wär sie tragend. Sie war total schmusig, der Bauch war ein wenig dicker und sie verbrachte viel Zeit mit Gringa. Wieherte ihr sogar hinterher. :) Wir hatten sogar die vermutung, dass sie vielleicht versucht Gringa das Fohlen abzunehmen, 's is aber alles gut gegangen. :)

Das Gefühl ein Fohlen zu verlieren is schrecklich und ihr tut mir Leid. Ich wünsch euch, dass eure nächsten Fohlen - wie Anisya - gesund und munter zur Welt kommen und such so bleiben. :)
Sailor
 

Beitragvon Mini-Mary » 23.06.2006 16:17

Und wie die trauern können, so das es einem noch mehr weh tut. Als das andere Fohlen geboren wurde, hatte Hanne ihres bereits vor 4 Monaten verloren und trotzdem war ihr die Trauer richtig ins Gesicht geschrieben. Wir konnten sie auch nicht als "Tante" mitlaufen lassen, denn das hatten wir ausprobiert und da versuchte Hanne doch tatsächlich das Fohlen zu klauen. Ist wirklich schlimm gewesen.

Hanne und Anisya sind inzwischen nicht mehr bei uns, ist ja auch schon Jahre her die Geschichte. Aber ich weiß wo sie sind und es geht ihnen dort gut (sind zusammen als Gespann verkauft.). Ich such mal ein Foto raus!
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Beitragvon Sailor » 24.06.2006 11:13

Ja, kenn den Gesichtsausdruck nur zu gut... :(

Aber is ja mit uns Menschen vergleichbar. Wie viele Frauen versuchen denn 'n Kind irgendwo anders zu "klauen", wenn sie ihr eigenes verloren haben?? Denk mal, die Ziffer is hoch. :?
Sailor
 

Beitragvon Santo94 » 17.02.2008 09:40

Kenn auch Stuten die das selbe erlebt haben..

Da hab ich nämlich auch eine ganz traurige Geschichte.....:

Alle freuten sich schon so mächtig,als Cindra zum ersten mal ein Fohlen austrug.....
Die Geburt war eigentlich ohne Mühe verlaifen und sie brachte ein kleines Stutfohlen zur Welt:Jamaica!Wie süss es war....
Alle waren total happy über den Neuling....
Doch dann, am 3.Lebenstag war der Tierarzt nochmals gekommen um
es nocheinmal zu untersuchen,obwohl beim ersten mal alles ok war....
Das schlimmste aber war,ich war dabei,weil ich vorhin noch Reitstunde
hatte....ich war geschockt,was ich da hörte:Sie habe einen schweren Tumor
und entweder würde sie nur noch einige Tage leben,vielleicht aber auch noch
Monate,aber dafür enorme Schmerzen haben!!! :cry:

Ich muss sagen,zum Glück,obwohl es jetzt schlimm tönt,ist Jamaica aber
bald gestorben.....so musste sie nicht noch lange Schmerzen haben!

Aber cindra....die trauerte noch sooooo lange,dass sie einem soo leid tat.
Santo94
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