Bochum (fn-press). Bei den Deutschen Meisterschaften der Reiter mit Handicap, die als offizieller Programmpunkt der Kulturhauptstadt in Bochum ausgetragen wurden, haben sich die etablierten Namen, wenn auch zum Teil mit neuen Pferden, durchgesetzt. Ihren achten nationalen Titel gewann Hannelore Brenner aus Wachenheim. Die Welt- und Europameisterin sowie Olympiasiegerin setzte sich im Grade III mit Women of the World mit insgesamt 149,08 Punkten an die Spitze. Dabei lieferte sie sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der Riepsdorferin Bettina Eistel mit Benetton’s Fabuleux, die die Kür hauchdünn gewann, in der Championatsaufgabe aber hinter Brenner rangiert hatte. Eistel kam am Ende auf 148,56 Punkte und gewann Silber. Dritte in dieser Wettkampfklasse III wurde Claudia Schmidt mit Winterstern und 131,70 Punkten.
In der Wettkampfklasse II waren die erfolgreichen EM-Teilnehmer des vergangenen Jahres ebenfalls nicht zu schlagen. Es siegte Dr. Angelika Trabert (Dreieich) mit Ariva-Avanti (144,52 Punkte) vor Britta Näpel (Wonsheim) mit Aquilana (140,70 Punkte) und Steffen Zeibig (Arnsdorf) mit Waldemar (135,62 Punkte). Sowohl Ariva-Avanti als auch die zwölfjährige Aquilana sind neu im „Team“. Dr. Trabert reitet Ariva-Avanti seit etwa einem halben Jahr, Britta Näpel saß gar erst fünf Tage vor der DM auf der zwölfjährigen Zweibrücker Stute. „Die neuen Pferde haben uns sehr positiv überrascht“, sagte Britta Bando (Hamburg), die als Equipechefin der Weltreiterspiele in Kentucky und Mitverantwortliche für Para-Equestrian beim Deutschen Kuratorium für Therapeutisches Reiten (DKThR) die Paare in Bochum genauestens in Augenschein genommen hat. „In Kombination mit der großen Erfahrung der Reiterinnen, die natürlich ganz wichtig ist, können wir dem Championat sehr zuversichtlich entgegen sehen.“
Doch auch zwei „Shooting-Stars“ hatte die DM in Bochum zu bieten: Juliane Theuring aus Duisburg ist erst seit diesem Jahr im Para-Sport aktiv und holte sich nun gleich den Meistertitel. Mit ihrem gekörten PRE-Hengst Empaque, der mit seinen spektakulären Auftritten ein wenig zum Publikumsliebling avancierte, dominierte sie alle Prüfungen der Wettkampfklasse IV und musste sich nur in der Kür dem Niederländer Frank Hosmar mit Tiesto geschlagen geben. Am Ende kam sie auf 141,74 Punkte. Auch die Silbermedaillengewinnerin Lena Weifen (Bösel) war bis vor Kurzem höchst erfolgreich ausschließlich im Regelsport unterwegs. Britta Bando entdeckte die junge Reiterin aus Weser-Ems, der ein Arm fehlt, bei den Norddeutschen Jugendmeisterschaften im Mai in Hamburg. Mit dem achtjährigen Hessen Don Turner kam Lena Weifen in Bochum auf insgesamt 138,35 Punkte. Karen Schnoor (Wahlstorf) und Enova’s Merlin wurden knapp geschlagen (138,12 Punkte) Dritte.
In der Wettkampfklasse I gelang der Brandenburger Rolli-Fahrerin Alina Rosenberg die erfolgreiche Titelverteidigung. Mit Magellan kam sie am Ende auf 144,19 Punkte und verwies ihre Vereinskollegin Peggy Krusche mit Hobis (129,36 Punkte) auf den Vize-Rang. DM-Dritte wurde Elke Philipp mit Rousseau und 127,50 Punkten.
Equipechefin Bando zog ein positives DM-Fazit. „Es war eine tolle Veranstaltung, vor allem auch in der Kombination mit Prüfungen für Reiter ohne Handicap“, sagte sie. „Bei der Gluthitze war es natürlich für alle sehr, sehr anstrengend, aber der Veranstalter hat sich soviel Mühe gegeben, die Bedingungen für Teilnehmer, Offizielle und Besucher so gut wie möglich zu gestalten. Eine Wiederholung ist nicht ausgeschlossen!“