Kinder misshandeln fremde Pferde

Aktuelle Fälle, Pro und Contra, News

Beitragvon Mini-Mary » 30.04.2008 08:34

Es geht ja was die Er- / Beziehung Kind/Tier angeht auch nicht nur um Hund-Katze-Maus!
Das fängt doch schon bei Insekten an:

Beispiel:

Ich habe meinen Mädchen beigebracht, dass auch ein Käfer, Ameisen oder Schnecken einen Grund für ihr Dasein haben. Das es Lebewesen sind, mit einem Herzen das schlägt, mit Blut und mit Schmerzempfinden, die man eben nicht einfach aus Spaß an der Freud zerquetscht oder ihnen die Beine ausreißt!

Meine Schwägerin war da anders. Sie hat sofort Iiiigitt geschrien, wenn die Kinder beinahe einen Regenwurm angefasst haben und das Tier sofort getötet und den Kindern verboten jemals wieder sowas anzufassen.
Für diese Kinder waren bald so kleine Lebewesen nichts anderes als ekeliges Zeugs, das entsorgt werden musste.
Das muss doch nicht sein, oder?
Es reicht doch wenn man Kindern beibring, Regenwürmer und Käfer nicht zu essen, sie aber doch in Ruhe zu lassen!! :roll:
Benutzeravatar
Mini-Mary
Forumsurgestein
 
Beiträge: 1311
Registriert: 21.06.2006 10:20
Wohnort: Nähe Delmenhorst

Beitragvon Blue » 30.04.2008 11:45

@ Silke, bei uns war es so, das ich zwei vollkommen gestörte Tiere hatte.

Shila (ihn habe ich im letzen Jahr mir 17 Jahren einschläfern lassen müssen) mein Kampfkater. Ihn habe ich im zarten Alter von 6 Wochen bei uns aufgenommen. Shila hat nie schlechte Erfahrungen gemacht. Er war einfach ein Haudegen. Jeder Besuch wurde schonungslos angegriffen. Setzte man sich auf seinen Platz, wurde man angegriffen. Einzig mich akzeptierte der Kater. Was nicht heißt, das er mir nicht alle paar Wochen in die Beine sprang.

Mitte Feb. 2997 nahm ich (nicht wissend aber schon schwanger) nahm ich Bonny bei mir auf. Sie war gerade 4-5 Wochenalt und misshandelt worden. (Rippenbrüche, Prellungen etc..etc) Meine kleine hatte schon als Welpen vor allem und jedem angst. Vertraute keinem Menschen und knurrte schon als Welpe wenn jemand sie nur freundlich ansprach.

Als mir mein Arzt zur Schwangerschaft gratulierte, hatte ich ehrlich gesagt ein lachendes und ein weinendes Auge.
a- war die Beziehung zum Erzeuger meines Sohnes mehr als problematisch und
b- hatte ich angst, das meine Tiere auf das Baby negativ reagieren würden.
In diesem Fall, hätten sie gehen müssen. Mein Kind würde wichtiger sein als jedes Tier dieser Welt.

Ich achtete darauf, das Bonny nur noch positive Erfahrungen machte. Lies sie möglichst viel (unter Beobachtung) mit Kindern zusammen und lies es zu das sie ihren Kopf auf meinen immer dicker werdenden Bauch legte.
Außerdem nutzte ich nur noch Babybad / creme. So das sie den Geruch kenne lernen konnte.

Leider viel mir nichts gutes bei Shila ein. Unter Tränen beschloss ich, ihn meinen Eltern zu geben. Meine Eltern waren Shila nicht fremd. Im Gegenteil, er nutzte jede Gelegenheit um zu meinen Eltern zu laufen (Wir wohnen alle auf einem Grundstück, meine Eltern haben ihre Wohnung im Anbau) Ich bin davon überzeugt, ich hätte Shila mit Ausnahme meiner Schwangerschaft, jederzeit meinen Eltern geben können. Er hätte sich darüber gefreut. Nur während meiner Schwangerschaft änderte sich sein verhalten komplett. Er wollte ständig bei mir sein (pinkelte meiner Mutter überall hin) und fing an zu schmusen, legte sich schnurrend auf meinen Schoß und wurde (für seine Verhältnisse) zum Traumkater.

Gegen Ende der Schwangerschaft ließ ich meine Tiere gründlich tierärztlich untersuchen. Dabei hatte ich ein - denkt darüber was ihr wollt- für mich sehr beruhigendes Gespräch mit meinem Tierarzt.
Er versicherte mir, sollten meine Tiere auffällig dem Kind gegenüber werden, würde er sie einschläfern.
Dazu muss man sagen, mein Tierarzt kennt mich seit Jahren, weiß das ich aktiv Tierschutz betreibe und das ich meine Tiere nie leichtfertig “abgeben” würde.
Für mich stand fest, würden meine Tiere negativ reagieren, müssten sie weg. Und das SOFORT! Ich würde nicht warten, bis aus dem knurren ein beißen wir und ich würde nicht warten bis mein Kater den Säugling angreift.
Sie in gute Hände vermitteln hätte mir zulange gedauert, sie meinen Eltern oder meinem Bruder geben, wäre nicht gegangen. (wir wohnen schließlich zusammen) und ins Tierheim wollte ich sie auf keinen Fall geben. Wer nimmt schon einen fauchend angreifend, viel zu dicken 6 Jahre alten Hauskater oder einen vollkommen gestörten, knapp ein Jahr alten Schäferhund MIX, der wenn man ihn nur freundlich anspricht, sich zähnefletschend in die nächste Ecke verzieht.
Nein, ins Tierheim wollte ich sie nicht abschieben. Ihre Zukunft wäre mir im Tierheim zu unsicher gewesen. Dann lieber ein Schrecken mit Ende.

Wie dem auch sei, es ist gut gegangen. Während ich mich mit meinem Sohn im Krankenhaus von der Geburt erholte, nahmen meine Eltern täglich die benutzten Windeln meines Sohnes mit nach Hause und ließen meine Tiere daran schnuppern. So lernten sie den Geruch meines Kleinen kennen.
Als ich mit meinem Kleinen die Klinik verlassen durfte, ließ ich Pascal kurz im Auto und begrüßte meine Tiere, danach stellte ich meinen Vierbeinern das neue Familienmitglied vor. Sie durften Pascal ausgiebig beschnüffeln und auch ein lecken an seinen Händchen verbat ich ihnen nicht.
Kurz, es ist alles gut gegangen. Mehr noch, mein Kater war besser als jedes Babyphon. Wurde Pascal wach, rannte mein Kater zu Kinderzimmertür.
Ich denke, wenn man seine Tiere nicht zurück stößt, sie mit einbezieht und sich Zeit nimmt, geht alles.
Zumindest war es bei mir so!!!
Blue
 

Vorherige

Zurück zu Tierschutz: Diskussionen und Linktipps

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast