Hidalgo im Sommer 2010:
Hidalgo hat den letzten Winter nachts in der Box verbracht und tagsüber bei seinen Freunden auf der Weide, das ist ihm so gut bekommen, dass ich für diesen Sommer große Hoffnung gehegt hatte, er könnte langsam aber sicher immer gesünder werden. Die gezielte Ernährung über den Winter sollte ihre Wirkung zeigen und anfangs war dem auch so. Hidalgos Fellwechsel ging zum ersten mal richtig normal vonstatten, er hatte keine Haut- oder Verdauungsprobleme, weder mit Heu noch mit frischem Gras.
Leider aber blieb sein Ekzem nicht aus, zwar schubberte er sich nicht ganz so arg wie in den Vorjahren, eine Besserung war durchaus sichtbar, aber trotz regelmäßiger entsprechender Pflege kratzte er sich die Mähne und die Schweifrübe runter. Nicht blutig und wie gesagt, lange nicht so schlimm wie früher, aber zufrieden kann ich damit auch nicht sein.
Gewachsen ist er natürlich auch nicht, aber er bekam über den Winter und auch jetzt im Sommer fast schon eine richtige Ponyfigut. Er ist nach wie vor ein schmaler, schlanker und eher drahtiger Typ, kein rundes Pony eben, das wird er wohl auch nie werden. Aber er sieht nicht unterernährt oder verkümmert aus sondern eher wie ein Mini-Sportpferd!
Jetzt dreijährig ist er im Zahnwechsel, damit schien er aber bisher keine Probleme zu haben, auch wenn seine Zähne momentan ziemlich durcheinander aussehen, große und kleine Zähne eben, aber von der Stellung her völlig normal. Die Beulen am Unterkiefer, die beim Zahnwechsel auftauchen können, sind bei ihm mal mehr und mal weniger ausgeprägt. Nun achte ich natürlich bei ihm auch auf jede noch so kleine Veränderung, bin halt ein "gebranntes Kind"!
Gestern dann wurden meine Hoffnungen mit einem Schlag zunichte gemacht. Ich hatte die Ponys gerade mit Heu versorgt, da viel mir auf dass ich Hidalgo nicht sehen konnte. Wir haben dann die ganze Koppel abgesucht und ihn zwischen ein paar Brennesselsträuchern gefunden. Er war völlig abgekämpft, seine Hinterbeine waren komplett verdreckt vom eigenen Kot (Durchfall) und er krampfte ganz fürchterlich. Mir blieb fast das Herz stehen, den Kleinen so zu sehen.
Wir holten ihn in eine große Box, riefen den TA.
Hidalgo bekam also für die Nacht erst einmal etwas krampflösendes, schmerzstillendes, auch etwas das Toxine bindet, falls er irgendetwas giftiges gefressen hat (was wir eigentlich ausschließen da unsere Weiden nichts dergleichen haben, aber man weiß ja nie).
Über Nacht schien er sich etwas zu erholen, er knabberte etwas Heu, trank auch ausreichend, hatte aber morgens noch nicht geäppelt.
Darüber machte ich mir noch keine großen Gedanken, ich weiß ja nicht wieviel oder ob überhaupt noch etwas in seinem Darmtrakt war. Und außerdem schien er auch keinen Durchfall mehr zu haben, war ja auch beruhigend.
Inzwischen waren wir auch einmal mit ihm spazieren (etwa 15 Minuten), vorbei an unseren großen Stuten, aber wirklich fit war er dabei nicht, klar, das war eine anstrengende Nacht denke ich. Er wollte etwas Gras knabbern, aber das ließ ich nicht zu... aus Angst.

Geäppelt hat er bis jetzt, zum frühen Abend hin, noch immer nicht. Er steht im Stall, trinkt ab und zu, knabbert ein wenig Heu. Er zeigt keine Kolikanzeichen, aber das er nicht äppelt macht mich nervös.
Sollte er heute Abend nicht mehr äppeln, werde ich noch einmal den TA rufen.
Drückt mir bitte die Daumen!