von Blue » 29.04.2008 19:22
Ich denke, man kann kein Lebewesen zu 100% kennen und /oder einschätzen.
Natürlich kann und sollte (muss) man Kleinkindern beibringen, nicht gleich auf jedes Tier zuzustürzen. Dennoch sprechen wir hier von Kleinkindern.
Kleinkinder regieren einfach. Sie denken nicht über ihr Handeln und dessen Folgen nach.
Ein Beispiel, bei dem zum Glück alles gut gegangen ist.
Als mein Sohn gerade 3 Jahre alt war, wohnte in der Nachbarschaft eine “Dame” mit zwei großen Mischlingen. Diese Dame sah meine Pferdeweiden als Hundeklo an außerdem hatten die Hunde schon ein Kind gebissen - galten also als gefährlich. Natürlich war ich davon nicht begeistert und geriet einige Male mit der Frau aneinander.
Meine Hündin “Bonny” (Bernersennen Mix) die immer mit draußen ist, bekam die Stimmung zwischen der Frau und mir mit. Bonny, die immer zu Mensch u. Tier freundlich war / ist, übernahm meine Abneigung. Das ging soweit, das ich sie ermahnen musste, wenn die Dame mit ihren Hunden an unser Grundstück vorbei ging.
Irgendwann, Pascal war gerade 3 Jahre alt, wollten wir zum Waldspielplatz. Ca, 100m von unserem Grundstück entfernt fängt der Wald an. Wir fuhren mit dem Rad bis zum Waldrand. Dort wollte Pascal irgendetwas von mir, als er seinen willen nicht bekam, stellte er auf stur, ließ sein Dreirad fallen und setzte sich auf den Boden.
Nachdem ich ihn mehrmals (ohne Erfolg) aufforderte aufzustehen, beschloss ich den Ausflug abzubrechen.
Pascal dachte überhaupt nicht daran, mit nach Hause zu kommen. Da wir aber nur 100 Meter von Zuhause entfernt waren, Pascal auf einem Feldweg saß (keine Autos etc) und ich den kompletten Weg einsehen konnte - ihn also keine Sekunde aus dem Blick verlor, fuhr ich einfach allein nach Hause.
Bonny war natürlich vollkommen durcheinander. Erst lief sie mir ein paar Meter nach, danach lief sie zurück zu Pascal.
Gerade Zuhause angekommen, sah ich das die zwei Hunde der Dame aus dem Wald kamen.
Völlig panisch (im geiste sah ich meinen Sohn zwischen den drei sich zerfleischenden Hunden) rannte ich zurück zu meinem Sohn. (Die 100 Meter kamen mir wie 1000 Kilometer vor.)
Was soll ich sagen, es ist DANK UNSERER BONNY, die zähnefletschend neben Pascal sitzen blieb, nichts passiert.
DAS WAREN MEINE 6 RICHTIGE IM LOTTO!!!!
In dieser Situation habe ich meine Hündin und die fremden Hunde komplett falsch und meinen Sohn richtig eingeschätzt.
Pascal war sich der Gefahr in kleinster Weise bewusst. Im Gegenteil, er strahlte über das ganze Gesicht, erzählte mir, das die Bonny auf ihn aufgepasst hat und das er Bonny auch beschützt hätte, hätten die anderen Hunde sie angegriffen.
Ich bin davon überzeugt, hätten sich die Hunde gebissen, wäre mein Sohn dazwischen gegangen. Nicht auszudenken was hätte passieren können.
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Jeder mach Fehler in der Erziehung. Es gibt keine perfekten Eltern. Ich als Mutter versuche meinen Sohn zu einem halbwegs anständigen Menschen zu erziehen.
Mein Sohn (heute 10 Jahre alt) ist sicherlich kein Ja-Sager er darf immer und überall eine Meinung sagen allerdings in einem anständigen Ton und ohne Beschimpfungen.
Trotz diagnostizierter ADHS ist er noch nie auffällig geworden. Was und davon bin ich überzeugt unter andern daran liegt, das er mit Tieren aufwächst.
Er hat gelernt, auf unsere Tiere Rücksicht zu nehmen. Muss akzeptieren wenn die Tiere ihre Ruhe haben wollen. Natürlich hat er von unseren Katzen schön öfters eine “gewischt” bekommen. Findet er nicht toll und Sprüche wie “doofe Katzen” etc. habe ich auch schon gehört. Nur das bei mir nicht die Katzen bestraft werden sondern mein Sohn. Hätte er die Tiere in Ruhe gelassen, hätten sie ihn nicht gekratzt.
Traurig ist, das Tiere immer noch als “Sache” behandelt werden.
Uns ist es passiert, das uns Pascals Lehrerin angerufen hat. Pascal hatte zum 3ten mal seinen Kleber vergessen. Sie empfahl uns ernsthaft, ihm zur Strafe seinen heißgeliebten Kater weg zu nehmen.
Wenn wir solche Menschen unsere Kinder (mit)erziehen, frage ich mich, was aus diesen Kindern werden soll??????
Silke, ich denke, man kann jedes Kind so erziehen, das es andere Lebewesen respektiert.
Ich hatte bei Pascal (als Kleinkind) das Problem, das er dachte, das alle Tiere so lieb sind, wie unsere. Das ist genau so blöd, wie ein Kind das angst vor allen Tieren hat.
Ich denke, wichtig ist, das man seinem Kind immer wieder sagt, das z.B. nicht alle Hunde lieb sind und das man erst die Besitzer fragen muss, ob man einen Hund streicheln darf.
****SORRY für den Roman*****