Wie geht es nach Hickstead´s Tod weiter?

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Wie geht es nach Hickstead´s Tod weiter?

Beitragvon News-Moderator » 09.11.2011 14:14

(ssch) Der plötzliche Tod vom Weltklassespringpferd Hickstead in Verona hat die Reiterwelt geschockt. Sein kanadischer Reiter Éric Lamaze ist tief betroffen, wie er auch auf seiner facebook-Seite schreibt: "We finished our round, I circled and was leaving the ring, and he collapsed and died of an apparent heart attack”. “It is the most tragic thing that has ever happened. We had him until he was 15, and we had a great time together. He was the best horse in the world. We are all devastated.”

Wie kann man das verkraften? Man reitet seinen Durchgang, ist zufrieden, und plötzlich bricht das Pferd zusammen. Für alle, die das sehen und erst recht erleben müssen, ist das ein traumatisches Erlebnis. Vor allem, wenn man seinen Freund und Partner, das Pferd, schon lange kennt und viel gemeinsam erlebt hat.

So erging es leider auch Olympia-Teilnehmerin Bettina Hoy, die ihren 13-jährigen Schimmelwallach Woodsides Ashby 2005 mitten im Geländeritt in Kreuth durch einen Aorten-Abriss verlor. Auch hier kam der Tod schnell und in Sekundenschnelle. Bettina Hoy erlitt danach einen Nervenzusammenbruch. Christian Ahlmann, deutscher Springreiter, verlor sein Nachwuchspferd Calvados Z während eines Weltcup-Turniers in Oslo. Calvados brach tot in seiner Box zusammen.

So einen Verlust muss man erstmal verarbeiten, denn wenn man so ein gutes Pferd über Jahre ausgebildet hat, hängt man sehr an diesem besonderen Tier. Dieses dann unvermittelt umfallen und sterben zu sehen, ist hart. Auch Außenstehenden fällt es schwer, die durch das Internet verbreiteten Bilder und Videos anzuschauen. "Muss man ja auch nicht", meint Andreas Werft, ehemaliger Profispringreiter. Er kennt Hickstead aus früheren Zeiten." Aus Respekt vor diesem großen Sportler und seinem Reiter." Hickstead und Éric Lamaze gewannen 2008 in Hongkong bei den Olympischen Spielen Gold.

Das Pferde öffentlich sterben, ist tragisch. Es wird manchmal aber sogar in Kauf genommen, um die Society zu unterhalten und Traditionen zu bewahren. Beim Grand National Rennen nahe Liverpool in England sterben regelmäßig Pferde durch Stürze. Doch auch im kleinen Rahmen spielen sich Dramen um Pferde ab, die plötzlich tot zusammenbrechen, als Grund wird immer wieder ein Aortenabriss genannt. Und auch der Trakehner-Hengst Gribaldi, im Sport erfolgreich unter Edward Gal und Vater des berühmten Dressurstars Moorland Totilas, starb an den Folgen eines Aortenabrisses. Eine pferdische Schwachstelle: dieses schlauchgroße, sehr stabile Gefäß kann jederzeit reißen, sofern es eine Veranlagung dazu gibt. Weder Züchter, Pfleger, Reiter oder Tierärzte können ahnen, welches Schicksal so einem Pferd bestimmt ist. Die Umgebung des Pferdes hat so gut wie keinen Einfluss auf dieses Ereignis.

Gern greifen Tierschützer diese Fälle auf. Von Quälerei, Doping, Überforderung und Geldgier ist die Rede. Natürlich kommt dies immer wieder vor. Auch im Reitsport geht es um viel Geld. Hickstead gewann ca. 2 Mio. Euro an Preisgeld, sein eigentlicher Wert war um ein Vielfaches höher. Züchter rissen sich um ein Fohlen von ihm. Jetzt, nach Hicksteads Tod, steigt die Nachfrage nach Genmaterial von Hickstead stark an. Jeder will noch aufspringen auf den Hype-Zug. Und Beileidsbekundungen gelten sicherlich auch dem Umstand, dass man so einen Glücksfall von Pferd erstmal wieder bekommen muss. Ohne gutes Pferd keine großen Turniere, ohne Turniere kein Geld. Viele Gegner beschweren sich, dass es doch wichtigere Meldungen als den Tod eines Pferdes gibt.

Doch wer einmal eine Beziehung zu einem Pferd hatte, mit ihm durch dick und dünn gegangen ist, verloren und gesiegt hat, es gesund gepflegt und ausgebildet hat - der kann die Bilder aus Verona kaum ertragen. Wer kann schon einen Freund leiden oder sogar sterben sehen? Pferde sind keine Sportgegenstände oder Erfolgsgaranten. Nein, das sind sie nicht. Nicht für alle.

Éric Lamaze wird darüber hinwegkommen. Andere Pferde werden Hicksteads Platz einnehmen. Aber vergessen wird dieses Wunderpferd und sein tragischer Abgang von der Weltbühne des Pferdesports unter Pferdeleuten sicher nicht.


Quellen:
http://www.netzeitung.de/sport/360906.html
http://www.equi-news.de/?p=2179
http://www.pferdplus.com/news/christian-ahlmann-triumph-und-tragik-nach-tod-von-calvados-z
News-Moderator
Pferdeverrückt!
 
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