ich habe lange überlegt, ob ich das aufschreiben soll. Aber um mich damit auseinanderzusetzen und auch, um eine Erinnerung zu haben, habe ich mich dafür entschieden.
Es geht um Berta, unsere 12-jährige Collie-Mischlingshündin. Sie ist eine ganz süße Maus. Fotos findet Ihr hier!
Wir haben Berta vor einem Jahr im Internet eines Tierheims gesehen. Seit 2 Monaten wohnte Coco bei uns, auch eine kleine Mischlingsdame, und wir wollten keinen 2. Hund. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt!
Wir haben sie also gesehen und sind hingefahren. Nur gucken! (is klar oder
Das alles machte uns aber nix und wenn sich unser Ersthund mit Berta versteht, würden wir sie gern zu uns nehmen. Auch, wenn sie nur noch ein paar Jahre hat.
Berta zog bei uns ein. Anfänglich war es schwierig. Sie ist ein Einzelhund, eifersüchtig, anhänglich, beißt, wenn sie sich bedroht fühlt und ist sehr unsicher. Sie überspielt das mit Knurren und verteidigen. Coco hat es nicht leicht mit ihr und wir auch nicht immer.
Zwei Monate später wurde Berta operiert. Es war keine einfache OP, sie hat viel Blut verloren. Sie wurde kastriert und es wurde Geschwulste entfernt. Nach der OP hat sie sich trotz Schutzmaßnahmen zweimal die Fäden selbst gezogen, so dass sie mit offenem Bauch da lag. Also in zwei Nacht- und Nebelaktionen wieder zunähen.
Sowas schweisst zusammen und wir lieben Berta abgöttisch. Sie kann ja nichts dafür, dass sie schlechte Erfahrungen gemacht hat. Auf der anderen Seite ist sie nämlich der kommunikativste und kuscheligste Hund, den wir kennen! Sie lacht oft, spricht mit uns, ist intelligent, lustig, verspielt, verschlafen und verfressen. Sie passt also zu uns.
Im August kam dann heraus, dass es neben gutartigen Tumoren auch bösartige gab. Ausserdem hat der Krebs schon Metastasen in Lunge und Herzen gebildet.
Eine Chemotherapie kam für uns nicht in Frage. Auch weitere OPs nicht. Wir beschlossen, ihr noch ein schönes Leben zu bieten und sie schmerzfrei halten zu wollen. Sie bekam ein Schmerzmittel, welches sie mehrere Monate gut vertragen hat. Dazu haben wir eine Tierheilpraktikerin um Rat gefragt und sie hat Berta gut unterstützt. Wir haben irgendwann sogar vergessen, dass sie sehr krank ist, weil sie schneller läuft als Coco (und die ist 3 und gesund), fröhlich ist und kaum Anzeichen einer Krankheit zeigt.
Irgendwann belam Berta allerdings Darmblutungen. Sie verträgt das Schmerzmittel nicht mehr.
Wir stiegen erstmal auf homöopathische Mittel um.
In den letzten Tagen merken wir allerdings, dass sie nicht mehr auf dem aufsteigenden Ast ist. Sondern auf dem absteigenden. Es gab immer schlechtere Tage. Aber sie sieht öfter als sonst in sich gekehrt aus, traurig, leidend. Sie schläft viel. Sie ist auch noch fröhlich und freut sich, aber sie hält vieles nicht mehr so lange durch. Man merkt, dass ihre Lunge Probleme macht - ich schätze, sie wird irgendwann ersticken, wenn wir sie nicht vorher erlösen.
Ab heute bekommt sie wieder ("Schul-")Schmerzmittel. Wenn sie wieder Darmblutungen bekommt, steigen wir auf ein anderes um. Alles, nur keine Schmerzen!! Und dann lieber ein kürzeres, aber schmerzfreies Leben.
Sie ist krank, aber ich will es nicht wahrhaben. Für mich lebt sie ewig! Ich kann mir einfach nicht vorstellen, sie nicht mehr bei uns zu haben. Ich habe wahnsinnige Angst vor DEM Tag, DER Stunde, wo es passiert. Zum Glück haben wir eine tolle Tierärztin, die auch nach Hause kommt, um einzuschläfern. Aber ich kann noch nicht mal daran denken, ohne dass mir die Tränen kommen. Sie wird uns so wahnsinnig fehlen, aber dennoch kann man es nicht verhindern, sondern nur geniessen, dass sie bei uns ist.
Wir werden das auch schaffen und verarbeiten, auch wenn es mir jetzt noch ein Rätsel ist, wie das gehen soll. Wir haben sie erst seit einem Jahr, aber das Zusammenleben ist intensiv. Man sollte meinen, dass man sich auf den Abschied vorbereitet und dann besser damit klar kommt. Aber so ganz glaub ich nicht dran.
Ich halte Euch auf dem Laufenden, wie es mit Berta weitergeht. Vermutlich wird der Thread dann enden, wenn auch Bertas Leben bei uns endet. Aber vielleicht hilft es auch jemandem, dem ähnliches bevorsteht! Und wer ein Tier hat, wird irgendwann immer mit dem Thema konfrontiert.
Ich wünsche ihr, dass sie an einem sonnigen Tag beim Spaziergang einfach umkippt und stirbt. Wenn sie glücklich ist!
Aber ich schätze, den Gefallen wird uns die Krankheit nicht tun.
Viele Grüße
Silke

