Ausreiten wird auf einmal ein Problem

Verhalten, Probleme, Tipps zum Umgang ... und das bitte ohne Gewalt!

Ausreiten wird auf einmal ein Problem

Beitragvon tempico02 » 02.09.2009 19:04

Hallo Ihr lieben,
ich hoffe jemand hat einen Rat für mich.

Ich habe meinen Wallach jetzt knapp drei Jahre. Er stand vorher lange lange lange nach einem Reitunfall mit dem Vorbesitzer auf der Koppel und wurde nicht geritten.Er galt als unreitbar und sollte zum Schlachter.
Ich hab ihn gekauft,und etwa nach einem halben Jahr Bodenarbeit und tägliche Schmuse-stunde ließ er sich dann wieder reiten.Bin erst in der Gruppe,und dann immer zu zweit mit meiner Freundin ausgeritten.War nie ein Problem,hatte das Gefühl ich hätt mit ihm sogar über einen Jahrmarkt
reiten können.Bin dann angefangen,morgend`s auch mal alleine mit ihm los,und es ging wunderbar.Etwa ein halbes Jahr keine Probleme allein,und nun geht es los......
Er will auf einmal umdrehen,und drängt in den Strassengraben.So heftig,das ich keine Chance habe ihn zu steuern.Ich glaub er würd auch in den tiefen Strassengraben springen,um sich durchzusetzen.Da er auch sehr mächtig ist,lacht er sich glaub ich tot über meinen Schenkel oder Hackendruck.Was kann ich tun,um ihn an seine spontanen Kehrtwendungen zu hindern?????

lg an alle,und ich hoffe jemand hat einen Tipp für mich
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Beitragvon Mini-Mary » 03.09.2009 07:21

Hallo,

das ist ja wirklich eine schwierige Sache und so aus der Ferne ist das immer sehr schwer zu erkennen oder zu beschreiben. Ich habe da erstmal noch ein paar Fragen:

:arrow: Reitest du denn nun nur noch alleine oder auch zwischendurch wieder mal mit Partner oder in der Gruppe?

:arrow: Gibt es einen konkreten Grund, warum er das macht, also einfach so mitten auf der Strecke, bestimmte Stelle oder nach einer bestimmten Zeit, die ihr schon unterwegs seid?

:arrow: Wie alt ist der Gute eigentlich?

:arrow: Machst du zwischendurch auch mal wieder Bodenarbeit mit ihm?
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Beitragvon tempico02 » 03.09.2009 12:36

Hallo Marion,

mein Sturkopf ist jetzt 19 Jahre,aber in manchen Situationen etwa gefühlte 5!!!!

Mittlerweile ist es so schlimm geworden,das er nicht mehr gerne vom Hof gehen will mit mir allein.Zu zweit krieg ich ihn mit Mühe mit.
In der Gruppe geht es eigentlich ganz gut,also jeh mehr wir sind-um so besser geht es mit ihm.
Nur möcht ich na klar genauso wie vorher auch mal wieder allein durch´s
Gelände.
Es gibt keine gewissen Stellen,wo er das macht,er entscheidet einfach so ,wann er keinen Bock mehr hat.
Wir hatten auch keine schlimmen Erlebnisse oder ähnliches.Sind sonst immer täglich etwa eine bis anderthalb Stunden gemütlich durch´s Gelände gebummelt.
Bodenarbeit hab ich da nicht so viel mit ihm gemacht,auf dem Platz oder in der Halle sind wir bei regen etwas gesprungen,ab und zu mit Bodenstangen in der Halle kleinere Geschicklichkeits-und Reiterspiele gemacht,aber keine wirkliche Bodenarbeit.
Langsam verzweifel ich.Ich glaub er streitet sich grad mit mir um die Leitposition!!
Eine Freundin von mir meinte,ich soll mal richtige Sporen benutzen,und ihn die mal deutlich spühren lassen.Was meinst Du dazu??
Er ist ein ganz sensiebles Pferd,das sehr personenbezogen ist.Hab bei ihm noch nie eine Gerte mitgeführt,geht alles wunderbar mit Stimme und feiner Hand....,naja,bis jetzt jedenfalls.
Vorgestern,als ich mit ihm vom Hof reiten wollte,drohte er mit steigen,was mich eigentlich nicht beeindruckte,ich nötigte ihn dann 500 Meter mittig der Straße mit mir zu reiten,weil er nicht schon wieder gewinnen sollte. Er wurde immer hektischer und hat sich furchtbar aufgeregt.Sind dann zurück in Richtung Hof-und siehe da-leicht locker fröhlich ging es im angenehmen Schritt zurück,ohne auch nur einmal zu murren.
Oh mann,ich hoffe Du oder irgend jemand hat einen Rat für mich!!!

Lg. an alle
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Beitragvon schoggi » 04.09.2009 11:53

Hi du,
ich weiss nicht ob ich dir wirklich helfen kann aber ich habe das gleiche Problem, und das mit 2 verschiedenen Pferden!

Das eine ist ein 20 jähriger Wallach der damit angefangen hat als ich im Winter umgedreht bin weil ich Angst auf dem eisglatten Weg hatte. Er steigt nur etwas und mit Gerte kann man sich da gut durchsetzen :P

Das andere Pferd ist eine etwas heisblütigere Stute die ich noch nicht so lange reite. Sie hat die Macke an Abzweigungen sich für den Kürzesten Weg zu entscheiden und wenn ich wo anders lang will läuft sie rückwärts!
Auch bergab^^ Da bin ich jetzt dazu übergegangen das Rückwärtslaufen durch Hilfen zu verstärken und Sie dann eben rückwärts den Weg langgehen zu lassen den ich möchte :wink:

Auf keinen Fall sollte man dem Pferd nachgeben, dann wirds immer schlimmer!
Im Notfall (an einer Straße oder einer anderen gefährlichen Stelle) muss schauen dass man wegkommt und die Diskussion wo anders weiter führt.
Ich bin auch schon abgestiegen und gelaufen =)

Ich weiss nicht ob das der richtige Lösungsweg ist vll kann auch mir jemand helfen.
Wenn das Pferd natürlich beim Reiten Schmerzen hat oder vor einer bestimmten Situation Angst hat muss man natürlich anders vorgehen.

Nicht aufgeben!
liebe Grüße
schoggi
schoggi
 

Beitragvon tempico02 » 04.09.2009 13:08

hallo schoggi, :D

lieben dank für deine antwort und deinen erfahrungsberricht.
da geht es dir ja ähnlich wie mir.
du hast recht ,es wird immer schlimmer wenn er damit durchkommt.
das hab ich schon feststellen können.bin auch schon abgestiegen weil die situation für mich und mein pferd einfach zu gefährlich wurde.
hab kein problem das in aller ruhe mit ihm auszutragen-und wenn wir beide da zwei stunden lang stehen,aber tempico zieht gleich mit dem hinterteil rum und zack-rein in den graben.die gräben sind bei uns voll wasser und so tief das du ein auto drinn verstecken kannst.das ist der moment wo ich dann abbreche und tempi gewähren lasse umzudrehen,weil da kommt dann die angst bei mir.

wie machst du denn jetzt mit deinen beiden weiter?
meinst du bodenarbeit kann uns da weiterbringen??

lg an alle
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Beitragvon schoggi » 04.09.2009 18:08

hi,
ich kenn mich mit Bodenarbeit nicht so aus, da wir leider weder eine Halle noch einen Platz haben. Aber ich denke schon das es hilft dem Pferd zu zeigen wer der Chef ist :wink:

Mir fällt leider auch nichts besseres ein als die Diskussion zu Ende zu führen, auch wenn die Ausritte dann ziemlich lange dauern^^

Wenn du dein Pferd umdrehen lässt, gehst du dann nach hause oder probierst du einen neuen Weg?
Vll kannst du die Diskussion an eine Stelle verlegen wo es nicht gefärlich ist?
Entweder durch führen oder ihn soweit zurückgehen lassen bis du platz hast und dann wieder umdrehen?
Klar wird er an der gleichen Stelle oder noch früher noch wieder wenden, aber wenn du immer wieder auf die stelle zureitest wirds ihm sicher zu bunt.

Oder du lässt ihn wenden und treibst ihn rückwärts den Weg weiter :wink:
das hab ich auch schon einige 100m gemacht, irgendwann hatte sie keine Lust mehr und ist wieder brav vorwärts gelaufen^^
Musst versuchen ihn gerade zu lenken dass er nicht in den Graben kommt.

ich hoffe ich konnte dir helfen.
Vll kennt noch jemand ein paar Bodenübungen?

lg schoggi
schoggi
 

Beitragvon tempico02 » 07.09.2009 11:03

Hallo schoggi,

habe mich jetzt entschlossen Bodentraining zu machen und lasse mich dabei unterstützen. Werd jetzt mit ihm erst einmal nur auf dem Platz und in der Halle bleiben.( Vll vergisst er ja seine Macke).
Ausreiten werd ich dann auch erst mal mit mindestens einem zweiten Pferd dabei üben,solange bis das ohne zu murren wieder bei ihm klappt.
Aber wie gesagt,erst mal das Training auf dem Platz.
Halte das bei ihm im Moment für das klügste.Mit steigen und buckeln hab ich keine Probleme,aber im Graben möcht ich nun nicht so gerne mit ihm liegen.Traumatische Erlebnisse braucht auch kein Mensch und Tier,und damit er nicht erst merkt wie stark er ist , nehm ich ihm die Chance zu gewinnen,indem ich ihm die Gelegenheit erst gar nicht biete.
Jedenfalls vorerst nicht.
Wir werden sehen,vll hilft das ja.Hoffe bei Dir klappt es auch wieder gut mit deinen beiden.

Wer noch spezielle Bodenübungen für uns hat,bitte bitte postet die.

Lg an alle
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Beitragvon kraeg » 07.09.2009 21:20

Hallo,

warum gibst du deinem Pferd nicht nach, wenn es den Hals biegt, um umzudrehen? Dann aber gleich den inneren Zügel annehmen, den äußeren nachgeben und drei enge Vorhandwendungen auf der Stelle. Ich nenne das "Trudeln".

Unter der Voraussetzung, dass ein Pferd gesund ist, habe ich mit Trudeln bei vielen Pferden und ebenso unterschiedlichen Unarten gute Erfolge erzielt.

Trudeln bedeutet, das Pferd etwa 3 - 5 Vorhandwendungen bei deutlichem Vorkreuzen der Hinterhand machen zu lassen (am Boden oder unter dem Sattel). Das Hinterhandkreuzen ist in der Herde eine Respektsgeste des Rangniederen vor dem Ranghöheren. Es wird so lange (abwechselnd nach links und nach rechts) getrudelt, bis das Pferd lieber das Gewünschte tut als immer wieder getrudelt zu werden.

Versuch es selbst einmal
kraeg
 

Beitragvon tempico02 » 09.09.2009 15:07

Hallo ,

hab mein Pferd gestern erst an der Longe gehabt und dann auf dem Platz etwas Bodenarbeit betrieben.
Zum Abschluß , als "cool-down -phase" bin ich dann am langem Zügel mit ihm vom Hof.Nach etwa 100m fing er an zögerlich zu laufen. Ehe er noch lange weiter überlegen konnte, "trudelte" ich ihn, stellte ihn grade und trieb ihn ordentlich an weiter zu gehen.
Das ganze Spiel wiederholte sich etwa 5 mal, aber es hat geklappt!!!
:D :D :D :D :D
DANKE KLAUS!!!! :

Bin die Straße nicht ganz runter,umgedreht zum Hof,und gleich noch mal ausprobiert.
Und......alles gut!
Ich hoffe das das so bleibt,und nicht nur gestern geklappt hat.Ich denke ich muss schneller handeln als er denken und entscheiden kann!

Ich deh den Spieß jetzt einfach mal um und arbeite ihn richtig auf dem Platz,nutze einen kurzen Ausflug ins Gelände zum cool-down am langem Zügel .So das er merkt,das das eigentlich die schönere Variante ist.

Lg an alle
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